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Ein Top-Talent mit Ambitionen
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15:00 23.12.2021
Der Wehrshäuser Mats Egbring belegt in der Altersklasse U 13 den fünften Platz in der deutschen Rangliste.
Der Wehrshäuser Mats Egbring belegt in der Altersklasse U 13 den fünften Platz in der deutschen Rangliste. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

So erfolgreich das Tennis-Jahr für Mats Egbring verlief, so schmerzhaft endet es: An einem gebrochenen Zeh laboriert der 13-Jährige vom TV Marburg derzeit. Seinen Turnierplan zum Jahresausklang wirbelt die Verletzung am Fuß zwar nicht durcheinander – aber: „Im Januar stehen ein paar Turniere an, die für mich ausfallen würden, falls ich dann noch nicht fit sein sollte“, erzählt der Achtklässler der Steinmühle.

Über die Feiertage hat der Wehrshäuser nun also mindestens Zeit, das sportlich erfolgreichste Jahr seiner noch jungen Karriere Revue passieren zu lassen. In der Altersklasse U 13 belegt Mats derzeit den fünften Platz in der deutschen Rangliste, gehört also zu den besten seines Faches, was er im September bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ludwigshafen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Im Einzel sowie im Doppel (mit Leo Scheffler) der U13 belegte er bei seiner DM-Premiere jeweils den zweiten Platz.

Nur einer ist bei der DM besser

„Ich wusste, dass ich weit kommen kann, hatte mir eine Halbfinalteilnahme erwartet“, sagt Mats, der in der Vorschlussrunde in Julius Seitz (TC Bochum) sogar die Nummer eins der Setzliste bezwang und nur von Diego Dedura-Palomero (TC SCC Berlin) auf dem Weg zum Turniersieg gestoppt wurde. Dass am Ende nicht der Titel heraussprang, „hat mich schon enttäuscht, zumal das Finale nicht mein bestes Spiel war, zuvor hatte ich deutlich besser gespielt“, resümiert der 13-Jährige, der, angesprochen darauf, ob er bei den kommenden „Deutschen“ im Juni noch einen drauflegen will, ohne Umschweife und entschlossen mit „Ja!“ antwortet.

Das Selbstvertrauen kommt bei Mats nicht von ungefähr. Bei allen Hessenmeisterschaften, an denen der TV-Spieler seither teilgenommen hat, ging er am Ende als Sieger vom Court – angefangen vor vier Jahren in der U 9, zuletzt im Sommer in Wiesbaden. In Hessen gibt es „nicht wirklich“ (Mats) gleichaltrige Konkurrenten, die ihm das Wasser reichen können – und auch auf Bundesebene tritt er bereits gegen Ältere an. Zuletzt spielte Mats bei der Deutschen Meisterschaft der U 14, schaffte es dort unter die Top 16.

Auch beim Suchen von adäquaten Trainingspartnern muss er die Blicke längst schweifen lassen. Zwei- bis dreimal pro Woche trainiert Mats drei Stunden lang im Landesleistungszentrum in Offenbach. „Ansonsten trainiere ich in Marburg mit x-beliebigen Personen“, erzählt Mats und nennt exemplarisch Heiko Trümner, zuletzt im Männer-40-Regionalligateam des Marburger TC aktiv. „Vor zwei Jahren habe ich gegen ihn noch relativ knapp verloren, habe mal ein paar Spiele gewonnen. Mittlerweile ist es knapp, und ich gewinne auch mal“, zeigt Mats seine jüngste Entwicklung auf.

Traum vom eigenen Ferrari

Seit einigen Jahren gehört Mats zum Landeskader, konnte deswegen auch im Lockdown seinem Training geregelt nachgehen; inzwischen ist er auch für den Bundeskader nominiert, gehört diesem auserlesenen Kreis offiziell ab Januar an. Das langfristige Ziel für Mats ist klar: es in den Profizirkus schaffen, mit dem Sport Geld verdienen – und dann? „Ich will mir mal ’nen Ferrari kaufen“, verrät der TV-Spieler, der in diesem Jahr erstmals bei den Gruppenliga-Männern des TV aushalf, Turniere in Dänemark, Belgien, Österreich und den Niederlanden gespielt hat und auch im kommenden Jahr wieder durch Europa reisen wird, um Spiele, Sätze und Siege zu erkämpfen.

„Im Januar findet in Südfrankreich eines der größten U-14-Turniere der Welt statt“, erzählt Mats, der dort auch auf die starke Konkurrenz aus den USA treffen würde – je nach dem, wie der Heilungsprozess seines Zehs verläuft.

Bis zu einem Auftritt bei den Marburg Open muss sich Mats übrigens noch etwas gedulden. Frühestens mit 16 Jahren dürfte er aufschlagen bei dem renommierten Turnier in der Willy-Mock-Straße, bei dem er als Balljunge bereits einige der besten Spieler der Welt gesehen hat. Dass er sich alsbald mit ihnen messen und dann auch gerne einmal gewinnen würde – für Mats Egbring keine Frage.

Von Marcello Di Cicco