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Lokalsport Oberligisten kämpfen juristisch für Aufstiegsrecht
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08:58 16.05.2021
Bleibt es dabei, dass zur kommenden Saison keine Aufsteiger zur Regionalliga Südwest zugelassen werden, muss Kevin Hillmann (am Boden) mit der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz auch in der nächsten Runde in der Hessenliga spielen – dann wieder gegen Eintracht Stadtallendorf.
Bleibt es dabei, dass zur kommenden Saison keine Aufsteiger zur Regionalliga Südwest zugelassen werden, muss Kevin Hillmann (am Boden) mit der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz auch in der nächsten Runde in der Hessenliga spielen – dann wieder gegen Eintracht Stadtallendorf. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Karlsruhe

Gegen die Entscheidung der Gesellschafterversammlung und Spielkommission der Regionalliga Südwest GbR, für die kommende Fußballsaison keine Aufsteiger aus den der Südweststaffel nachgeordneten Ligen der einzelnen Landesverbände zuzulassen (siehe Infobox), regt sich eine breite Front, die die Entscheidung der Liga-Gesellschaft juristisch prüfen lässt.

Wie die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz auf ihrer Homepage mitteilt, werden sich die Osthessen an dem Rechtsstreit beteiligen. „Den Zuspruch, den wir in den letzten Tagen bekommen haben, unter anderem auch von anderen betroffenen Oberligisten aus ganz Deutschland, bestärkt uns darin, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf und kämpfen muss. Wir sind es unseren Spielern, Helfern, Fans und Sponsoren schuldig, alles zu tun“, sagt Manager Sebastian Möller laut Vereinswebseite. Die 2018 aus den Vereinen Borussia Fulda und TSV Lehnerz entstandene SG führte die Hessenliga zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs nach zwölf Spielen an.

In der Oberliga Baden-Württemberg war der SGV Freiberg auf Aufstiegskurs – ehe für den Tabellenführer im Südwesten nach erst 13 von 40 Spieltagen Corona-bedingt Schluss war. Freibergs Präsident Emir Cerkez macht auf der Internetseite des Klubs klar, dass sich der Spitzenreiter eine sportliche Lösung gewünscht hätte – und zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung zur Nichtzulassung der Oberligisten: „Die Entscheidung des Verbandes und dessen fragwürdige Kommunikationspolitik hat ein sehr einseitiges Interesse offenbart, die Regionalligisten allein in dieser Ausnahmesituation zu begünstigen. Kleinere Vereine, die ebenfalls von der Pandemie getroffen sind und ohne Schuld um den Lohn ihrer Arbeit gebracht worden sind, allein zu lassen, finden wir (...) sehr enttäuschend.“

Auch die Tabellenführer VfR Wormatia Worms (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Süd) und der SV Eintracht Trier (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord) legen Beschwerde beim Berufungsgericht der Liga-Gesellschaft ein, wie beide Vereine auf ihren Internetseiten bekannt geben. Für die Wormaten ist der Beschluss der Liga, keine Aufsteiger zuzulassen, „bereits formell satzungs- und damit rechtswidrig, weil die Spielkommission für Änderungen der Spielordnung oder der Zulassungsordnung der Regionalliga Südwest nicht zuständig ist“, schreibt der VfR auf seiner Webseite. „Weiterhin ist er rechtswidrig, weil er keine Rechtsgrundlage hat, sogar willkürlich ist und den VfR Wormatia in seinen Rechten verletzt. Eine Regeländerung während der laufenden oder nach der abgeschlossenen Saison verstößt fundamental gegen den Gedanken des Fairplay, das Bestimmtheitsgebot wie auch gegen das Verbot einer Rückwirkung.“ Die Wormser fordern neben der Zurücknahme des Liga-Beschlusses die Teilnahme an den Aufstiegsspielen beziehungsweise – bei deren Nichtdurchführbarkeit oder der Nichtmeldung weiterer Mannschaften – als Aufsteiger in die Regionalliga aufgenommen zu werden.

Nach dem Abstieg aus der Südweststaffel in der Spielzeit 2017/18 drängen auch die Stuttgarter Kickers, Tabellenzweiter der Oberliga Baden-Württemberg, zurück in die Viertklassigkeit. Auf ihrer Homepage teilen die Schwaben mit, dass sie wegen der fehlenden Aufstiegsmöglichkeit beim Landgericht Stuttgart Anträge auf den Erlass einstweiliger Verfügungen eingereicht haben. Die „Blauen“ monieren, dass nicht in Betracht gezogen worden sei, Aufsteiger – etwa durch Entscheidungsspiele – auf sportlichem Weg zu ermitteln. Laut Kickers-Sportchef Lutz Siebrecht sei derzeit durch die Impfungen und sinkenden Inzidenzzahlen eine Aufbruchstimmung spürbar, Biergärten würden geöffnet. Vor diesem Hintergrund hätte man auch die Zeit finden können, die noch ausstehenden Hinrundenspiele der Oberliga-Saison und die Relegationsspiele zur Regionalliga auszutragen, meint Siebrecht.

Von Marcello Di Cicco

Zu wenig Spiele für Aufstieg absolviert

Nach einer Rechtsprüfung hatten die Gesellschafterversammlung und die Spielkommission der Fußball- Regionalliga Südwest GbR am 29. April beschlossen, in dieser Saison keine Aufsteiger aus den nachgeordneten Oberligen Hessen,  Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saar zuzulassen. Als Grund teilte die Liga-Gesellschaft mit, dass die Voraussetzung für die sportliche Qualifikation zur Regionalliga Südwest nicht erfüllt sei, da in dieser Saison in keiner der genannten Ligen mindestens die Hälfte der im jeweiligen Spielmodus vorgesehenen Partien absolviert wurde.  red