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08:36 11.07.2019
Louis Weßels beeindruckte gestern mit seinen Vorhandschlägen. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
Marburg

Was Louis Weßels am Mittwoch mit seiner Vorhand zelebrierte, war erstklassig. Der 19-Jährige, der von Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann am Bundesstützpunkt in München trainiert wird, brachte es nach dem letztlich souveränen Zweisatzsieg (7:6, 6:0) gegen den ebenfalls 19-jährigen Argentinier Federico Moreno auf den Punkt: „Wäre meine Rückhand genauso stark wie meine Vorhand, würde ich nicht hier in Marburg spielen.“

Dass Weßels immer noch ITF-Turniere wie das in Marburg spielt, liegt allerdings nicht an seiner keinesfalls schwachen, aber noch verbesserungswürdigen Rückhand, sondern ist auch der Tatsache geschuldet, dass im vergangenen Jahr das Weltranglisten-Punkte-System verändert wurde. Denn vom Ranking her hätte Weßels bereits an den ATP-Challenger-Turnieren teilnehmen können: „Ich war 2018 unter den besten 300, dann wurde das System geändert, also muss ich nochmal ein Jahr ITF spielen.“

Allerdings war auch die Teilnahme in Marburg in Gefahr. Weßels hat das laufende Jahr die Hälfte aller Turniere verpasst und konnte auch vor den Marburg Open nicht trainieren. „Mich hat es arg gebeutelt. Ich hatte dieses Jahr bereits drei Außenbandrisse im selben Fuß.“ Deshalb spielte er gestern auch mit einer Bandage am rechten Fuß. Anzumerken war es ihm nicht – auch wenn seine Laufarbeit nicht optimal war.

„In der Tat kann und muss er daran noch arbeiten, allerdings wirkt die Laufarbeit bei einem 2,01 Meter großen Spieler immer etwas anders als bei einem kleinen Spieler“, merkte sein Trainer Michael Kohlmann nach dem Match an. Apropos Laufarbeit: Sein Gegner Moreno absolvierte ein enormes Pensum, wurde von Weßels immer wieder von einer in die andere Ecke geschickt. Er gab keinen Ball auf und kämpfte sich immerhin in den Tiebreak des erstes Satzes. „Trotzdem hatte ich das Gefühl, jederzeit alles im Griff zu haben“, sagte Weßels. Das schnelle 6:0 in Satz zwei gab ihm im Nachhinein recht.

Böse Blicke 
in Richtung Lacher

Weitaus mehr zu kämpfen hatte indes der in Marburg an Nummer zwei gesetzte Niederländer Ryan Nijboer – mit seinem Gegner und Teilen des Publikums. Die fingen nämlich zweimal an zu lachen. Einmal bei einem Stoppball des Brasilianers Joao Lucas Reis da Silva, der so stark angeschnitten war, dass er von Nijboers Feld zurück ins eigene sprang, ohne dass Nijboer in der Lage war, den Ball zu treffen. Ein anderes Mal, als der Niederländer einen relativ leichten Überkopfball nur mit dem Rahmen traf und der Ball im Nirvana landete.

Die Lacher ernteten die bösen Blicke des Niederländers. Kein Grund für Nijboer nachzukarten: „Ich bin das erste Mal in Marburg. Die Organisation und die Stimmung hier ist gut. Ich war heute nicht fokussiert genug, deshalb habe ich mich etwas schwer getan. Ich muss noch daran arbeiten, mich nicht von den Zuschauern ablenken zu lassen“, sagte er selbstkritisch nach seinem Achtelfinal-Einzug nach 6:2, 5:7 und 6:3 über da Silva.     

 von Michael E. Schmidt

Marburg Open

1. Runde, Einzel
• Gibril Diarra (AUT) – Lasse
Muscheites (GER) 6:4, 4:6, 6:7 (3:7); • Tim Heger (GER) – Yannik Steinegger (SUI) 1:6, 6:4, 4:6; • Louis Weßels (GER, 1) – Frederico Moreno (ARG) 7:6 (7:5), 6:0; •  Buvaysar Gadamauri (BEL) – Raphael Baltensperger (SUI, 8) 3:6, 6:4, 6:2; •  Joao Lucas Reis da Silva (BRA) – Ryan Nijboer (NED, 2) 2:6, 7:5, 3:6; •  Valentin Günther (GER) – James Frawley (AUS, 3) 6:4, 7:6 (8:6); • Karlo Cubelcic (GER) – Bastien Presuhn (GER) 6:3, 6:3; • Bart van den Berg (NED) – Patrick Zahraj (GER) 6:3, 7:6.
Achtelfinale Doppel
• Filip Bergevi/George Botezan (SWE/ROU) – Jim Walder/Jordi Walder (GER) 6:3, 6:4; • Tuna Altuna/Aleksandre Metreveli (TUR/GEO) – Jesper de Jong/Ryan Nijboer (NED) 7:6, 2:6, 10:8.

Heute spielen
Achtelfinale, Einzel (ab 11 Uhr), Sparkassen Court: Mats Rosenkranz (GER) – Buvaysar Gadamauri (BEL); nicht vor 12:30 Uhr: Louis Weßels (GER) – Karlo Cubelic (GER); Ondrej Krstev (CZE) – Kai Wehnelt (GER); nicht vor 16:30 Uhr: Mirko Martinez (SUI) – Patrick Zahraj(GER).
Achtelfinale, Einzel (ab 11 Uhr), SundS Court: Mauricio Echazú (PER) – Lasse Muscheites (GER); Robin Stanek (CZE) – Valentin Günther (GER); nicht vor 14 Uhr: Yannik Steinegger (SUI) – Ryan Nijboer (NED).
Achtelfinale, Einzel (ab 12 Uhr), MEG Court: George Botezan (ROU) – Jesper De Jong (NED).
Viertelfinale, Doppel (im Anschluss an die Einzel): Frawley (AUS)/Rosenkranz (GER) – Rother/Weßels (GER); Bosnjak/Dellavedova (AUS) – Altuna (TUR)/Metreveli (GEO); Mannapov (GER)/Stanek (CZE) – Echazu (PER)/Moreno (ARG); Bergevi (SWE)/Botezan (ROU) – Antonescu/Grigoriu (ROU).

Programm heute
15 Uhr: Kids trainieren mit Profis – Gelegenheit für Kinder und Jugendliche aus dem Tenniskreis zum Training mit den Turnierteilnehmern.
19 Uhr: Abendprogramm im Tennisdorf mit Tombolaverlosung.