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17:00 31.01.2021
Darts ist die große Leidenschaft von Monika und Helmut Weigand aus Dexbach.
Darts ist die große Leidenschaft von Monika und Helmut Weigand aus Dexbach. Quelle: Marcello Di Cicco
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Dexbach

Egal, ob Marburg oder Bad Laasphe – als die ganz großen Stars der Dartszene wie Rekordweltmeister Phil Taylor, 2018er-Weltmeister Rob Cross oder WM-Halbfinalist Stephen Bunting in den vergangenen Jahren immer mal wieder ein Stelldichein in Mittelhessen gaben, dann war dies auch Monika und Helmut Weigand zu verdanken.

Das Ehepaar aus Dexbach bei Biedenkopf ist seit einigen Jahren mit zahlreichen der besten Pfeilewerfern der Welt per du, besucht regelmäßig Turniere und kann so manche Anekdote über gemeinsame Erlebnisse mit den Profis erzählen.

Begonnen hat alles vor neun Jahren

„Angefangen hat alles 2012“, erzählt Helmut Weigand. Der 58-Jährige spielte seinerzeit selbst in Frankfurt. Über einen Dart-Ausrüster kam die Frage auf, ob er bei Events wie Show-Wettkämpfen (Exhibitions) etwas helfen wolle. „So bin ich an die Spieler herangekommen, wir haben sie dann etwas betreut“, erzählt er.

Ob gemeinsame Besichtigungen von Brauereien oder Fahrten zum Flughafen – die Weigands waren meist dabei, lernten am Rande der Turniere viele Spieler kennen, von Mensur Suljovic über Dave Chisnall bis Glen Durrant. Auch beim ersten Mal dabei im sauerländischen Benolpe: Phil „The Power“ Taylor. „Alle sagen immer, er sei unnahbar“, sagt der 58-Jährige, „ist er aber überhaupt nicht“, schiebt Monika Weigand hinterher.

Monika und Helmut Weigand (links) 2018 auf der Terrasse von Darts-Ikone Phil Taylor (Mitte). Quelle: Privatfoto

Inzwischen sind die Weigands und Taylor gut befreundet, die Chemie stimmt einfach. Helmut Weigand erinnert sich an eine gemeinsame Autofahrt mit Taylor, bei der der Engländer mit Freude den DJ gab – und Weigand ihm schließlich seine Musik besorgte. „Phil Taylor honoriert es mit unheimlicher Freude, wenn er dir irgendetwas sagt und du dir das behältst. So hat sich das Verhältnis immer weiterentwickelt.

Die Antwort ist immer „no problem“

Wenn er oder sein Manager (Robert Glenn, Anmerkung der Redaktion) uns um etwas gebeten haben, passierte es.“ Mit „no problem“ antwortete Helmut Weigand dann immer, wenn Taylor etwas auf dem Herzen hatte – und mit „no problem“ antwortete die Darts-Legende auch, als Monika Weigand dem heute 60-Jährigen an ihrem Geburtstag von ihrem größten Wunsch erzählte, gerne mal nach Blackpool zu wollen.

Monika und Helmut Weigand aus Dexbach haben eine gemeinsame Leidenschaft zum Darts. Quelle: Marcello Di Cicco

„2018 hat er uns zu sich nach Hause eingeladen – und zum World Matchplay in Blackpool. Taylor hat dort in der Nähe ein Motorhome, ein Ferienhaus in einer Anlage, wo wir in einem Hotel untergebracht waren“, erzählt Weigand, der als CNC-Fräser in Biedenkopf arbeitet.

Frühstück im Hause Taylor

Morgens frühstückten sie zusammen bei Taylor zu Hause, nachmittags saßen sie auf der Veranda und unterhielten sich – zwischendurch lernten sie das „Who is Who“ der internationalen Dartsportszene kennen. Abends ging’s dann zu den Spielen, auch in die Players Lounge, einem separaten Bereich der Profis und deren Begleitern.

Phil Taylor (Mitte) mit Monika (links) und Helmut Weigand (Mitte) teilen ihre Leidenschaft zum Darts. Quelle: Privatfoto

Eines Abends kam Suljovic dort auf das Ehepaar zu und fragte es verwundert: „Wie kann es sein, dass ihr jeden Abend hier sitzt?“ Die beiden erklärten, dass sie Gäste von Phil Taylor sind. „Daraufhin schüttelte er nur den Kopf und sagte: ,Respekt!’. So lernten wir ihn kennen und so weiter“, erzählt Helmut Weigand.

Es begann mit einem signiertem Shirt

Zum ersten Treffen mit Taylor kam es bereits 2009 im westfälischen Halle, als der Darts-Hype noch nicht entfacht war. „Man konnte sich dort hinter die Spieler stellen und ihnen zuschauen“, erinnert sich Helmut Weigand, der selbst für den DC Wittgenstein spielt. Bei einer Verlosung gewann das Ehepaar Taylors signiertes Shirt. „Ich war überglücklich, einige Leute wollten es mir sogar abkaufen“, erinnert sich Monika Weigand. Doch damit nicht genug.

Am nächsten Tag nahm das Ehepaar allen Mut zusammen, fragte bei Caller Gordon Shumway nach, ob er es ihnen offiziell überreichen könne – „sonst hätte uns das doch niemand geglaubt“, begründet Helmut Weigand. Das Shirt überreichte letztlich nicht Shumway – sondern Taylor selbst, „in seinen heiligen Räumen“, wie der 58-Jährige ein bisschen stolz sagt. Für die Darts-Ikone war dies nicht nur Ehrensache – es war „no problem“, wie die Freunde heute zueinander sagen würden.

Von Marcello Di Cicco

31.01.2021
30.01.2021