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Lokalsport Will strebt mit Dresden Richtung 2. Bundesliga
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10:28 27.02.2021
Paul Will (Zweiter von links) und Yannick Stark (Dritter von links) kämpfen im DFB-Pokal mit Toni Leistner vom Hamburger SV (links) um den Ball.
Paul Will (Zweiter von links) und Yannick Stark (Dritter von links) kämpfen im DFB-Pokal mit Toni Leistner vom Hamburger SV (links) um den Ball. Quelle: Robert Michael/dpa
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Marburg

„Aktuell surfen wir auf einer Welle“, freut sich Paul Will. Vor dem 1:1 am vergangenen Mittwoch gegen seinen Ex-Club Bayern München II hat der gebürtige Breidenbacher mit Dynamo Dresden dreimal in Folge gewonnen in der 3. Fußball-Liga. Mit vier Punkten Vorsprung grüßen die Sachsen von der Tabellenspitze vor dem FC Ingolstadt – jenem Team, das Will und Co. am Samstag (27. Februar, 14 Uhr / MDR und BR) empfangen. Erster gegen Zweiter, mehr Spitzenspiel geht nicht.

„Für uns stehen jetzt die Wochen der Wahrheit an. Ingolstadt ist ein wegweisendes Spiel“, will der 21-Jährige im Gespräch mit der OP zur Bedeutung der Partie nicht um den heißen Brei reden. Zumal klar ist: Der Weg soll für die Dresdner wieder zurück in die 2. Bundesliga führen. „Das war von Anfang an das große Ziel, und von diesem Weg haben wir uns nie abbringen lassen. Es zeichnet sich ab, dass der Aufstieg realisierbar ist“, ist Will guter Dinge.

16 Einsätze in dieser Saison

Der frühere Jugendspieler des FV Breidenbach und VfB Marburg hat seinen Anteil am Erfolg der SG Dynamo: In den bisherigen 24 Liga-Partien kam er zu 16 Einsätzen, elfmal spielte er über die volle Dauer, ein erstes Drittligator hat der Mittelfeldspieler ebenfalls vorzuweisen. Aufgrund eines Außenbandanrisses im Sprunggelenk, der konservativ – also ohne Operation – behandelt werden konnte, verpasste Will im Dezember vier Ligaspiele und die zweite DFB-Pokal-Runde gegen den SV Darmstadt 98 (0:3).

Seit diesem Jahr ist er aber wieder eine feste Größe im Team um Cheftrainer Markus Kauczinski. „Ich habe mich schneller als geplant herankämpfen können, von einem Ausfall profitiert und im ersten Spiel nach meiner Verletzung gegen Kaiserslautern ganz gut gespielt.“ In einem Trainingsspiel während der spielfreien Zeit Mitte Januar hatte sich Will kurz zuvor schon angeboten – und schließlich das Vertrauen erhalten. „Dieses Vertrauen habe ich zurückgezahlt“, meint Will, der inzwischen mit Julius Kade auf der „Sechser“-Position spielt und dort weiter seinen Teil dazu beitragen will, dass am Ende der Klassensprung steht.

Ziel ist der Aufstieg

Bei seinem Wechsel zum achtfachen DDR-Meister und früheren Bundesligisten im vergangenen Sommer hatte Will einen Vertrag bis Juni 2023 unterschrieben. Sollte in den ersten beiden Spielzeiten der Aufstieg gelingen, würde sich sein Arbeitspapier automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. Entsprechend deutlich formuliert der gebürtige Hinterländer, dass ihn im Falle einer Zweitliga-Rückkehr noch in dieser Runde nichts wegziehen würde aus der Landeshauptstadt.

„Es ist immer schön, den Aufstieg mit dem Verein zu schaffen, in dem man bekannt, eine feste Größe ist. Dann ist es immer einfacher. Man sollte in so einem Fall nicht größenwahnsinnig werden“, sagt Will, für den es „ein guter nächster Schritt“ wäre, „mit demselben Verein in der 2. Liga zu spielen“.

Aufstiegserprobt ist Will auf jeden Fall: Mit der Münchner Zweitvertretung wurde Will 2019 Meister der Regionalliga Bayern, in der darauffolgenden Spielzeit wurde er mit der FCB-Reserve Drittliga-Meister. Da es sich um eine zweite Mannschaft handelt, durfte das Team laut DFB-Statuten nicht aufsteigen. Diesmal wäre es nicht nur wieder realistisch, es wäre sogar möglich.

Der Profi fühlt mit den Amateuren

Für Deutschlands Amateurfußballer ruht wegen der  Corona-Beschränkungen seit nunmehr fast vier Monaten der Ball. Drittligafußballer Paul Will ist mit Dynamo Dresden nicht von diesen Beschränkungen betroffen, weiß aber genau um das Privileg, das er als Profi derzeit genießt. „Ich habe im Sommer beim FV Breidenbach mittrainiert, um mich fitzuhalten. Über Insta­gram habe ich daher noch Kontakt mit einigen Spielern. Diese Jungs beneiden mich schon, dass ich mein Hobby weiter ausleben, dass ich spielen und trainieren darf und sie leider nicht“, erzählt Will, der zudem in regelmäßigem Kontakt mit ehemaligen Mitschülern und Mitspielern aus seiner Zeit beim 1. FC Kaiserlautern steht. „Die können auch alle nicht spielen.“  

Von Marcello Di Cicco