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16:58 25.03.2021
Szene aus dem Finale des „Meier-III-Cups“ 2019 mit Piergiorgio Zucca vom VfB Wetter (links) und Ebu Cin vom VfB Marburg. Ob das Turnier, das im Vorjahr abgesagt wurde, in diesem Sommer wieder stattfindet, ist offen.
Szene aus dem Finale des „Meier-III-Cups“ 2019 mit Piergiorgio Zucca vom VfB Wetter (links) und Ebu Cin vom VfB Marburg. Ob das Turnier, das im Vorjahr abgesagt wurde, in diesem Sommer wieder stattfindet, ist offen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Am Samstag dürfte der Abbruch und die Annullierung der Saison 2020/2021 beschlossen werden – alles andere wäre eine große Überraschung. Völlig offen scheint jedoch, wann und wie es mit dem Amateurfußball in Hessen weitergeht, ob etwa im Sommer eine neue Spielzeit beginnen kann. Viele Offizielle in den Fußballkreisen und bei Vereinen setzen darauf, dass bereits im Juli erste Ligaspiele stattfinden können. Aber was würde dann aus den Vorbereitungsturnieren, die traditionell in diesem Zeitraum stattfinden? Die OP fragt bei den Ausrichtern der größten Veranstaltungen nach ...

Recht sicher ist, dass es beim SV Bauerbach erneut kein klassisches Wochenturnier im K.-o.-Modus geben wird. Bereits im Vorjahr wurde stattdessen an einem Wochenende gespielt, jedes teilnehmende Team am „Sparkassen-Versicherungs-Cup“ war nur an einem Tag im Einsatz. Am ersten Tag spielten A-Ligisten einen Turniersieger aus, am zweiten Kreisoberligisten und am dritten Gruppen- und Verbandsligisten. Dieser Modus, sagt der Vorsitzende Edmund Euker, sei „sehr gut angekommen, sowohl bei den Vereinen als auch bei den Zuschauern“.

Er sieht mehrere Vorteile: „Die Trainer wissen, an welchem Tag ihre Mannschaft spielt. Sie müssen nicht umplanen, je nachdem ob ihr Team ausscheidet oder weiterkommt. Außerdem ist es mit vier Teams pro Abend einfacher, ein Hygienekonzept umzusetzen.“ Im vorherigen Modus wurden an jedem Spieltag mindestens drei Partien ausgetragen, unter der Woche waren somit je sechs Teams im Einsatz. „Wir haben vier Kabinen. Wenn es vier Mannschaften sind, hätte jede ihre eigene“, erläutert Euker. Es sei zwar „noch nichts festgelegt“, aber: „Wenn der Cup stattfinden kann, dann wäre das der Modus, den wir favorisieren.“

Denkbar sei, auch mehr als drei einzelne Tagesturniere auszuspielen, etwa ein weiteres für Hessenligisten und eines für B-Ligisten. Details, etwa auch zum Hygienekonzept, Teilnehmern und dem Zeitraum „können wir aber sinnvoll erst klären, wenn absehbar ist, ob und wann im Sommer Fußball gespielt werden kann“, sagt Euker. Vier bis fünf Wochen, meint er, würden dann zur Vorbereitung des Cups ausreichen.

Der traditionsreiche „Meier-III-Cup“ des SV Beltershausen war im Vorjahr ausgefallen. Bislang gibt es keine konkreten Planungen für eine Austragung in diesem Sommer, wie der Vorsitzende Andreas Rautäschlein sagt – eine Absage bedeute das aber nicht: „Die Lage ist aktuell noch zu unklar.“

Auch die Verantwortlichen des RSV Roßdorf setzen bei ihren Planungen für den traditionellen „Rhiel-Cup“ angesichts der pandemischen Unwägbarkeiten auf den Faktor Zeit. In Stein gemeißelt sei es noch nicht, RSV-Sprecher Reinhard Ried sieht aber eine klare Tendenz: „Dass der Rhiel-Cup abgesagt wird, steht so gut wie fest.“ Wenn die Vorbereitungszeit auf die neue Runde – wie im vergangenen Jahr – zu knapp wird, sei eine Austragung des Turniers nicht umsetzbar. Auch müsse die Chance bestehen, dass sich das Turnier aus finanzieller Sicht lohne. „Nur um des Fußballspielen willens, kannst du es nicht durchführen“, lässt Ried durchblicken. Allerdings hofft der Verein darauf, „etwas in kleinerem Rahmen“ durchführen zu können. „Generell stehen wir in den Startlöchern bereit, um zu planen“, sagt Ried.

Bereits abgesagt ist der „Kahl- und Schlichterle-Cup“, der auch im vergangenen Jahr schon ausgefallen war. Die Entscheidung sei vom Vorstand des TSV Ernsthausen in Absprache mit Initiator Peter Schlichterle getroffen worden, teilt der Verein aus dem Ortsteil der Gemeinde Burgwald mit. Für das Turnier, an dem in der Vergangenheit stets auch einige Mannschaften aus den Fußballkreisen Marburg und Biedenkopf teilgenommen hatten, soll es aber nur eine Verlängerung der Corona-bedingten Pause sein: „Im Jahr 2022 werden wir vom 12. bis 17. Juli den nächsten Versuch wagen“, sagt Sprecher Lorenz Redder.

Von Stefan Weisbrod und Marcello Di Cicco