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Lokalsport Ein Zverev ist bei den Marburg Open dabei
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13:00 28.06.2022
Haben gelegentlich gemeinsam Doppel gespielt, wie hier bei einem Turnier in Köln im Herbst 2020: Alexander (hinten) und Mischa Zverev. Der jüngere der Brüder ist derzeit verletzt, der ältere will in der kommenden Woche beim Turnier in Marburg aufschlagen.
Haben gelegentlich gemeinsam Doppel gespielt, wie hier bei einem Turnier in Köln im Herbst 2020: Alexander (hinten) und Mischa Zverev. Der jüngere der Brüder ist derzeit verletzt, der ältere will in der kommenden Woche beim Turnier in Marburg aufschlagen. Quelle: Elmar Kremser/imago (Archivfoto)
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Marburg

In einer Woche sind die Marburg Open bereits in vollem Gange. Das Weltranglisten-Tennisturnier beginnt am Montag (4. Juli) mit der Qualifikation – gut möglich, dass dann auch direkt ein bekannter Name auf dem Platz steht: Mischa Zverev, frühere Nummer 25 der Welt, Viertelfinalist der Australian Open 2017, mehrfacher Gewinner von ATP-Turnieren.

Der 34-Jährige hat für die mit insgesamt 25 000 US-Dollar dotierte Veranstaltung im Marburger Süden gemeldet. Turnierdirektor Robin Löffler weiß: „Wenn er sich einträgt, dann spielt er in aller Regel auch. Er ist niemand, der überall meldet und kurzfristig wieder absagt.“ Und deshalb gehen sie beim TV Marburg fest davon aus, dass Mischa Zverev an der Willy-Mock-Straße aufschlagen wird – nicht zum ersten Mal.

Auch 2012 und 2016 hat er in Marburg aufgeschlagen

Vor zehn Jahren war der Linkshänder, bekannt für sein Serve and Volley, in Marburg dabei, scheiterte damals im Viertelfinale am Spanier Javier Marti, schaffte es im Doppel an der Seite des Russen Denis Matsukevitch gar bis ins Endspiel. 2016 kam er wieder, da war für ihn in der zweiten Runde gegen den Argentinier Marco Trungelliti Endstation.

Zuvor hatte er immer wieder mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen. Zu was er fähig ist, bewies der gebürtige Moskauer, der in Hamburg aufgewachsen ist und heute mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Monaco lebt, einige Monate später: Beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne schaffte er es unter die letzten Acht, bezwang auf dem Weg dorthin unter anderem die damalige Nummer eins Andy Murray. Und ziemlich genau ein Jahr nach seinem bislang letzten Auftritt bei den Marburg Open stand er nach weiteren starken Auftritten auf Position 25 der Weltrangliste. Auch bei den US-Open 2017 überzeugte er, erreichte das Achtelfinale.

In seiner Karriere hat er 5,7 Millionen Dollar erspielt

Das ist Vergangenheit. Die Gegenwart und Zukunft gehört auf diesem, auf noch ein Stück höherem Niveau seinem fast zehn Jahre jüngeren Bruder Alexander, dem derzeit zwar verletzten aber trotzdem auf Platz zwei der Weltrangliste stehenden Olympiasieger von Tokio – der selbst auch schon einmal bei den Marburg Open spielte: 2014 schied er als 17-Jähriger in der ersten Runde aus.

Mischa unterstützt Sascha, wie er seinen Bruder nennt, bereits seit dessen Jugend, mittlerweile auch als Manager und Coach. „Ich bin der Bruder von Sascha und ich bin Tennisspieler. Früher war ich Tennisspieler und Bruder. Jetzt shiftet das“, sagte der ältere Zverev gegenüber dem „Tennis Magazin“. Aber er ist eben selbst auch noch Tennisspieler, wenngleich er nur noch wenige Turniere spielt, deshalb in der Weltrangliste weit abgerutscht ist. Finanziell nötig hat er das sicherlich nicht – allein 5,7 Millionen US-Dollar hat er an Preisgeld erspielt –, er tut es an der Freude am Sport: „Es macht einfach noch zu viel Spaß“, sagte er gegenüber dem Sender Eurosport, für den er bei einzelnen Turnieren als Experte fungiert. In der derzeit laufenden ersten Wimbledon-Woche ist er als Co-Kommentator für Sky im Einsatz.

Für die Marburg Open hat sich Mischa Zverev als 592. des ATP-Klassements angemeldet – damit muss er nach aktuellem Stand zunächst durch die Qualifikation. Bedeutet: Sollten nicht mindestens vier Spieler, die auf der Liste vor ihm stehen, auf die Teilnahme verzichten, würde er bereits am Montag ins Geschehen eingreifen.

Bildergalerien Marburg Open 2021

Von Stefan Weisbrod