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Lokalsport Müde Stadtallendorfer erkämpfen 1:1 gegen KSV Baunatal
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17:56 18.08.2020
Stadtallendorfs Jascha Döringer (Zweiter von links) kommt im Testspiel gegen den KSV Baunatal zum Torschuss. Foto: Tobias Hirsch
Stadtallendorfs Jascha Döringer (Zweiter von links) kommt im Testspiel gegen den KSV Baunatal zum Torschuss. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Als „nicht am frischsten“ bezeichnete Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja den Auftritt seiner Elf beim 1:1 (0:1) gegen den KSV Baunatal. „Müde“ nannten ihn Mittelfeldspieler „Mo“ Arifi und Co-Spielertrainer Gino Parson. „Aber wir hatten uns schon gedacht, dass es so laufen würde“, sagte Spielführer Kevin Vidakovics. Denn am Mittwoch und insbesondere am Donnerstag zuvor hatten die Herrenwälder ein hartes Fitnessprogramm ohne Ball absolviert, was „echt brutal“ (Vidakovics) gewesen sei. „Diese Belastung hat man uns heute trotz des kürzeren Abschlusstrainings am Freitag angesehen“, stellte Parson fest.

„Trotzdem soll das keine Ausrede sein. Wir waren 75 Minuten in Überzahl“, merkte Vidakovics an. Denn bereits nach 14 Minuten flog Baunatals Dino Kardovic nach einer Schiedsrichterbeleidigung mit einer Roten Karte vom Platz. In der Folge hatte der Regionalliga-Aufsteiger zwar mehr Ballbesitz, gegen defensiv gut organisierte Nordhessen fehlte aber Tiefe im Spiel. „Baunatal war sehr griffig“, erkannte Sicaja an, Arifi wusste aber auch: „Wir waren zu hektisch und haben mit langen Bällen statt einfach gespielt.“ Sein Coach sah es genauso: „Wenn man müde ist, muss man einfach spielen. Und von den erfahrenen Spielern erwarte ich, dass sie Kommando übernehmen.“

Kapitän Vidakovics trotzVerletzung positiv gestimmt

Der zur Pause ausgewechselte Arifi übte sich in Selbstkritik, weil er den Freistoß verursacht hatte, der zum Gegentor führte: Nach starker Reaktion von Keeper Dusan Olujic staubte der quirlige Rolf Sattorov ab (45.). „Jungs, das ist zu wenig“, rief Vidakovics seinen Mitspielern in der 54. Minute zu. Zwar spielte die Eintracht weiter dominant auf, gute Torchancen verbuchte sie aber kaum. Nach Flanke des eingewechselten Mirco Geisler köpfte Routinier Parson zum Ausgleich ein (65.) – es war sein drittes Tor im zweiten Testheimspiel. „Ich will eine Option sein und hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann. Dabei spielt das Alter keine Rolle“, sagte der 41-Jährige, der dem Team als Vorbild dient, wie Arifi verriet – denn: „Er lebt es uns vor, Gas zu geben.“

Einen persönlichen Grund zur Freude hatte Vidakovics, den zuletzt eine Zyste in der Kniekehle und Probleme mit dem Außenmeniskus bremsten. „Es hat sich auf dem Platz echt gut angefühlt“, sagte der Eintracht-Kapitän, der sich nach einer Behandlung mit einer Spritze „sehr viel besser als vorher“ fühle und erstmals in der Vorbereitung auflief. Mit dem Kapitän bildete Ben-Luca Fisher die Innenverteidigung. Der 17-Jährige machte seinen Job ordentlich, als er ein Trio ersetzte: Matthias Pape (Meniskus-OP) und Perry Ofori (Kreuzbandriss) könnten schon in den nächsten Wochen wieder ins Training einsteigen – genauso wie Zugang Christopher Schadeberg, der wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel aussetzte.

„Die harte Trainingseinheit vorher musste ich machen. Denn es wird Spiele geben, in denen uns Gegner richtig fordern werden. Dann müssen wir da sein“, blickte Sicaja voraus. Muhamet Arifi war sich derweil sicher, „dass wir in drei Wochen genügend Frische haben werden“. Parson pflichtete ihm bei: „Die Vorbereitung läuft gut. Es ist alles in Ordnung.“

Ein Schmankerl für die Eintracht und die etwa 200 Zuschauer im Herrenwaldstadion gab es vor dem Anpfiff: Unter dem Applaus der Spalier stehenden Baunataler erhielten Vidakovics und Co. von Hessenliga-Klassenleiter Jürgen Radeck nachträglich die Meisterschale überreicht. Der beim Verbandsfußballtag im November als Verbandsfußballwart scheidende Radeck nannte die Stadtallendorfer einen „würdigen Meister“ und wünschte ihr, „dass ihr unbekümmert in die neue Saison geht“.

Doch vorher steht morgen die nächste harte Trainingseinheit an. „Dann trainieren wir Umschaltläufe. Mit Sprints. Eine Stunde lang“, sagte Sicaja trocken. Müde dürften seine Schützlinge auch danach sein. Aber auch weiterhin zuversichtlich.

Von Marcello Di Cicco