Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Wiessners Blick geht nach oben und unten
Sport Lokalsport Lokalsport Wiessners Blick geht nach oben und unten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 26.01.2021
Schwer zu stoppen: Maximilian Wiessner (vorne) vom SV Bauerbach.
Schwer zu stoppen: Maximilian Wiessner (vorne) vom SV Bauerbach. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Bauerbach

Der SV Bauerbach gehörte gerade zu Beginn der laufenden Spielzeit in der Fußball-Verbandsliga Mitte zu den Überraschungsmannschaften: In den ersten Wochen mischte das Team um Trainer Hendrik Lapp ganz vorne mit, belegte vier Spieltage lang selbst den ersten Tabellenplatz – auch dank vier Auftaktsiegen in Folge.

Ab Oktober lief es dann nicht mehr so reibungslos: Mit drei Niederlagen in Folge ging es schließlich in die Corona-bedingte Zwangspause, die „für uns zu diesem Zeitpunkt vielleicht ganz gut war“, räumt Maximilian Wiessner ein.

Der 23-jährige Offensivspieler ist mit zehn Treffern bester Torschütze des SVB und hatte einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg – wobei für ihn der gute Start nur bedingt überraschend kam, denn:

„Wir sind zwar nicht mit dem Ziel in die Saison gegangen, oben mitzuspielen“, sagt der in Annerod bei Gießen wohnhafte Student der THM Gießen, „aber wir waren im Jahr zuvor auch schon mal so gut gestartet, was keiner erwartet hatte. Allerdings ist es schwer, die Leistung zu halten, wenn es Mannschaften gibt, die sehr gut sind und deren Anspruch es ist, oben mitzuspielen oder sogar aufzusteigen.“

Wiessner: Sind oft nicht abgezockt genug

Bei den Bauerbachern ist dies nicht der Fall. Zweifelsohne verfügt der Verein aus dem Marburger Stadtteil über technisch versierte Spieler beziehungsweise über solche wie Co-Spielertrainer „Gui“ da Silva, Torhüter Manuel Bachmeier oder Mittelfeldspieler Robin Traut, die Erfahrung aus der Hessen- oder sogar Regionalliga Südwest mitbringen. Doch das Gros der Spieler ist noch jung – kaum einer hat 30 Lenze auf dem Buckel.

Auf dem Platz macht sich dies schon mal bemerkbar, wie Wiessner weiß: „Mit das Auffälligste ist, dass wir in vielen Situationen nicht abgezockt genug sind, dass wir in bestimmten Situationen das Spiel unnötig aus der Hand geben, in denen wir dreckiger agieren könnten. Das müssen wir noch lernen“, meint Wiessner.

„Ich fühle mich hier wohl“

Ausgebildet in der Jugend des FSV Fernwald, VfB Gießen und der TSG Wieseck, zog es Wiessner im Sommer 2016 wegen Andreas Sinkel, Ex-Trainer der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg, zum Verbandsligisten vom Zwetschenweg. Sinkels Sohn spielte mit Wiessner zusammen in der Wiesecker Jugend.

Der frühere SVB-Coach Stefan Frels, der Wiessner in Wieseck schon unter seinen Fittichen hatte, holte den pfeilschnellen Stürmer schließlich im Winter 2018 zum SVB, mit dem Wiessner noch in derselben Saison den Verbandsliga-Aufstieg schaffte. „Ich fühle mich hier wohl, der SV Bauerbach ist ein super Verein“, schwärmt der 23-Jährige, der Social Media Systems studiert.

Möglichst nicht unten rein geraten

Dass sich Wiessner im bisherigen Saisonverlauf mehr hervorgetan habe als in den bisherigen Spielzeiten, will er allerdings nicht bestätigen. „Man wird als Offensivspieler oft an Toren gemessen“, weiß Wiessner, „aber ich bin eigentlich nicht gar viel besser als in den vorherigen Saisons – nur ist meine Torquote besser. Deswegen kommt es vielleicht so rüber“, meint Wiessner, der hofft, dass er und sein Team bei einem Neustart nicht so weitermachen, wie sie aufgehört haben – sondern so, wie sie in die Liga gestartet sind.

„Ziel sollte es sein, so lange wie möglich oben mitzuspielen“, sagt Wiessner. Als Tabellenneunter hat die Lapp-Elf lediglich sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FV Breidenbach. Im Wissen um die Benutzung einer alten Fußballer-Floskel mahnt er jedoch: „Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen, denn wir sollten schauen, nicht unten reinzugeraten.“ Denn Abstiegskampf bis zum Schluss wollen Wiessner, Lapp und Co. in jedem Falle vermeiden.

Von Marcello Di Cicco