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Lokalsport Neue Reglungen für Individualsport
Sport Lokalsport Lokalsport Neue Reglungen für Individualsport
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16:00 05.11.2020
Bogenschießen ist eine der Individualsportarten, die ab heute pausieren müssen. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Der Schützenverein Moischt hat in den vergangenen Monaten alle Corona-Verordnungen umgesetzt. Nun folgt eine neue Einschränkung für alle Individualsportler: Ab heute (5. November) gelten neue Regelungen, die den Sportbetrieb weiter begrenzen. Dazu gehört, wie das Hessische Innenministerium bekanntgab, dass alle gedeckten Sportanlagen wie Hallen oder Schießstände und Sportanlagen im Freien geschlossen werden.

Dagegen ist es weiter möglich – unter Einhaltung der Hygiene-Regeln – allein, zu zweit oder mit bis zu zehn Personen aus zwei Hausständen in der Öffentlichkeit Sport zu betreiben. Als Beispiel nennt das Ministerium hier Joggen oder Radfahren.

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Der SV Moischt hat seinen Bogenschießplatz in zwei Hälften unterteilt, legte zusätzlich einen weiteren Platz an und stellte eine Sporthalle zur Verfügung. Dazu baute der Verein eine Datenbank auf, in der sich die Mitglieder eintragen konnten, wann sie den Platz oder die Halle nutzen möchten.

„Dass wir nun alles schließen müssen, halte ich für überzogen. Zumal beispielsweise im Tennis zwei Personen weit auseinander auf dem Platz stehen. Bei uns ist sogar nur eine Person auf dem Gelände, die erst an ihrer Schießposition die Maske abnimmt“, sagt SV-Vorstand Michael Bette.

Sportkreis-Geschäftsführer Jacobi kritisiert Regelungen

Auch der Geschäftsführer des Sportkreises Marburg-Biedenkopf, Peter Jacobi, kann die Verschärfungen nicht ganz nachvollziehen. „Man nimmt den Sportlern und Bürgern eine zusätzliche Möglichkeit, sich während der kalten Jahreszeit zu bewegen und damit ihr Immunsystem zu stärken“, begründet Jacobi.

Des Weiteren findet der Geschäftsführer, dass das Hessische Ministerium mit der neuen Verordnung „deutlich über das Ziel hinausgeschossen“ ist. Die neuen Verschärfungen betreffen unter anderem auch das Tennis.

Der Vorsitzende des Kreisvorstandes Marburg, Hans-Jürgen Schneider, kritisiert in diesem Zusammenhang den bisherigen Umgang der Regierung mit dem Sport. „Wenn auf jedem Tennisplatz eine Person kontrolliert, ob die Regelungen eingehalten werden, dann hätten wir das Problem jetzt nicht, dass wir alle betroffen sind“, sagt Schneider.

Aufgrund der Corona-Pandemie beobachtet der Tenniskreis-Vorstand nun auch die Entwicklungen der Mitgliederzahlen genau. „Wir sind einer der wenigen Tennis-Kreise in Hessen, die keinen Verlust an Mitgliedern zu verbuchen hatten. Das kann sich jetzt aber selbstverständlich ändern“, stellt Schneider fest.

Jugendarbeit rückt bei Vereinen in den Vordergrund

Sorge bereitet ihm zusätzlich der Nachwuchs. „Wir leben von der Jugendarbeit des Vereins. Wenn jetzt kein Tennis mehr gespielt werden darf, dann werden sich die Kinder etwas anderes suchen. Und so geht das Tennis aus den Köpfen der Kinder raus“, meint Schneider.

Aus diesem Grund arbeitet der Tenniskreis bereits jetzt an Plänen für die kommenden Schulferien. „Wir planen schon eine Ferienmeisterschaft, um den Sport für Kinder und Jugendliche attraktiver zu gestalten“, verrät Schneider.

Weiterhin erlaubt das Hessische Innenministerium den Spitzen- und Profisport sowie den Sport in den Schulen. Außerdem darf der Nachwuchsleistungssport olympischer und paralympischer Disziplinen weitergeführt werden.

Von Leonie Rink