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Lokalsport Dolphins schwimmen ins Viertelfinale
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14:14 03.12.2019
Marburgs Johanna „Joey“ Klug (links) lässt sich von Heidelbergs Victoria Harris nicht irritieren und bewies auch im Pokalspiel mit 16 Punkten einen guten Überblick.  Quelle: Jens Schmidt
Marburg

Für einen kurzen Moment stand Patrick Unger die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als er nach dem Spiel in Richtung der bereits leeren Tribünen blickte, die während des Pokal-Achtelfinales gegen die SNP Bascats USC Heidelberg mit 230 Zuschauern nicht annähernd so gut gefüllt waren wie erhofft.

„Ich glaube, dass uns einige aufgrund unserer Verletztenserie bereits abgeschrieben haben“, bedauerte Marburgs Trainer. „Besonders deshalb freut es mich, dass wir mit unserem Kader ein Spiel abgeliefert haben, bei dem die Einstellung gestimmt hat!“

Unger musste den Personal-Teppich flicken

Aufgrund der Verletzung von Kim Winterhoff, deren Zwangspause unter der Woche feststand, musste Unger den Personal-Teppich flicken. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass die Anfangsphase der Partie zum Weggucken war. Es war ein Spiel, in das sich der Gastgeber hineinfinden und hineinkämpfen musste.

Bis Mitte des ersten Viertels hatten beide Teams zusammen nur neun Punkte bewerkstelligt. Die Heidelbergerinnen, die im Ligabetrieb auf Platz elf liegen, bekleckerten sich ebenso wenig mit Ruhm wie der Gastgeber.

Entsprechend ungehalten war Coach Dennis Czygan: „Das war eine verpasste Chance. Im ersten Viertel hatten wir in der Offensive und Defensive keine Struktur. Ich bin enttäuscht, weil wir gewinnen hätten können, wenn wir unsere Leistung von Anfang an abgerufen hätten!“

Unger freute sich darüber, dass seine Spielerinnen mit fortlaufender Spieldauer die Schlampigkeiten minimierten. „Wir hatten insgesamt 16 Turn-over, davon aber sechs im ersten Viertel. Das hatte auch mit Heidelberg zu tun, die eine neue Defensivformation gespielt haben. Wobei wir eigentlich wissen sollten, wie wir gegen so etwas spielen.“

Spiel blieb lange denkbar knapp

Im Vergleich zur schallenden Liganiederlage am vergangenen Wochenende gegen die Eisvögel USC Freiburg zeigte sich der BC unterm Korb verbessert – besonders dem eigenen. Alexandra Wilke und „Joey“ Klug holten jeweils sieben Defensive Rebounds und bewerkstelligten insgesamt 19 Stück. Zur Halbzeit führte der BC 42:40.

Am Ende des Spiels standen fast alle Teamstatistiken der Kontrahenten pari. Eine Ausnahme gab es jedoch: Während Heidelberg eine desolate 17-Prozent-Quote bei Drei-Punkte-Würfen hatte, traf Marburg jeden dritten Schuss aus der Distanz (acht von 24). „Wir haben vielleicht ein bisschen zu oft von außen geschossen“, meinte Unger schmunzelnd.

Er beschwerte sich aber nicht. Das Spiel blieb lange denkbar knapp. In Front lag jedoch meistens der BC, konnte sich aber bis ins vierte Viertel nie entscheidend absetzen. Stets schlugen die Gäste zurück. Die Blue Dolphins gingen mit einer 61:57-Führung ins Schlussviertel, das sie mit 21:15 Punkten gewannen und so den 85:74-Endstand herstellten.

Bezeichnend: Es war es ein Drei-Punkte-Wurf von Finja Schaake zwei Minuten vor Spielende, der den letzten Nagel in den Sarg der Heidelberger jagte. „Die Mannschaft hat viel Herz gezeigt“, lobte Unger und wandte sich an Marburgs Basketballfans: „Was wir in unserer Situation brauchen, ist kein Mitleid, sondern Unterstützung!“

von Benjamin Kaiser

  • BC Pharmaserv Marburg – USC Heidelberg 82:72 (42:40); Viertel-Ergebnisse: 19:15, 23:25, 19:17, 21:15. Marburg: Wagner (19/3), Klug (16), Schaake (13/2 Dreier), Wilke (13/2), Baker (8), White (6/1), Bonacker (4), Reeh (2), Simon (1). Heidelberg: Harris (22), Gianotti (17/2), Nash (16),Meusel (5), Arthur (5/1), Daub (4), Palenickova (2), Zipser (1). Zuschauer: 230.