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Lokalsport Ein Kraftpaket mit gutem Torriecher
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14:58 23.03.2021
Wenn Nicolai Lorch (Mitte) – wie hier beim Rhiel-Cup gegen Beltershausen – zum Torschuss kommt, haben Torhüter häufiger mal das Nachsehen.
Wenn Nicolai Lorch (Mitte) – wie hier beim Rhiel-Cup gegen Beltershausen – zum Torschuss kommt, haben Torhüter häufiger mal das Nachsehen. Quelle: Thorsten Richter
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Rauischholzhausen

1,70 Meter ist Nicolai Lorch groß, 85 Kilogramm ist er schwer – was aber nicht an Übergewicht liegt. Im Gegenteil. Seit zehn Jahren betreibt der Stürmer der Spvgg Rauischholzhausen Kraftsport, hat seitdem knapp 15 Kilogramm an Gewicht zugelegt – und der 26-Jährige stellt unter Beweis, dass Muskelberge einen Fußballer nicht daran hindern müssen, ein Torjäger zu sein.

In der vergangenen abgebrochenen Saison war der in Kirchhain tätige Großhandelskaufmann mit 28 Treffern Torschützenkönig in der Kreisliga A Marburg. In der aktuell wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit belegt er mit 15 Buden den zweiten Platz hinter Gian-Luca Sanzone (22) vom VfL Neustadt.

Lorch: Man kann sich in Zweikämpfen besser durchsetzen

„Der Vorteil an einer Statur wie der meinen ist, dass man sich in Zweikämpfen besser durchsetzen kann und auch, dass man im Oberkörper nicht ganz so verletzungsanfällig ist. Der Nachteil ist, dass ich ein bisschen an Geschwindigkeit und Beweglichkeit verloren habe“, räumt Lorch ein.

Warum er trotzdem trifft und trifft? „Hat mit dem jahrelangen Stürmerinstinkt zu tun, mit Cleverness und dem Erahnen von Laufwegen“, meint der gebürtige Rauischholzhäuser, der in seiner Laufbahn so gut wie nie auf einer anderen Position gespielt hat.

Viermal pro Woche wird in der Garage trainiert

Zweimal wöchentlich trainiert er mit dem runden Leder, viermal pro Woche – immer etwa zwei Stunden pro Einheit – in seinem in der eigenen Garage hergerichteten Homestudio, in dem ihm fünf Geräte zur Verfügung stehen. „Mit denen kann ich alles abdecken, was ich für ein umfangreiches Training brauche“, sagt Lorch, der seit einigen Monaten auch ins Fitnessstudio geht und auf seine Ernährung achtet.

„Ich habe zwar keinen festen Plan, was genau ich esse, achte aber darauf, zu bestimmten Uhrzeiten zu essen und was ich an Kohlehydraten, Eiweißen und Fetten zu mir nehme“, sagt der Goalgetter. Was für ihn der Reiz am Kraftsport ausmacht? „Ich mag diesen Fitness-Lifestyle“, sagt der 26-Jährige, „ganz ohne Fußball geht es aber nicht.“ Auch deswegen sei Bodybuilding, wozu auch das Zurschaustellen des gestählten Körpers auf einer Bühne gehört, für ihn kein Thema. „Dann kannst du Fußball vergessen“, weiß er.

Ziel sind fünf Einheiten pro Woche

Dennoch wird sich der 26-Jährige künftig noch etwas mehr dem Stemmen von Gewichten widmen. Auf fünf Einheiten pro Woche will Lorch sein Krafttraining-Umfang steigern, dagegen seinen Trainingsumfang beim Fußball auf eine Einheit reduzieren – auch um sich das Rüstzeug für den beliebten Mannschaftssport zu holen, erklärt er im Gespräch mit der OP.

Bis auf eine Saison mit Eintracht Stadtallendorf in der Hessenliga (2013/14) hat Lorch ausschließlich für seinen Heimatverein gespielt, zuletzt aber nicht ganz störungsfrei. „Ich konnte die vergangenen drei Saisons nie komplett durchspielen, bin oft mehrere Wochen oder sogar Monate ausgefallen. Ich hatte öfters muskuläre Probleme im hinteren Oberschenkel, weswegen ich häufig zum Orthopäden musste.“

Lorch will Beintraining intensivieren

Damit soll nun Schluss sein. „Ich will mein Beintraining intensivieren“, sagt Lorch. So mancher Keeper und Abwehrspieler dürfte dies nicht allzu gern hören.

Von Marcello Di Cicco