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Die Marburger Offensive liefert
Die Marburger Offensive liefert
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21:34 13.06.2021
Aaron Seward, hier im Spiel gegen die Allgäu Comets, steuerte einen Touchdown zum Marburger 38:29-Sieg bei den Stuttgart Scorpions bei.
Aaron Seward, hier im Spiel gegen die Allgäu Comets, steuerte einen Touchdown zum Marburger 38:29-Sieg bei den Stuttgart Scorpions bei. Quelle: Thorsten Richter
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Stuttgart

Er vertraue auf das Potenzial seiner Spieler, hatte Cheftrainer Joe Tricario vor der Partie bei den Stuttgart Scorpions im Rückblick auf die 7:31-Niederlage im ersten Saisonspiel der German Football League (GFL) gegen die Allgäu Comets gesagt. Und: Das Team müsse „nur die mentalen Fehler reduzieren“ – das gelang ihm in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Zwar leisteten sich die Mercenaries erneut einige unnötige Strafen, passten aber in Ballbesitz besser auf das Spielgerät auf.

Einen großen Anteil am 38:29-Sieg hatte in Marcus Cox ein Spieler, der in der Vorwoche verletzungsbedingt gefehlt hatte. Der Runningback lief gleich drei Mal in die Stuttgarter Endzone. Überhaupt klappte das Laufspiel deutlich besser als im Auftaktspiel.

Guter Start der „Söldner“

Vor rund 500 Zuschauern erwischten die Marburger einen guten Start: Den ersten Drive der Stuttgarter stoppten sie, kamen in Ballbesitz. Aaron Seward riss sich los, lief in die Endzone. Philip Eichhorn hatte jedoch gehalten. Bremsen ließen sich die „Söldner“ davon nur kurz: Cow brach auf der rechten Seite durch – 6:0 nach fünf Minuten.

Kicker Nicola Pirone verwandelte den Point after Touchdown (PAT). Und es kam im ersten Viertel noch besser: Wieder wurden die Scorpions schnell gestoppt, wieder führte Quarterback Sonny Weishaupt sein Team übers Feld, wieder drang Cox in die Endzone ein, wieder zielte Pirone genau genug – 14:0.

Lauf nicht zu stoppen

Die Stuttgarter, die in der Vorwoche mit 6:35 bei den Saarland Hurricanes verloren hatten, zeigten ab dem zweiten Viertel, dass sie in der GFL durchaus konkurrenzfähig sind: Keine drei Minuten waren von der Uhr, als sich Giacomo DePauli mit einem Lauf nicht aufhalten ließ. Die Marburger Offensive war davon zunächst nicht beeindruckt: Seward fing einen Pass von Weishaupt – diesmal war keine Flagge im Spiel.

Eine Spielminute später die nächsten Punkte: Diesmal bediente Weishaupt Niklas Fengler. Zwischen beiden Touchdowns hatte Sebastian Brand beim Kickoff die Unachtsamkeit der Gastgeber ausgenutzt und den Ball erobert. Mit 14:28 aus Stuttgarter Sicht ging es in die Halbzeitpause, nachdem Quarterback Wyatt Hutchinson einen tiefen Pass bei Luca Faschian angebracht hatte.

Die Schlussphase gehört den Mercenaries

Die Scorpions-Defensive hatte sich nun besser auf das Marburger Angriffsspiel eingestellt, auch offensiv lief es beim Heimteam besser. Nachdem Hutchinson eine Lücke fand und aus der eigenen Hälfte in die Endzone lief – der PAT wurde vergeben – und ein Fieldgoal zum Zwischenstand von 23:28 führte, schien das Momentum aufseiten der „Skorpione“.

Doch im Schlussviertel lieferte die Mercenaries-Offensive wieder: Pirone erhöhte zunächst per Fieldgoal auf 31:23, ehe Cox zu seinem dritten Touchdown lief. Zwar kam auch DePauli noch einmal in die Endzone, doch der PAT ging beim Stand von 29:38 aus Stuttgarter Sicht daneben – und das Spiel war 54 Sekunden vor Schluss entschieden.

Von Stefan Weisbrod