Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Mittelhessen-Derby als Kellerduell
Sport Lokalsport Lokalsport Mittelhessen-Derby als Kellerduell
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:26 19.12.2020
Kristian Gaudermann (rechts; hier im Zweikampf gegen Adrian Beck vom SSV Ulm) gastiert mit Eintracht Stadtallendorf zum mittelhessischen Derby beim FC Gießen. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Stadtallendorf

Was fehlt der Stadtallendorfer Eintracht aktuell in der Fußball-Regionalliga? Beim Blick auf die Tabelle: vor allem Punkte. In den Partien zuletzt: ein bisschen Durchschlagskraft, auch etwas Glück. Beim 0:3 am vergangenen Wochenende zu Hause gegen den SSV Ulm war die Partie lange offen, hatten die Stadtallendorfer richtig gute Chancen, drei Pfostenschüsse waren darunter. Individuelle Fehler führten dann dazu, dass ein engagierter Auftritt nichts einbrachte. Beim 0:2 am Dienstag bei der (mit Bundesliga-Spielern verstärkten) Reserve der TSG Hoffenheim war das nicht viel anders, wenngleich da die zwingenden Tormöglichkeiten fehlten.

„Wir waren auf Augenhöhe, haben gut mitgehalten“, meint Co-Trainer Gino Parson. „Bis zur Strafraumkante haben wir das gut gemacht. Dann hat es uns etwas an Geduld und vielleicht auch an Reife gefehlt.“ Zu oft sei der Pass in die Tiefe gesucht worden, meist auf Sturmspitze Felix Nolte. „Das hat gar nichts eingebracht. Wir müssen mehr in die Breite spielen, um uns besser positionieren können.“

Anzeige

Letztes Spiel vor der kurzen Winterpause

Sechs Punkte hat der TSV Eintracht als Schlusslicht der Fußball-Regionalliga Südwest auf dem Konto, fünf mehr der FC Gießen als Vorletzter. Wollen die Stadtallendorfer mit gutem Gefühl in die kurze Winterpause gehen – schon am 9. Januar soll es gegen Kickers Offenbach weitergehen –, müssen sie das Kellerduell für sich entscheiden. Wobei das „mit dem Müssen so eine Sache ist“, wie Pardon meint: „Wir wissen, wo wir herkommen. Wir sind alle keine Profis. In der aktuellen Corona-Situation ist es noch schwieriger, Beruf, Familie und Sport unter einen Hut zu bekommen“, sagt der 41-Jährige. Gleichwohl: „Wir wollen natürlich gewinnen. Wir werden alles in die Waagschale werfen.“

Parson hat im Mittelhessen-Derby die sportliche Verantwortung, wird sich aber vor dem Spiel mit Dragan Sicaja absprechen, wie er auch in den vergangenen Tagen regelmäßig mit ihm kommuniziert hat. Der Eintracht-Cheftrainer befindet sich in häuslicher Quarantäne, da er im Betrieb, in dem er hauptberuflich tätig ist, möglicherweise Kontakt mit einer Corona-infizierten Person hatte. Dass die komplette Mannschaft samt Trainerteam vor jedem Regionalliga-Spiel, so auch diesmal, getestet wird, hilft ihm dabei nicht: „Das Gesundheitsamt hat die Quarantäne verordnet. Das ist völlig in Ordnung. Es geht schließlich um Wichtigeres als darum, ob ein Fußballtrainer coachen kann oder nicht“, sagt Sicaja im Gespräch mit der OP.

Williams und Phillips drohen auszufallen

Der Trainer fehlt in Gießen sicher, auch Spieler – neben den Langzeitverletzten – drohen auszufallen: Stürmer Del-Angelo Williams, der bereits in Hoffenheim fehlte, plagt sich mit Schmerzen am Knöchel sowie muskulären Problemen herum. Auch der Einsatz von Malcolm Phillips ist fraglich: Der Defensivspieler musste aufgrund einer Verhärtung im Oberschenkel mit dem Training pausieren. „Wir werden bei beiden kurzfristig entscheiden, ob es geht oder nicht“, erklärt Parson.

Die Gießener Mannschaft kennt Parson gut, mehrere FC-Spiele hat er gesehen. „Das ist eine personell starke Mannschaft“, meint er, nennt exemplarisch den technisch versierten Tim Korzuschek, der meist hinter den Spitzen agiert, Routinier Nikola Trkulja, der jedoch gesperrt fehlt (siehe Infobox) und den aus Marburg stammenden früheren Zweitligaspieler Hendrik Starostzik in der Verteidigung. „Wenn wir bestehen wollen, müssen wir als Team agieren. Wir müssen Lust aufs, müssen Spaß am Spiel haben“, wünscht sich der Stadtallendorfer Co-Trainer.

Mit Anschluss an die Nichtabstiegsplätze

Im Gegensatz zu den Stadtallendorfern, die bei aktuell neun Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz bereits nach einem Drittel der (geplanten) 42 Saisonspiele um den Anschluss kämpfen, hat der FC Gießen das rettende Ufer in Reichweite. Zwar kann bei vier Zählern Abstand der Sprung auf Rang 17 auch mit einem Sieg über den TSV Eintracht nicht direkt gelingen, dank eines 2:0-Siegs am vergangenen Samstag beim TSV Schott Mainz ist die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen aber „wieder mittendrin“, wie es Verteidiger Hendrik Starostzik formuliert. „Der Sieg war nach der langen Corona-Pause auch wichtig für die Moral“, sagt der gebürtige Marburger. Am Dienstag folgte jedoch eine 0:3-Niederlage beim aktuellen Tabellenführer SC Freiburg II, zudem handelte sich Mittelfeldmotor Nikola Trkulja in dieser Partie seine fünfte Gelbe Karte ein, fehlt daher im Kellerduell gesperrt. Cimen muss zudem auf die verletzten Jure Colak, Jann Bangert und Landu Mateus verzichten. Angreifer Aykut Öztürk und Defensivspieler Sascha Heil, die zuletzt mit Blessuren aussetzen mussten, könnten in den FC-Kader zurückkehren.

Von Stefan Weisbrod