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Lokalsport Neue Gesichter und eine Konstante
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17:29 27.02.2020
Die Zehn-Minuten-Strafe als zusätzliche Verwarnung und die Spesenerhöhung für Schiedsrichter sind zwei Themen, die derzeit im Amateurfußball diskutiert werden.  Quelle: Thorsten Richter
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Roßdorf

Alle vier Jahre findet im Fußballkreis Marburg – wie anderenorts auch – der Kreisfußballtag statt, bei dem die Vertreter der Vereine die Zukunft des heimischen Amateurfußballs gestalten. In diesem Jahr fällt die Versammlung auf jenen Tag, den es nur alle vier Jahre, in einem Schaltjahr, gibt: den 29. Februar.

An jenem Samstag (ab 10 Uhr) will sich Peter Schmidt (Foto: Michael Hoffsteter) im Amt des Kreisfußballwartes bestätigen lassen – viermal wurde er es bereits. „Das ist schon eine lange Zeit“, reflektiert der 63-Jährige angesprochen auf seine Ära etwas schüchtern. Seit Januar 2001 ist der Bauerbacher der ranghöchste Fußballfunktionär im hiesigen Kreis.

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In der Roßdorfer Mehrzweckhalle kommen die Funktionäre der Vereine, des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) sowie politische Mandatsträger diesmal zusammen – unter anderem haben sich HFV-Präsident Stefan Reuß, der Marburger Bundestagsabgeordnete Sören Bartol und der gebürtige Mardorfer Stefan Heck, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, angekündigt. „Freudig überrascht“ zeigt sich Schmidt ob der Zusagen dieser und weiterer Gäste.

„Ich hoffe aber auch auf das zahlreiche Erscheinen der Vereinsvertreter“, sagt Schmidt nicht ohne Grund. Zum einen, weil beim vergangenen Kreisfußballtag einige Vereine gefehlt hätten, und zum anderen, weil wichtige Personalentscheidungen anstehen. Stellt sich Schmidt zur Wiederwahl, soll es im Fußballausschuss zumindest kleine personelle Veränderungen geben.

Daniela Rühl will 
 Stellvertreterin werden

Als Schmidts Stellvertreterin bewirbt sich Daniela Rühl (Weipoltshausen) als Nachfolgerin von Jörg Wolf (Cölbe), der als Beisitzer im Ausschuss bleiben will. Zudem stellt sich Ellen Berghöfer (Haubern) zur Wahl. Sie bekleidet seit fast zwei Jahrzehnten das Amt der Kassen-
wartin. Die – teilweise neuen – Kandidaten für die weiteren Ausschussämter wie der Ehrenamtsbeauftragte oder der Koordinator für Qualifizierung stellen sich ebenfalls vor, werden allerdings erstmals nicht gewählt, sondern erst im Anschluss vom Ausschuss benannt.

„Dazu gab es im vergangenen Dezember einen Vorstandsbeschluss“, erklärt Peter Schmidt. „Hintergrund ist, dass es in der Vergangenheit Fälle gab, in denen Personen in Ämter gewählt wurden, diese aber nicht voll ausgeübt haben. Dann gab es keine Handhabe, diese Personen wieder aus den Ämtern 
 zu entfernen“, erläutert er.

Wahlen sowie Ehrungen verdienter Vereins- und Verbandsmitarbeiter beziehungsweise Schiedsrichter dürften den Höhepunkt der Versammlung bilden, denn: „Anträge wurden nicht eingereicht“, sagt Schmidt. Zwar gab es im Vorfeld ein Anliegen eines Vereinsvertreters, diesbezüglich sollte aber noch mal das Gespräch gesucht werden, so Schmidt. Denn inhaltlich ging es dabei um Belange, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und nicht der Landesverband regelt.

Langeweile dürfte dennoch nicht aufkommen, schließlich werden derzeit im Amateurfußball verschiedene Initiativen angestoßen: darunter die Spesenerhöhung für Schiedsrichter. „Dazu hat der Verbandsschiedsrichterausschuss bereits einen Antrag für den Verbandsfußballtag im Juni eingereicht“, sagt Schmidt. Zudem steht bei den hiesigen Kickern die Zehn-
Minuten-Zeitstrafe wieder auf der Agenda.

„Sie wurde in den 1990-Jahren abgeschafft. Schon im vergangenen Frühjahr kam bei einigen Vereinen der Wunsch auf, diese Strafe wieder zu reaktivieren. Ich persönlich finde sie auch gut, da Spieler dann nach einer Gelben Karte erst mal runterkommen können“, sagt Schmidt, der auch für die kommenden Jahre das Dauerthema Einteilung der Spielklassen als Problem sieht. „Sie ist schwierig und wird es bleiben. Es gibt keine Lösung, mit der alle zufrieden sind“, meint der Funktionär aus Bauerbach.

von Marcello Di Cicco     

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