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Lokalsport Comeback nach 622 Tagen
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07:58 17.04.2021
In dieser Szene passierte es: Im Pokalspiel gegen Wehrda zog sich Perry Junior Ofori (links) im Juli 2019 schwere Verletzungen zu.
In dieser Szene passierte es: Im Pokalspiel gegen Wehrda zog sich Perry Junior Ofori (links) im Juli 2019 schwere Verletzungen zu. Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Als am Dienstagabend im Stadion an der Kaiserlinde in Elversberg die 59. Minute lief, musste so mancher genauer hinschauen. Perry Junior Ofori kam für die Stadtallendorfer Eintracht ins Spiel – erstmals wieder nach etwas mehr als einem Jahr und acht Monaten Verletzungspause. Schon in den vergangenen Wochen fühlte sich der Fußballer bereit, brannte auf sein Comeback, das letztlich länger dauern sollte, als er es erwartet hatte.

„Vor dem Spiel habe ich mit Dragan (Sicaja, Trainer, Anmerkung der Redaktion) gesprochen und ihm bestätigt, dass ich eingewechselt werden kann – habe ihm aber auch gleich gesagt, dass ich 50 oder 60 Minuten nicht schaffe.“ Als es kurz nach der Pause schließlich von Betreuer Karl-Heinz Jarosch hieß „Ofori, mach’ dich warm!“, „dachte ich erst, er hat sich vertan“, erzählt der 24-Jährige. „Ich entgegnete: Karl-Heinz, es ist noch ein bisschen zu früh“, sagt Ofori und muss schmunzeln. Doch es blieb dabei: Er machte sich warm und wurde eingewechselt. „Ich habe es auch nicht bereut. Die Luft reichte, es hat sehr viel Spaß gemacht“, blickt der Innenverteidiger zurück.

Spaßig waren die vergangenen 20 Monate aus sportlicher Sicht nicht immer für den 24-Jährigen. Vielmehr war es eine Leidenszeit, die immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnet war und in der Operationen im August 2019, April 2020 und Dezember 2020 nötig waren, um wieder auf dem Spielfeld stehen zu können.

Am 30. Juli 2019 stieg Ofori im Kreispokalspiel gegen den FV Wehrda in die Luft, um den Ball zu erkämpfen – und verletzte sich dabei. Schwer. Sehr schwer. „Das vordere Kreuzband, das Innen- und Außenband sowie der Innen- und Außenmeniskus im linken Knie waren gerissen. Und ich hatte einen Knorpelschaden“, erzählt der Verteidiger.

Drei Monate nach der ersten Operation folgte die Physiotherapie, bei der er falsch behandelt worden sei. „Dabei habe ich Sprünge gemacht, bei denen mein Innenmeniskus gerissen ist. Das habe ich direkt gemerkt“, sagt Ofori. Als es für ihn nach einigen Monaten wieder bergauf ging, Ofori wieder drauf und dran war, den Anschluss zu finden, folgte im Herbst 2020 der nächste Rückschlag.

„Ende Oktober war ich in den Spielformen dabei. Da hatte ich ein gutes Gefühl, aber die letzten Prozente fehlten.“ Doch der 24-Jährige merkte auch, „dass ich immer eine Schwellung beim Beugen des Knies hatte“. Schmerzen waren die Folge. Nach ärztlicher Untersuchung und Rücksprache mit den Eintracht-Verantwortlichen entschied Ofori, sich erneut einem operativen Eingriff zu unterziehen.

Der Abwehrspieler will nicht verhehlen, dass die vergangenen Monate schwer für ihn waren. „Vor allem in meinem Alter ist das nicht einfach, weil du schon Regionalliga gespielt hast und hungrig bist, wieder auf dem Niveau zu spielen“, begründet er. Ob nach dem Comeback an diesem Samstag in Bahlingen sein zweiter Saisoneinsatz folgt, ist fraglich. Sicaja will seinen Schützling langsam heranführen (siehe Infobox).

Ofori lässt im OP-Gespräch keinen Zweifel daran, dass er brennt, wieder häufiger auf dem Platz zu stehen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt er augenzwinkernd. „Die nächsten Spiele will ich versuchen, wieder im Kader zu stehen. Ob ich dann spiele oder nicht, entscheidet der Trainer. Ich gebe mein Bestes.“

Regionalliga Südwest: Bahlinger SC – Eintracht Stadtallendorf, FC-Astoria Walldorf – SV Elversberg, FSV Frankfurt – RW Koblenz, FSV Mainz 05 II – Hessen Kassel, Kickers Offenbach – VfB Stuttgart II, SC Freiburg II – FK Pirmasens, SG Großaspach – Schott Mainz, TSG Hoffenheim II – FC Gießen, TSV Steinbach – FC Bayern Alzenau, VfR Aalen – FC Homburg (alle Sa., 14 Uhr).

Von Marcello Di Cicco