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Wenn die Weltmeisterschaft über allem steht
Wenn die Weltmeisterschaft über allem steht
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15:31 16.12.2021
Pia Schwarz’ Traum ging in Erfüllung.
Pia Schwarz’ Traum ging in Erfüllung. Quelle: Privatfoto
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Jerusalem/Ratingen

Viele Sportlerinnen und Sportler träumen davon: Einmal bei einer Weltmeisterschaft für ihr Land auflaufen. Für Pia Schwarz ist dieser Wunsch bei der Flag-Football-WM in Jerusalem wahr geworden.

Die Footballspielerin, die bei den Marburg Mercenaries mit dem Sport anfing, nutzte diese einmalige Chance, an einem internationalen Turnier teilzunehmen. Auch wenn ihr Studium darunter litt. „Seitdem ich aus Israel zurückgekommen bin, lerne ich für die Uni. Dieses Semester ist alles ganz schön auf der Strecke

geblieben“, sagt die 26-jährige Master-Studentin, die seit Sommer bei der Nationalmannschaft eingebunden ist. Erst folgte ein Sichtungstraining für knapp 70 Spielerinnen, dann gab es an einem Wochenende in jedem Monat ein Trainingscamp in Frankfurt. „Weil nach jedem Camp einige gecuttet wurden, musste man immer sein Bestes geben. Anfangs hatte man auch ein gutes Gefühl, aber je weniger Spielerinnen es wurden, desto spannender wurde es“, sagt sie. Am Ende blieben noch 15 Flag-Footballerinnen übrig – Schwarz war eine von ihnen.

Ziele verändert

Doch nach der ersten übersprungenen Hürde mit der Nominierung folgte die zweite: die Corona-Pandemie. „Eine Woche vor dem geplanten Beginn der WM durfte niemand mehr nach Israel einreisen. Erst zwei oder drei Tage vorher haben wir das Okay von der Regierung bekommen, dass wir fliegen dürfen“, berichtet Schwarz. Mit einem halb leeren Flugzeug ging es dann von Frankfurt nach Jerusalem. „Mit dem Bus sind wir nach der Landung sofort ins Hotel gefahren worden.

Wir mussten in unserer Delegation bleiben und wurden nur zum Training oder den Partien abgeholt. Ansonsten durften wir uns in Jerusalem nichts anschauen. Das war schade, aber besser so als überhaupt keine WM“, merkt die Sportlerin, die auf der Position des Wide Receivers spielt, an. Mit ihrer persönlichen Leistungen bei dem Turnier sei sie zufrieden, jedoch habe sie sich mehr Spielzeit gewünscht. „Ich war eher ein Back-up, aber beim Turnier macht man das, was für das Team das Beste ist“, sagt Schwarz.

Für das Team haben sich die Ziele im Verlauf des Wettbewerbs verändert. Anfangs wollte man mindestens die Playoffs erreichen, da sich das Land damit automatisch für die World Games im kommenden Jahr in den USA qualifiziert hätte. „Wir hatten mit Mexiko, das am Ende Zweiter geworden ist, und Österreich als WM-Dritten eine starke Gruppe. Gegen beide haben wir gut mitgespielt“, fügt die Studentin an. Am Ende verpasste die deutsche Auswahl die Qualifikation, weil sie aufgrund einer Differenz aus erzielten und zugelassenen Punkten, den Kürzeren gegenüber dem Gruppenzweiten Österreich zogen. Am Ende stand der zehnte Platz. „Aber unter den Top-Ten der Welt zu sein ist auch nicht schlecht“, resümiert Schwarz.

Von Leonie Rink