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Maria Konrad träumt von Olympia-Teilnahme
Maria Konrad träumt von Olympia-Teilnahme
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19:00 25.12.2021
Im Wasser fühlt sich Maria Konrad (VfL Marburg) besonders wohl, bei Meisterschaften stellt sie dies immer wieder unter Beweis.
Im Wasser fühlt sich Maria Konrad (VfL Marburg) besonders wohl, bei Meisterschaften stellt sie dies immer wieder unter Beweis. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

So richtig verwundern mag es nicht, dass Maria Konrad inzwischen von Erfolg zu Erfolg schwimmt. Schließlich ist die 16-jährige Sportlerin des VfL Marburg alles andere als ein Neuling im Wasser – im Gegenteil, die Affinität fürs Schwimmen wurde ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt. „Mein Vater ist Bademeister. Als ich vier Jahre alt war, hat er mir beigebracht zu schwimmen“, erzählt sie von ihren Anfängen, erinnert sich daran, dass es im Winter ins Kirchhainer Bad ging, im Sommer nach Gemünden, wo Maria lebt.

Seit ihrem elften Lebensjahr ist die Zehntklässlerin der Gemündener Cornelia-Funke-Schule für den VfL Marburg aktiv, gehört dort zur fünfköpfigen Leistungsgruppe von Trainer Volker Sonthoff – und sie sorgt seit einigen Monaten dafür, dass reihenweise Vereinsrekorde purzeln: Über 50 Meter Freistil (26,89 Sekunden), 50 Meter Brust (35,50) und 50 Meter Schmetterling (29,61) ist sie interne Rekordhalterin und gehört auch bei Meisterschaften zu den erfolgreichsten Athletinnen der Marburger.

Spezialisiert auf 50-Meter-Strecken

Bei den Hessenmeisterschaften auf der 50-Meter-Bahn in Wetzlar wurde sie jüngst über 50 Meter Freistil ihrer Favoritenrolle gerecht und holte in 27,16 Sekunden souverän den Titel, den sie sich 2019 auch schon auf der Kurzbahn ergattert hatte. Zweite wurde sie über 50 Meter Brust, als Dritte über 50 Meter Schmetterling komplettierte sie ihren Medaillensatz bei den Landesmeisterschaften (die OP berichtete). Dass sie ausschließlich auf den Sprintdistanzen erfolgreich ist, hat jedoch nichts mit Zufall zu tun. Maria hat sich vielmehr auf die 50-Meter-Strecken spezialisiert. „Nach 100 Metern hatte ich Panikattacken, weil ich Asthmaanfälle bekommen habe. Deswegen schwimme ich nicht mehr als 50 Meter“, verrät sie.

Ende Oktober belegte Maria bei ihrer ersten Teilnahme an den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in ihrem Jahrgang 2005 Rang sechs im Finale über 50 Meter Freistil, auf denen sie sich auf der Langbahn in den vergangenen viereinhalb Jahren um fast vier Sekunden verbessert hat.

Seit April im D-Kader

Seit April gehört Maria dem hessischen D-Kader an, trainiert in diesem Kreise unter Coach Ralf Hermann einmal wöchentlich in Kirchhain. Beim VfL zieht es sie dreimal pro Woche zum Training ins Aquamar sowie ins Wehrdaer Hallenbad, mit ihrem Vater übt sie zusätzlich. Fünf Trainingstage mit mehreren Stunden Umfang sind also keine Seltenheit für Maria. Sich dafür aufzuraffen, sei kein Problem. „Klar hat man mal mehr, mal weniger Motivation. Aber es ist wichtig, standzuhalten, wenn man mal nicht so motiviert ist, und dranzubleiben“, weiß Maria. Den inneren Schweinehund zu überwinden, fällt der 16-Jährigen angesichts ihres ehrgeizigen Ziels nicht allzu schwer.

„Ich würde es gerne in zweieinhalb Jahren zu Olympia schaffen“, verrät Maria, lacht und sagt: „Mal schauen.“ Ihr Trainer weiß um die Schwere dieser sportlichen Qualifikation in so kurzer Zeit. „Ausgeschlossen ist es aber nicht“, sagt Sonthoff, der seinen Schützling als „sehr ehrgeizig“ bezeichnet und ihm durchaus zutraut, irgendwann um den Titel zu schwimmen.

„Bei den Deutschen Meisterschaften fehlte ihr im Finale über 50 Meter Freistil als Sechste eine halbe Sekunde zum Podium. Insofern fehlt ihr gar nicht viel. Es kann durchaus sein, dass sie dort noch hinkommt“, meint Sonthoff, während sich Maria schon fürs Training umzieht. Erfolg kommt eben nicht von allein.

Von Marcello Di Cicco