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Lokalsport Mario Eukers „Herzlauf“ zum Weltrekord
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15:58 11.08.2021
Mario Euker jubelt am 31. Mai nach seiner Ankunft. Zehn Wochen später darf er sich wieder freuen: Mit seinen „Herzlauf“ hat er einen Weltrekord aufgestellt.
Mario Euker jubelt am 31. Mai nach seiner Ankunft. Zehn Wochen später darf er sich wieder freuen: Mit seinen „Herzlauf“ hat er einen Weltrekord aufgestellt. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Wittelsberg

Über vieles hatte sich Mario Euker Gedanken gemacht, ehe er Anfang Mai auf die erste Etappe seines „Herzlaufs“ ging. Er hatte geplant, er hatte trainiert. Aber auf die Idee, dass es ein Weltrekord werden könnte, was er da vorhat, ist der Wittelsberger nicht gekommen. Jetzt, gut drei Monate später, weiß er: Tatsächlich hat er eine Bestmarke aufgestellt. Und sieht die Bescheinigung als „tolle Anerkennung“.

Rund 70 Kilometer war der 42-Jährige im Durchschnitt an jedem Mai-Tag – mit einem Ruhetag als Ausnahme – zu Fuß unterwegs, manchmal ein bisschen weniger, manchmal auch etwas mehr. Die Oberhessische Presse berichtete ausführlich über den Lauf, der für den Sportler nicht nur eine extreme körperliche Herausforderung war, mit dem er vor allem auch Gutes tun wollte. Und er tut Gutes: gibt eigenes Geld, sammelt Spenden, ist kürzlich als Motivationsredner vor Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines Unternehmens aufgetreten, hat dafür statt eines Honorars eine Zuwendung für seinen Projekttopf erhalten. Beim Fußballturnier des SV Bauerbach, dem Euker selbst angehört, ist ebenfalls gesammelt worden. Im Auftrag der Gemeinde Ebsdorfergrund lieferte er zu Fuß „Dankeschön-Boxen“ aus, erhielt auch dafür eine Spende.

Mehr als 31 000 Euro sind mittlerweile zusammengekommen, berichtet der Extremläufer im Gespräch mit der OP. In den nächsten Wochen sind die ersten Auszahlungen an Organisationen, die sich um kranke Kinder kümmern, ihnen das Leben schöner machen, geplant – die Klinikclowns, den Verein „Die Clown Doktoren“, die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die Deutsche Kinderhospizstiftung sowie „Angelman“, ein Selbsthilfeverein von Eltern für Eltern, deren Kinder mit dem gleichnamigen Syndrom, Folge einer seltenen genetischen Veränderung, geboren wurden.

2 069 Kilometer hat Euker binnen eines Monats laufend zurückgelegt. Auf die Idee, dass es sich dabei um einen Weltrekord handeln könnte, wurde er wenige Tage vor Abschluss seines Laufs durch Deutschland gebracht. Er hatte sich mit Dirk Leonhardt verabredet, traf den als „Ultra-Dad“ bekannten Rekordspezialisten, der im vergangenen Jahr binnen anderthalb Monaten eine 30-fache Iron-Man-Distanz hinter sich gebracht hatte. „Er hat mich auf das ‚Rekord-Institut für Deutschland‘ hingewiesen.“

Für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde hätte Euker seinen Versuch vorher anmelden, weitere bürokratische Hürden nehmen müssen. Das Institut hingegen prüft auch im Nachhinein. „Ich habe mir gedacht, ich probiere es einfach mal“, erklärt er im Gespräch mit der OP. Er bekam eine Mail, darin die Bestätigung: Euker hat tatsächlich die längste gelaufene Distanz in einem Monat geschafft, die vorherige Bestmarke des Japans Tomio Takahashi (1 965 Kilometer) aus dem Jahr 2013 geknackt. Die Urkunde war wenige Tage später in der Post.

Für ihn ist der Rekord zusätzlicher Ansporn, weiterzumachen. Der „Herzlauf“ ist vorbei, sein Projekt aber nicht. Er will weitermachen, weiter laufen – etwa am 29. August beim Burgwald-Marathon –, will weiter Spenden sammeln. Er selbst hat noch „so manche Idee“ für Aktionen, sagt er, will noch nicht mehr verraten. Und er ist für Anregungen offen: „Ich bin für fast alles zu haben.“

Im Internet: Wer spenden oder Kontakt mit Mario Euker aufnehmen möchte, findet unter www.mariosherzlauf.de alle nötigen Informationen.

Von Stefan Weisbrod