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Lokalsport VfB Wetter will im Pokalfinale mutig auftreten
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11:00 19.07.2022
Jonas Braun vom VfB Wetter zieht ab.
Jonas Braun vom VfB Wetter zieht ab. Quelle: Thorsten Richter
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Wetter / Stadtallendorf

Den Spruch von den „eigenen Gesetzen“ bemüht Clemens Drescher nicht, jedenfalls nicht wörtlich. „Im Pokal“, sagt er stattdessen, „ist vieles möglich.“ Zum Beispiel, dass ein Gruppenligist gegen eine Mannschaft aus der Hessenliga gewinnt? Drescher trägt gemeinsam mit Steffen Schäfer die sportliche Verantwortung beim VfB Wetter, der am Dienstagabend im Finale des Marburger Kreispokals der Saison 2021/2022 auf die Stadtallendorfer Eintracht trifft. Wird der Zwei-Klassen-Unterschied auf dem Kunstrasen sichtbar?

Geht’s nach Dragan Sicaja, soll das so sein: „Es ist ein Pflichtspiel, das werden wir professionell angehen. Wir haben Respekt vor dem Gegner, aber wir nehmen unsere Rolle an und wollen ihr gerecht werden.“ Als eines von vielen Spielen in der Vorbereitung sieht der Eintracht-Coach die Partie also nicht. Gleichwohl kündigt er an, Zugängen tendenziell den Vorzug zu geben, denn: „Jedes Spiel ist wichtig, damit sich alle präsentieren können.“ Er erwartet – sowohl von den neuen als auch von den „alten“ Spielern, dass sie „Gas geben“. Das dürfte durchaus nötig werden. An Motivation, den Favoriten nicht nur ein bisschen zu ärgern, sondern ihm möglichst ein Bein zu stellen, mangelt es den Wetteranern jedenfalls nicht. „Alle freuen sich riesig auf dieses Spiel“, berichtet Drescher. „So ein Finale ist ja nichts Alltägliches.“

Sieger der vorherigen zwölf Auflagen

2009/2010: SV Bauerbach (2:1 gegen Eintr. Stadtallendorf)

2010/2011: Eintr. Stadtallendorf (6:0 gegen SV Bauerbach)

2011/2012: VfB Marburg (3:2 gegen Eintracht Stadtallendorf)

2012/2013: VfB Marburg (4:0 gegen FSV Schröck)

2013/2014: SV Bauerbach (3:2 gegen Borussia Momberg)

2014/2015: SV Bauerbach (3:1 gegen FV Cölbe)

2015/2016: FSV Schröck (2:1 n. V. gegen SV Bauerbach)

2016/2017: Eintracht Stadtallendorf (2:0 gegen VfB Marburg)

2017/2018: SV Bauerbach (7:3 n. E. gegen TSV Michelbach)

2018/2019: VfB Marburg (4:2 gegen BSF Richtsberg)

2019/2020: Eintr. Stadtallendorf (5:0 gegen SV Bauerbach)

2020/2021: SV Bauerbach (5:3 gegen SF BG Marburg)

Der VfB-Trainer weiß: „Individuell sind die Stadtallendorfer stärker, da haben wir keine Chance.“ Für seine Spieler gelte es, „als Mannschaft dagegenzuhalten“. Die Ausrichtung, das überrascht nicht, wird zunächst defensiv sein: „Wir werden kompakt stehen“ – aber: „Wir können uns nicht 90 oder 120 Minuten hinten reinstellen, das kann nicht funktionieren.“ Drescher wünscht sich „auch Mut im vorderen Bereich“, spricht davon, „Nadelstiche“ zu setzen.

Während die Stadtallendorfer auf dem Weg ins Endspiel keine allzuhohen Hürden hatten – die A-Ligisten Schönstadt und Rauischholzhausen wurden auswärts jeweils mit 6:0 bezwungen, die geplanten Partien bei Kreisoberligist FSV Cappel und A-Ligist SG Niederklein/Schweinsberg gingen kampflos an die Eintracht –, hatte es Wetter deutlich schwerer: Nach einem 6:0 in Lohra setzte sich eine verstärkte Reserve knapp mit 2:1 bei der Spvgg Hassen-/Bellnhausen durch, dann schenkte der FSV Schröck ab. Im Viertelfinale wurde dann in den Sportfreunden Blau-Gelb der erste Marburger Verbandsligist im Elfmeterschießen bezwungen, im Halbfinale im VfB der zweite mit 2:1.

Weiteres Selbstvertrauen in vergangener Woche geholt

Vor allem auf die Partie gegen die „Schimmelreiter“ in der Vorschlussrunde blickt Drescher gern zurück: „Da haben wir nicht irgendwie gewonnen, sondern verdient. Wir haben ihnen in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance erlaubt“ – und das in einer Phase, als der VfB Marburg in der Liga ein Spiel nach dem anderen gewann, als „unbesiegbar galt“, wie es Drescher formuliert.

Weiteres Selbstvertrauen haben sich die Wetteraner in der vergangenen Woche geholt: Beim „Kahl- und Schlichterle-Cup“ in Burgwald-Ernsthausen kam der VfB ohne Gegentor ins Finale, glich dort gegen Verbandsligist FC Ederbergland einen 0:1-Rückstand aus – Marcel Nehls traf – und setzte sich schließlich im Elfmeterschießen durch.

Vor dem Finalespielen ab etwa 18 Uhr die F-Junioren-Mannschaften aus Wetter und Stadtallendorf gegeneinander.

Von Stefan Weisbrod