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Lokalsport Noemi Ristau gewinnt erstmals den Weltcup
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16:57 30.04.2020
Noemi Ristau (links) gewann mit ihrer Begleitläuferin Paula Brenzel den Para-Ski-Weltcup. Quelle: Foto: Luc Percival
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Marburg

Der sehgeschädigten Skirennfahrerin Noemi Ristau (28) aus Marburg und ihrer Begleitläuferin Paula Brenzel (20) aus Schenklengsfeld erging es Mitte März nicht anders als anderen Sportlern.

Wegen der Coronavirus-Pandemie waren und wurden Wettkämpfe abgesagt – so auch der Para-Ski-Weltcup.

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„Die Situation war zu diesem Zeitpunkt etwas ungewiss, weil wir nicht wussten, ob es überhaupt eine Gesamtwertung gibt“, erzählt Ristau. Inzwischen steht fest: Es gibt ein Klassement, und in dem führten zum Zeitpunkt des Abbruchs – für das Duo überraschend – Ristau/Brenzel, die zuvor noch den zweiten Platz in der Gesamtwertung belegt hatten, ehe diese aktualisiert wurde.

Wehmut über abrupten Abbruch

Für Ristau und Brenzel, die erst seit vergangener Saison als Guide der Marburgerin fährt, ist es das erste Mal seit ihrer Premierensaison vor drei Jahren, dass sie den Weltcup gewonnen hat.

„Wir freuen uns, das erste Mal einen Crystal Globe verliehen zu bekommen“, sagt Ristau – wenngleich beiden die Trophäe noch nicht verliehen wurde. „Ich bin gespannt, wie wir sie überreicht bekommen“, sagt Ristau angesichts der coronabedingten Einschränkungen.

In die Freude über den Sieg mischt sich bei der 28-Jährigen auch etwas Bedauern, dass es mitten in der Saison so rapide „von 100 auf 0“ (Ristau) ging. Etwas mehr als 15 Weltcuprennen in Schweden und Norwegen hätten noch im Rennkalender gestanden.

Ausspannen ist nicht

„Es ist schade, weil wir gerade so gut in Form waren“, blickt Ristau zurück. In Skandinavien standen noch einige Speed-Rennen an, auf die sich das Duo besonders akribisch vorbereitet hatte.

Trotzdem überwiegt die Freude über eine erfolgreiche Serie, in der sie 24 Medaillen holten – darunter dreimal Bronze im Europacup, dreimal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze im Weltcup sowie zweimal Gold bei den internationalen Deutschen und zweimal Silber bei den internationalen Österreichischen Meisterschaften.

Auch wenn die Wintersport-Saison beendet ist – ausspannen war für Ristau nur kurzzeitig angesagt. „Ich trainiere derzeit zwischen ein und drei Stunden täglich“, erzählt die Weltcup-Siegerin.

Von Marcello Di Cicco

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