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Lokalsport Die Leidenszeit von Stadtallendorfs Kapitän Matthias Pape ist vorüber
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11:00 23.04.2022
Scheut nach seinen Knieoperationen keinen Zweikampf mehr: Stadtallendorfs Matthias Pape (rechts) im Spiel gegen Hadamars Jason Schäfer. 
Scheut nach seinen Knieoperationen keinen Zweikampf mehr: Stadtallendorfs Matthias Pape (rechts) im Spiel gegen Hadamars Jason Schäfer.  Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Hinter Eintracht Stadtallendorfs Matthias Pape liegt eine schmerzhafte Zeit. Mehrmals wurde der 32-Jährige am Knie operiert und konnte so seinem Team in der laufenden Hessenligasaison kaum auf dem Platz helfen. Jetzt ist der Kapitän zur heißen Phase des Aufstiegsrennens aber zurück bei seiner Mannschaft.

Mit welchen Verletzungen hatten Sie zu kämpfen, dass Sie zweimal am Knie operiert werden mussten?

Matthias Pape: „Es waren sogar zweieinhalb Eingriffe. Am Anfang hatte ich eine unspezifische Knieverletzung, bei der die Ärzte nicht genau wussten, was kaputt war. Im Großen und Ganzen war es aber eine Meniskus-Operation, bei der im Gelenk aufgeräumt wurde.

In Folge der Operation hat sich eine Entzündung gebildet, weil sich ein Anker von der Meniskusnaht gelöst hatte. Das musste dann wenige Monate später noch einmal gemacht werden. Danach bin normal in die Fußball-Vorbereitung eingestiegen, aber die Naht vom Meniskus hat nicht gehalten und das bereitete mir die Zeit über Probleme. Dann habe ich mich ein halbes Jahr später noch einmal operieren lassen, weil das nicht funktionierte, was bei dem Eingriff versucht wurde. Dementsprechend musste das noch einmal korrigiert werden.

Das Problem, das danach kam, war, dass mein Knie im Zuge der Reha zweimal sechs Wochen lang entlastet wurde. Das hat mein Körper gar nicht gut vertragen und die Muskulatur baute sich ab. Es dauerte unfassbar lange, bis ich das Knie wieder richtig belasten konnte. Erst seit drei Monaten geht es mir wieder gut.“

Ihr Trainer Dragan Sicaja sagte vor einigen Wochen noch, dass Sie noch ein bisschen Zeit brauchen, bevor Sie wieder spielen können. Was hat sich seither verändert?

Pape: „Ich weiß es selbst nicht. Manchmal wartet man einfach auf einen Moment, wo es einen kleinen Durchbruch gibt. Den gab es, als ich gemerkt habe, dass mein Knie nicht mehr reagiert und ich die Belastung besser austarieren kann. Jetzt weiß ich, wann mein Körper regenerieren muss.

Ich habe Sportwissenschaften studiert und bin jemand, der sich sportlich oft betätigt. Vielleicht habe ich auch eine Zeit lang zu viel gemacht. Aber nun hat sich das alles eingependelt. Auch im Training hatte ich hohe Belastungen, bei denen keine Reaktion kam.

Dadurch kristallisierte sich heraus, dass ich wieder einsatzfähig bin. In den Trainingsspielen wurde ich dazu langsam wieder der Alte. Ein weiterer Aspekt war die Situation, dass durch rote Karten und Verletzungen im Team Not am Mann war. Dann kam eines zum anderen und ich habe die Chance in Eddersheim bekommen, dort mein Startelf-Comeback zu feiern. Das war super und mein Knie tolerierte das gut.

Ich hatte eineinhalb Jahre nicht mehr gespielt und in Eddersheim dann 84 Minuten zu spielen ist etwas anderes als beim Training oder in Vorbereitungsspielen. Nach der Partie war ich richtig glücklich, dass alles gut gelaufen ist und ich das Niveau noch habe und meine Leistungen bringen kann. Darauf kann ich jetzt aufbauen. Nach der langen Zeit ist man aber nicht sofort wieder der Alte – das braucht aber auch einfach Zeit. Aber ich bin auf einem guten Weg.“

Hat sich Ihr Zweikampfverhalten seit der Knieoperation verändert oder gehen Sie nicht mehr wie früher in die direkten Duelle?

Pape: „Meine Verletzung spielt im Wettkampfmodus auf jeden Fall eine Rolle. Gegen Eddersheim zwar nicht, aber vorher hatte ich ein bisschen Angst bei Zweikämpfen. Dazu fehlte mir auch das Timing ein bisschen. Aber es ist einfach wichtig, wieder Erfahrungen zu sammeln.

Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich kein Problem mit den Zweikämpfen hatte, sondern dann, wenn eine starke Belastung auf die Verletzung wirkte. Es war dann so, dass ich einige Stunden später die Reaktion von meinem Knie bekommen habe. Als das nicht mehr vorkam, habe ich gemerkt, dass ich auch freier im Kopf wurde. Jetzt führe ich meine Zweikämpfe wieder normal. Auch Luftduelle waren ein großes Problem. Aber mittlerweile ist auch das ansatzweise so wie vor den Knieoperationen.“

An diesem Samstag empfängt Stadtallendorf den SC Waldgirmes, die das Hinspiel 2:1 gewinnen konnten. Was erwarten Sie vom Rückspiel?

Pape: „Ich erwarte ein schweres Spiel, weil Waldgirmes ein Gegner ist, der uns in den vergangenen Spielen einfach nicht gut lag. Es ist ein Club, gegen den wir uns immer schwer tun. Besonders in Waldgirmes haben wir oft schwere Partien gehabt. Es ist eine absolute Kämpfer-Mannschaft mit einer unfassbaren Mentalität, und genau das erwarte ich vom Spiel.

Wobei wir aus dem Hinspiel gewarnt sind. Da haben wir uns einfach nicht gut präsentiert. Das wollen wir nun ändern und die drei Punkte holen. Auch wenn wir wissen, dass Waldgirmes für uns ein schwerer Gegner wird.“

Williams fehlt dem Team weiterhin

Personell muss Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja an diesem Samstag weiter auf Andrej Markovic verzichten, der mit seinem Muskelbündelriss noch einige Wochen fehlen wird. Zudem fehlen weiterhin Stürmer Del-Angelo Williams sowie Perry Ofori. lri

Von Leonie Rink