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Lokalsport Papes Traum von der Regionalliga
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11:00 02.03.2021
Matthias Pape (Zweiter von rechts, gegen Bad Vilbels Niklas Biehrer) arbeitet nach seinem Meniskusriss und zwei Operationen an seiner Rückkehr.
Matthias Pape (Zweiter von rechts, gegen Bad Vilbels Niklas Biehrer) arbeitet nach seinem Meniskusriss und zwei Operationen an seiner Rückkehr. Quelle: STEFAN TSCHERSICH
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Stadtallendorf

Von der Kreisliga A über die Verbandsliga Mitte in die Hessenliga: Für Fußballer Matthias Pape ging es in den vergangenen Jahren stetig aufwärts, was die Ligazugehörigkeit angeht. Spielte der 31-Jährige mit dem TSV Amöneburg und danach mit RSV Roßdorf nach seinem Wechsel vom Jugend- in den Seniorenbereich noch auf Kreisebene, war es mit dem FSV Schröck (ab 2014) und den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg (ab 2017) zumindest schon die zweithöchste hessische Spielklasse – ehe 2019 der Ruf vom heutigen Regionalligisten TSV Eintracht Stadtallendorf ins hessische Fußball-Oberhaus folgte. Pape hörte ihn – und folgte ihm.

„Ich hatte mich bei Blau-Gelb sehr wohlgefühlt, auch Freunde gefunden“, erzählt Pape im Gespräch mit der OP. „Als der Anruf aus Stadtallendorf kam, war für mich aber klar, die Chance noch mal zu ergreifen. Mit 29 wollte ich das unbedingt noch mal machen.“ Wie bei seinen vorherigen Stationen avancierte der in Kirchhain wohnhafte Sportwissenschaftler im Hessen­ligateam der Herrenwälder schnell zur festen Größte – allerdings nicht dort, wo ihn viele vermutet hatten.

Wurde Pape in der Kreisliga ob seiner Torgefahr noch als Stürmer eingesetzt, rückte er im Laufe der Zeit immer weiter nach „hinten“, um unter Eintracht-Coach Dragan Sicaja schließlich zur festen Größe in der Innenverteidigung zu reifen. In seinen 20 von 21 Hessenligaspielen stand der kopfballstarke Allrounder in der Corona-bedingt abgebrochenen Spielzeit 2019 / 20 über die volle Spieldauer auf dem Platz, nur einmal fehlte er wegen einer Gelb-Rot-Sperre.

Seit fast einem Jahr muss Pape allerdings nun schon pausieren, sein Einsatz im Hessenpokal-Halbfinale im März 2020 gegen den FSV Frankfurt war sein vorerst letzter im TSV-Trikot. Seitdem laboriert der Innenverteidiger an den Folgen eines Meniskusrisses. „Ich hatte bereits gegen Ende 2019 Probleme mit meinem linken Knie, dort ein leichtes Stechen gespürt“, erzählt Pape.

Ärztliche Untersuchungen brachten zunächst keine klare Diagnose, also machte er weiter mit dem Training, in dem aber immer wieder Probleme auftraten. Schließlich unterzog sich Pape einer Operation, als „ein kleiner Riss am Meniskus“ diagnostiziert wurde. „Dieser Riss wurde genährt, allerdings verlief die Operation nicht so gut.“ Nach vier Monaten, mitten in der Sommervorbereitung, merkte er, „dass etwas nicht stimmt, es wurde allmählich schlimmer“.

Also entschied sich Pape Ende August, kurz vor dem Saisonstart, zu einem erneuten Eingriff, bei dem herauskam, „dass das Nahtmaterial nicht gehalten hat“. Seit der zweiten Operation geht es deutlich besser. Inzwischen kann Pape wieder trainieren. „Laufen geht, auch Passspiel fünf gegen zwei oder Torschuss. Bei Start-Stopp-Belastungen und Richtungswechseln merke ich die Verletzung aber schon noch.“

Dass der Zeitpunkt der Verletzung angesichts seines sportlichen Werdegangs, des sportlichen Klassensprungs und „gerade weil man es sich selbst erarbeitet hat und ein tragender Teil des Ganzen war“ „besonders bitter“ war, will Pape nicht verhehlen. „Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Der Trainer sagt spaßeshalber immer zu mir: ,Matze, ein paar Spiele musst du auf jeden Fall machen in der Liga.’ Das ist auch mein Plan.“ Der Abwehrspieler hofft, noch etwas Muskulatur aufzubauen, um alsbald komplett ins Teamtraining einsteigen und auch noch mal ins Spielgeschehen eingreifen zu können. „Mein Ziel ist es, in der Regionalliga zu spielen und ein paar Erfahrungen zu sammeln“, sagt der frühere Jugend-Hessenauswahlspieler, der einräumt, dass er angesichts der sportlich schwierigen Situation des Tabellenletzten mit seinen Mitspielern leidet – „gerade weil man weiß, dass eigentlich gar nicht so viel fehlt wie es tabellarisch den Anschein macht“. Pape gesteht: „Zuschauen tut fast noch mehr weh als auf dem Platz zu stehen.“

Aufs Geläuf will Pape möglichst rasch zurückkehren. Unabhängig davon, ob es am Ende der Spielzeit Regional- oder Hessenliga für die Eintracht heißt: Der Kirchhainer will und wird ein Teil des Teams bleiben. „Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Stadtallendorf, den will ich in jedem Fall erfüllen.“

Von Marcello Di Cicco