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Lokalsport FV Wehrda will über dem „Strich“ bleiben
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10:59 24.03.2022
Michael Clasani (rechts) im Zweikampf gegen Cappels Tim Elmshäuser. Am Sonntag steht für den FV Wehrda das erste Spiel der Abstiegsrunde in Kirchhain auf dem Programm. Die Marburger Stadtteil-Clubs sollen am 4. Juni wieder aufeinandertreffen.
Michael Clasani (rechts) im Zweikampf gegen Cappels Tim Elmshäuser. Am Sonntag steht für den FV Wehrda das erste Spiel der Abstiegsrunde in Kirchhain auf dem Programm. Die Marburger Stadtteil-Clubs sollen am 4. Juni wieder aufeinandertreffen. Quelle: Nadine Weigel
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Wehrda

Nach etwa einem Vierteljahrhundert als Coach im Seniorenbereich sei „der Zeitpunkt gekommen“, sagt Mario Selzer, aufzuhören, damit auch seinen Posten beim FV Wehrda, den der 53-Jährige seit Januar 2020 innehat, abzugeben. Aus dem Trainergeschäft verabschiedet er sich damit aber keineswegs, will auch weiterhin im Jugendbereich in Stadtallendorf tätig sein, kümmert sich zudem um Fußballcamps. „Ich habe den Ehrgeiz, alles was ich mache, richtig zu machen“, betont er im Gespräch mit der OP. Das bedeute viel Terminstress. Künftig soll es etwas weniger werden.

Aber weil er eben das, was er macht, auch richtig machen will, gibt er für die Grün-Weißen aus dem Marburger Norden noch einmal alles. Es geht darum, über dem „Strich“ zu bleiben, im engen Feld der Abstiegsrunde der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord bloß nicht zurückzufallen. Schließlich steigen von den 13 Mannschaften in dieser Runde am Ende fünf ab, wobei die Teams auf den Plätzen zwei bis zehn aktuell innerhalb von vier Punkten liegen, die SG Bunstruth/Haina als Elfter nur weitere zwei Zähler zurück ist. Der FVW mit seinen 22 Punkten (gleichauf mit dem Zweiten TSV Erksdorf und dem Dritten SF BG Marburg II) geht also alles andere als sorgenfrei in den zweiten Teil der Saison.

Im Oktober alle Chancen auf Aufstiegsrunde verspielt

Dass die Ausgangslage zumindest ordentlich ist, ist einem starken November zu verdanken. „Da hatten wir das nötige Glück, aber die Siege waren verdient“, sagt Selzer über die vier „Dreier“. An die Leistungen aus diesen Spielen gelte es nun anzuknüpfen. „Da haben wir noch gut die Kurve bekommen.“ Noch besser würde es aussehen, wäre die letzte Partie im alten Kalenderjahr gegen die SF BG Marburg II nicht mit 1:2 verloren gegangen. Die Chance auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde der besten sechs Teams hatte Wehrda bereits im Oktober verspielt, als lediglich ein Punkt aus fünf Partien geholt wurde. Mit 26 Zählern fehlten letztlich zwei Siege auf Rang sechs.

Vier Punkte davon – drei gegen Momberg, einer gegen Rennertehausen/Battenfeld – wurden gegen Mannschaften erspielt, die sich für die Aufstiegsrunde qualifiziert haben, sie sind also aus der Wertung gefallen. Der FVW kommt dabei deutlich besser weg als manche Konkurrenten; SF BG Marburg II, Michelbach und Cappel haben etwa je zehn Zähler „verloren“, der VfL Dreihausen sieben. Dass sein Team zumindest wie ein „Gewinner“ des Modus wirkt, hindert Selzer nicht daran, diesen als „komplette Katastrophe“ zu bezeichnen. Dieses „alternative Spielmodell“ sei „nicht durchdacht“, kritisiert er.

Training in der Vorbereitung auf wechselnden Plätzen

Der Fokus liegt aber auf dem Sportlichen, auf den ausstehenden zwölf Partien. Die Vorbereitung darauf war nicht einfach, vor allem weil der eigene Rasenplatz witterungsbedingt lange Zeit nicht nutzbar war. „Wir haben Trainingszeiten auf Kunstrasenplätzen genommen, wie wir sie bekommen haben, teilweise sehr spät am Abend“ – mal in Michelbach, mal im Sportpark. „Wer dabei war, hat auch Gas gegeben“, ist er zuversichtlich, dass sich sein Team zum Auftakt der Abstiegsrunde fit präsentiert. Los geht es am Sonntag bei Schlusslicht TSV Kirchhain.

In etwas mehr als zweieinhalb Monaten, am 12. Juni, soll der finale Spieltag stattfinden, Wehrda auf Röddenau treffen. Spätestens dann soll der Klassenerhalt feststehen – in Selzers letztem Spiel als Seniorentrainer? „Mal sehen“, lässt er sich ein Hintertürchen für ein Comeback offen, „vielleicht merke ich nach ein paar Monaten, dass mir etwas fehlt.“

Von Stefan Weisbrod