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Lokalsport Mit dem Votum der Mannschaft im Rücken
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07:58 11.09.2021
Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Eigentlich beackert Arne Schütze bei Eintracht Stadtallendorf den linken Abwehrflügel, Damijan Heuser sorgt im offensiven Mittelfeld für Torgefahr. Zuletzt machten die beiden Youngster in der Saison-Vorbereitung aber auch als Wahlhelfer eine gute Figur.

Einen Nachfolger des langjährigen Kapitäns Kevin Vidakovics galt es zu finden. Nach elf Jahren bei der Eintracht zog es den Innenverteidiger im Sommer zum Verbandsligisten FC Ederbergland. Also ließ Trainer Dragan Sicaja seine Schützlinge selbst abstimmen. „Dass die Wahl dabei auf mich fallen würde, hatte ich so nicht auf dem Schirm“, sagt Matthias Pape, „es war eine Riesenehre für mich – gerade weil das Votum aus der Mannschaft kommt.“

Ein Ansprechpartner für das Team

Der 32-jährige Innenverteidiger wurde von seinen Teamkollegen bei der geheimen Wahl auserkoren, erhielt die meisten Stimmen – drei mit unterschiedlicher Gewichtung durfte jeder Spieler abgeben. Pape spielt zwar erst seit etwas mehr als zwei Jahren im TSV-Trikot, weiß aber um sein Standing beim Fußball-Hessenligisten.

„Ich hatte schon immer einen guten Kontakt zu den älteren, aber auch zu den jüngeren Spielern. Deshalb bin ich ein guter Ansprechpartner für Alt und Jung in der Kabine. Ich verstehe mich auch gut mit dem Trainer. Und als ich fit war, gehörte ich auch ja zu den Leistungsträgern.“ Im Moment kann der in Kirchhain wohnhafte Sportwissenschaftler jedoch nicht vorangehen.

Nur die Zuschauerrolle

Die Folgen einer Meniskusverletzung machen ihm zu schaffen. Wegen ihr hatte er – bis auf fünf Einsätze in der vierten Liga – fast die komplette vergangene Regional­liga-Saison verpasst (die OP berichtete). Kürzlich kam zu allem Überfluss noch eine Erkältung dazu. Sein zweiter Liga-Einsatz – nach dem Auftaktspiel beim FSV Fernwald – mit der Kapitänsbinde um den Arm muss daher noch warten. Im Heimspiel gegen den SV Buchonia Flieden an diesem Samstag (11. September, 14 Uhr) bleibt Pape – wie in den vergangenen beiden Partien – nur die Zuschauerrolle.

Der kopfballstarke Abwehrspieler ist sich aber „bei allem Respekt“ vor dem Gegner sicher, dass seine Teamkollegen gute Chancen haben, den zweiten Saisonsieg einzufahren. „Flieden ist auch noch mal eine Hausnummer, eine sehr unangenehm zu bespielende Mannschaft, die in Fabian Schaub über einen sehr starken Stürmer verfügt“, warnt Pape.

Der personelle Umbruch

„Aber qualitativ sind wir sehr gut aufgestellt, wollen zu Hause gegen jeden Gegner drei Punkte holen“, schiebt der neue „Capitano“ hinterher, der künftig nicht den Vidakovics 2.0 geben will – auch wenn es einige Dinge gebe, die er bei seinem Vorgänger sehr schätzen gelernt hat. „Was viele bei Kevin gesehen haben, ist das, was auf dem Platz passiert. Er hatte drumherum aber auch unfassbar viel gemacht, war eine Respektsperson in der Kabine“, gibt Pape Einblicke. „Auch wenn wir unterschiedliche Spielertypen sind, habe ich mir in der Kabine wohl die meisten Sachen abgeschaut, wie ein Kapitänsamt ausgelebt wird“, verrät Pape.

Zwar legte die Eintracht mit einem Sieg und zwei Unentschieden keinen Start nach Maß hin, Sorgen macht sich Pape mit Blick nach vorn aber nicht. Der personelle Umbruch sei nur ein Grund, warum das Team noch nicht richtig in Tritt gekommen ist. „Zudem hatten wir wenige Testspiele und eine kurze Vorbereitung. Deswegen war uns schon klar gewesen, dass wir nicht auf den Punkt perfekt in die Saison starten, sondern unsere Hausaufgaben machen müssen.“ Die Partie gegen Flieden gehört dazu.

Del-Angelo Williams ist wieder dabei

Nachdem Del-Angelo Williams am vergangenen Wochenende beim 0:0 der Stadtallendorfer Eintracht gegen den Hünfelder SV wegen einer Impfreaktion gefehlt hatte, ist der Stürmer an diesem Samstag (14 Uhr) wieder dabei, wenn der Hessenliga-Sechste vom Herrenwald den punktgleichen Tabellennachbarn SV Buchonia Flieden empfängt. TSV-Coach Dragan Sicaja ist froh, dass Williams unter der Woche wieder trainieren konnte und ihm so eine personelle Option mehr zur Verfügung steht, denn: „Nach vorne brauchst du einfach Durchsetzungsvermögen.“

Generell war dem Stadtallendorfer Trainer der Auftritt seiner Mannschaft im Stadion Rhönkampfbahn „zu träge“. Das soll sich gegen die Buchonen ändern. Während Innenverteidiger Perry Junior Ofori (Zerrung) ausfällt, ist in Christopher Schadeberg ein Spieler fürs Abwehrzentrum wieder zurück.

Von Marcello Di Cicco