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18:26 19.08.2020
Lukas Greb ist seit dieser Saison der neue Chefcoach beim A-Ligisten SV Mardorf. Der bisherige Co-Spielertrainer will sich stärker auf seine Rolle als Übungsleiter statt als Spieler konzentrieren. Quelle: Michael Hoffsteter
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Niederklein

Wenn heute Abend die Pokalrunde im Fußballkreis Marburg mit der Begradigungsrunde eröffnet wird (siehe Infokasten), dann gibt es für alle Teams nur ein Ziel – und das heißt Sechzehntelfinale. Die höchste Priorität genießt der Pokal aber weder für Holger Purbs, Trainer der SG Niederklein / Schweinsberg, noch für Lukas Greb, Coach des SV Mardorf. Als „willkommenes Vorbereitungsspiel“ bezeichnet Purbs das Aufeinandertreffen beider A-Kreisligisten (heute, 19 Uhr in Niederklein); für Greb hat die Partie „keine Priorität“, weshalb er um die Zusammenstellung seines Teams noch gar nicht viel weiß.

Purbs und Greb sind seit Sommer neu in ihren Ämtern – und richten den Fokus auf die Liga, in der beide eine gute Rolle spielen wollen. „Wir können ,oben’ mitspielen, müssen aber mehr Konstanz auf den Platz bringen – das wird das A und O sein“, meint Greb, dessen Team von so manchem Konkurrenten als Mitfavorit auf die Meisterschaft gehandelt wird. Der gebürtig aus Mardorf stammende Greb sieht dies nüchterner, weiß aber um die eigene Rolle: „Fakt ist, dass unsere Entwicklung in den vergangenen drei Jahren extrem gut war.“

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Vom Team, das sich 2017 in der Abstiegsrelegation rettete, zu einer Mannschaft, die die vergangene Runde als Vierter beendete – und nun ohne Abgänge in die nächste Spielzeit geht, dafür aber mit „drei Neuzugängen, die uns definitiv besser machen“, sagt Greb und meint damit Jerome Stock (Greb: „Er ist eine absolute Verstärkung“), dessen Bruder Etienne („Er hat riesiges Potenzial“) und Stürmer Nico Sachwitz. Der Anzefahrer bringt Erfahrung aus der A-Junioren-Verbandsliga mit.

Greb selbst spielte mehr als zehn Jahre lang beim FSV Schröck und VfB Marburg in der Verbands- und Hessenliga. 2017 kehrte er letztmals als Co-Spielertrainer zu seinem Heimatverein zurück. Ein Innenbandriss, Muskelbündelsriss und Jochbeinbruch warfen ihn jedoch immer wieder zurück. Nun hat er die Nachfolge von Karsten Kuhl angetreten – und will sich künftig stärker auf seine Rolle an der Seitenlinie als auf dem Platz konzentrieren. Ihm zur Seite steht Patrick Brandwein. „Die Suche nach einem Co-Trainer haben wir beendet“, erzählt C-Lizenz-Inhaber Greb, der sich an „extrem hitzige“ Derbys mit der SG erinnert und vor einem „sehr robusten Gegner“ warnt.

Bei der Spielgemeinschaft hat Holger Purbs zum Trainingsauftakt am 25. Juli das Zepter übernommen. Der 53-Jährige aus Amöneburg ist schon seit 23 Jahren im Trainergeschäft, coachte bereits die Senioren des SV Großseelheim, SV Emsdorf, SV Nieder-Ofleiden, war Jugendtrainer beim JFV Ohmtal-Homberg und – nach einem „Sabbatjahr“ – zuletzt Übungsleiter beim B-Ligisten TSV Ernsthausen. „Meine sportliche Perspektive ist die A-Liga“, erklärt Purbs seinen Wechsel in den Stadtallendorfer Stadtteil.

Dort fand er wegen der langen Corona-Zwangspause eine Mannschaft vor, „deren körperlicher Zustand zu wünschen übrig ließ“, sagt der Nachfolger von Aufstiegstrainer Manuel Clasani. Inzwischen ist Purbs aber „sehr zufrieden“. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit drei, vier erfahrenen Spielern. Sie zieht gut mit“, lobt er. Spieler wie Moritz Botthof, Lukas Neubauer oder Jannik Pfeffer gehören zu einem halben Dutzend junger Kicker, die Purbs bereits als Jugendtrainer in Homberg unter seinen Fittichen hatte – auch so Paul Kobienia auf Mardorfer Seite, dessen Jugendtrainer Purbs ebenfalls war.

Wie Greb hat Purbs die FSG Südkreis und die Spvgg Rauischholzhausen als Meisterschaftsfavoriten ganz oben auf dem Zettel – aber auch Mardorf und den VfL Neustadt. „Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz“, sagt Purbs. Auf den Sieger der Partie wartet im Sechzehntelfinale Kreisoberligist SV Borussia Momberg, der sich bereits am Freitag mit 2:1 gegen den RSV Kleinseelheim durchgesetzt hatte. „Klar wollen wir weiterkommen“, sagt Purbs, „aber ich werde den Jungs nicht den Kopf abreißen, wenn sie es nicht packen.“

Von Marcello Di Cicco