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Lokalsport Quirlige Aubel-Schwestern üben sich im Kanu-Polo
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10:58 07.09.2021
Ella (links) und Mia Aubel üben das Kanu-Polo auf der Lahn am Wehrdaer Weg.
Ella (links) und Mia Aubel üben das Kanu-Polo auf der Lahn am Wehrdaer Weg. Quelle: Bodo Ganswindt
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Marburg

„Wir können geradeaus fahren und mit dem Ball aufs Tor werfen“, sagt Mia Aubel, mit 13 die zwei Jahre ältere Schwester von Ella. Was klingt wie das Eingeständnis eher bescheidener Fähigkeiten, ist eine glatte Untertreibung, wie sich später auf der Lahn, die quasi vor der Haustüre des Bootshauses fließt, herausstellt.

Ihre Trainerin Wibke Wagner, die seit ihrem fünften Lebensjahr den Kanusport betreibt, ist gleichzeitig die Jugendwartin des Marburger Kanu-Clubs, der vor 90 Jahren gegründet wurde und sein Domizil am Wehrdaer Weg hat. Sie ist von den Mädels begeistert: „Beide paddeln total super.“ Paddeln und Ballwerfen – geht das zusammen?

Kanu-Polo

Es geht! Und wie! Mia und Ella trainieren und spielen Kanu-Polo, eine Art Handball im Kajak. Wer das knapp drei Meter lange und 60 Zentimeter breite Boot im Spiel fünf gegen fünf auf dem mit Schwimmleinen abdressierten Wasserfeld mit den Maßen 23 mal 35 Meter erfolgreich manövrieren will, braucht Geschick, Technik, taktisches Wissen und Kondition.

Das quirlige Schwesternpaar bringt diesbezüglich beste Voraussetzungen mit. Beide sind erst seit März mit dabei in der zwölfköpfigen Kindergruppe des Kanu-Clubs. Bis vor Kurzem haben sie sich noch im Kampfsport Taekwondo ausgetobt. „Das hat uns auch Spaß gemacht“, betont Ella, „doch wegen Corona haben wir pausieren müssen.“ Also haben sie sich neu orientiert und am Kanu-Polo Interesse gefunden.

Anfängliches Paddeln und Plantschen

Wibke Wagner hatte im September vergangenen Jahres am Gymnasium Philippinum für den Sport geworben. Inzwischen gibt es ein Angebot für Mädchen und Jungen, die zwei Mal pro Woche auf der Lahn paddeln. Wagner führt die jungen Leute behutsam an den sachgerechten Umgang mit Paddel, Boot und Ball heran. Über das anfänglich Paddeln und Plantschen werden die Inhalte zunehmend differenzierter.

In der Schüler- und Jugendklasse trainieren Mädchen und Jungen noch gemeinsam. Inzwischen gibt es einen Ligenbetrieb, in dem nach internationalen Wettkampfbestimmungen gespielt wird. Doch so weit sind Mia und Ella noch nicht. „Wir haben im Familienkanu erste Erfahrungen gesammelt“, sagt Mia, „das war sehr wackelig, und ich kam anfangs kaum 100 Meter weit.“ „Es ist schon recht anstrengend“, ergänzt Ella, die sich mit ihrer Schwester gut versteht. „Aber manchmal gibt es ein wenig Zickenkrieg“, räumt Mia ein. Bald geht es daran, die Kenter-Rolle - laienhaft auch als Eskimo-Rolle bezeichnet - zu erlernen.

Es gibt kein schlechtes Wetter

Das soll im Winter im Hallenbad erfolgen. Ansonsten fürchten die Mädels, die beide das „Goldene Schwimmabzeichen“ haben, kein schlechtes Wetter. Lediglich bei einem Gewitter oder zu starkem Wind bleiben die Kanus im Bootshaus. Der 190 Mitglieder zählende Verein macht Angebote ohne Altersbeschränkung. Sie werden für Kinder und Erwachsene von zertifizierten Trainern geleitet. Unter anderem steht auch die Wildwasserstrecke der Stadt Marburg an der Uferstraße zur Verfügung. Im Wehrdaer Weg gibt es als echten Spaßfaktor sogar eine Bootsrutsche.

Angebote des Marburger Kanu-Clubs

Wer Interesse an den Angeboten des Marburger Kanu-Clubs hat, der zum Beispiel gemeinsame Fahrten auf Lahn und Weser, Wildwassertouren in Frankreich und Slowenien unternimmt, kann sich darüber hinaus informieren unter der E-Mail-Adresse wibke.wagner@marburgerkanuclub.de

Von Bodo Ganswindt