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Lokalsport Bertholdt hofft auf Rückkehr zum Saisonstart
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13:00 04.10.2020
BC-Kapitänin Marie Bertholdt (links) mit Mannschaftskollegin Tonisha Baker (rechts) hier im Spiel gegen Braunschweig. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wenn alles gut läuft, dann geht zum Start der Basketball-Saison in der Frauen-Bundesliga Ende Oktober für BC Marburgs Marie Bertholdt eine lange Leidenszeit zu Ende.

„Ich hoffe darauf, Ende Oktober wieder spielen zu können – egal, ob schon im Pokal oder danach in der Bundesliga“, sagt die 25-Jährige. Am 17./18. Oktober trifft der BC Pharmaserv im DBBL-Pokal auf die Capitol Bascats Düsseldorf, am Samstag, 24. Oktober (19 Uhr) empfangen die Blue Dolphins zum Liga-Start die Royals Saarlouis.

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Für Bertholdt wären es die ersten Spiele nach dann fast einem Jahr Zwangspause. Im November 2019 zog sich die BC-Kapitänin im Spiel gegen die Rutronik Stars Keltern einen Kreuzbandriss im Knie zu – die Saison war damit für sie vorzeitig beendet.

„Wobei ich zunächst vorhatte, die Saison zu Ende zu spielen, ohne mich einer Operation zu unterziehen“, verrät sie – und räumt ein: „Das ist bei so einer Verletzung eher unnormal.“ Also legte sie sich im Januar dieses Jahres unters Messer, um die Verletzung behandeln zu lassen.

Nur kontaktloses Training ist erlaubt

In den vergangenen Monaten hat Bertholdt viel Kraft- und Stabilisationstraining absolviert, seit Mitte August trainiert sie auch wieder basketballspezifisch – zumindest mehr oder weniger. Denn bisher darf sie nur ohne Kontakt agieren. „In den ersten eineinhalb Wochen ging das richtig gut. Ich habe mich mega-stabil im Knie gefühlt“, erzählt Bertholdt, die seit 2017 für die Marburger spielt.

In der zweiten Woche wurde ihr Knie zwar steif und schwoll an. „Mein Physiotherapeut und Arzt haben aber die Entwarnung gegeben, dass dies normal sei, weil das Knie diese Belastung ja nicht gewohnt ist – schon alleine wegen der vielen Richtungswechsel im Basketball.“

Beim Trainingsstart der Blue Dolphins unter dem neuen Headcoach Julian Martinez am 7. September war Bertholdt dabei – wenngleich sie bei basketballspezifischen Übungen wie dem Fünf-gegen-fünf oder Drei-gegen-drei noch aussetze. „Dem Knie geht es aber gut“, freut sich Bertholdt.

Um „den letzten Schritt“ vor der Rückkehr aufs Spielfeld zu machen und sich noch intensiver ihrer Genesung zu widmen, brach die 25-Jährige am Donnerstag auf gen Süden. In Wasserburg macht sie eine Erweiterte Ambulante Physiotherapie (EAP).

Bertholdt muss geduldig sein

Zwei bis vier Stunden pro Tag stehen dann basketballspezifische Bewegungen und Behandlungen auf dem Programm. Zwei bis maximal vier Wochen, so ihr Plan, könnte die Erweiterte Ambulante Physiotherapie dauern.

„Dann werde ich die Entwicklung mit meinem Trainer und Physio besprechen“, sagt Bertholdt – in der Hoffnung, pünktlich zum Re-Start wieder auflaufen zu können. „Sollte das nicht klappen, werde ich lieber noch ein, zwei Wochen warten. Ich habe während meiner Verletzung gelernt, geduldig zu sein“, sagt die Deutsch-Amerikanerin schmunzelnd.

Vieles ist neu unter Trainer Martinez

Ein Testspiel hat Frauen-Bundesligist BC Pharmaserv Marburg in seiner Saisonvorbereitung bereits absolviert. Am Wochenende gewann das Team um Cheftrainer Julian Martinez gegen den Zweitligisten Rheinland Lions mit 68:60.

„Bedenkt man, dass wir lange nicht gespielt haben und dass vieles neu ist, war es ein guter Start“, findet Marie Bertholdt, die nach ihrem Kreuzbandriss selbst noch nicht mitspielen konnte. Zwar sei es auch unter Martinez weiterhin das Ziel, „schnell und aggressiv“ zu spielen.

Im Vergleich zu früher gebe es laut Bertholdt aber viele Feinheiten, die neu seien. „Allein, weil der Trainer komplett anders ist, andere Erwartungen hat und anders kommuniziert“, sagt die BC-Kapitänin, die festhält: „Neues muss aber nicht unbedingt schlecht sein.“

Von Marcello Di Cicco