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Noemi Ristau qualifiziert sich für Paralympics
Noemi Ristau qualifiziert sich für Paralympics
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15:00 05.01.2022
Wollen nach geschaffter Qualifikation bei den Paralympics in Peking um eine Medaille kämpfen: Noemi Ristau (links) und ihre Begleitläuferin Paula Brenzel. (Archivfoto)
Wollen nach geschaffter Qualifikation bei den Paralympics in Peking um eine Medaille kämpfen: Noemi Ristau (links) und ihre Begleitläuferin Paula Brenzel. (Archivfoto) Quelle: Luc Percival
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Marburg

Pflicht erfüllt, die Paralympics können kommen: Die sehgeschädigte Marburger Skifahrerin Noemi Ristau hat sich in St. Moritz mit ihrer Begleitfahrerin Paula Brenzel (Bad Hersfeld) für die im März stattfindenden Paralympischen Winterspiele in Peking qualifiziert. Eigentlich wollte das Duo im Schweizer Wintersportort trainieren, um wieder in Tritt zu kommen. Ristau hatte sich Ende September das hintere Kreuzband im linken Knie gerissen.

Schließlich gingen Ristau/Brenzel bei den Weltcup-Slalomrennen an den Start – und schafften die geforderte Platzierung unter den Top Drei. „Insgesamt hatte ich ein echt gutes Gefühl, auch wenn ich gemerkt habe, dass mir noch etwas Schnellkraft fehlt“, freute sich die 30-Jährige nicht nur über die geschaffte Qualifikation, sondern auch über ihren guten körperlichen Zustand nach der Verletzung.

Nur Österreicherin und Britin sind schneller als Ristau

Im ersten Rennen lief für Ristau und Brenzel noch nicht alles nach Plan. „Im zweiten Lauf bin ich am letzten Tor vorbeigefahren“, sagt die Athletin der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg. Dies führte zur Disqualifikation. Es gewann die Österreicherin Barbara Aigner souverän in 1:36,70 Minuten vor ihrer Landsfrau Elina Stary (1:43,0) und der Slowakin Henrieta Farkasova (1:43,19). Die deutsche Rennläuferin Luisa Grube wurde Zehnte (1:58,41).

Im zweiten Rennen machten Ristau/Brenzel das Paralympics-Ticket klar: Hinter Aigner (1:37,20) und der Britin Menna Fitzpatrick (1:43,09) landete das hessische Duo in 1:46,75 Minuten und deutlich vor der Italienerin Chiara Mazzel (1:50,31) sowie der Niederländerin Maaike Bennink (1:59,24) auf dem dritten Podestplatz, den Ristau und Brenzel mindestens auch gerne beim sportlichen Großereignis des Jahres in China holen würden.

Para-Skifahrerin Noemi Ristau (rechts) und ihre Begleitfahrerin Paula Brenzel.  Quelle: Privatfoto

Bereits im November hatten beide im OP-Gespräch bekundet, dass eine paralympische Medaille das Ziel ist. 2018 hatte die gebürtige Großostheimerin bei ihrer ersten Teilnahme an Paralympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang zweimal als Vierte nur um Haaresbreite das Podium verpasst.

Ehe in knapp zwei Monaten die Jagd nach Paralympischen Medaillen für die hessischen Sportlerinnen losgeht, steht die Weltmeisterschaft im norwegischen Lillehammer auf dem Programm. Am 10. Januar startet die WM, für Ristau und Brenzel vier Tage später. Nach Rücksprache mit ihrem Trainer wird die Marburgerin aus Vorsicht nur in den Technikdisziplinen Slalom und Riesenslalom an den Start gehen – nicht in ihrer Paradedisziplin Super-G, was die 30-Jährige bedauert. „Ich wäre bei den Speed-Rennen gerne bei der WM gestartet“, gesteht Ristau. Stattdessen plant sie, im Februar damit ins Training einzusteigen.

Von Marcello Di Cicco