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Lokalsport Masih Saighani zieht es wieder nach Indien
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09:14 24.08.2019
Selfie im Trikot seines neuen Clubs: Masih Saighani spielt künftig für Chennai. Quelle: Privatfoto
Marburg

Zuletzt hatte der Innenverteidiger erfolgreich in Bangladesh für Abahani ­Limited Dhaka gespielt. Seit rund zwei Wochen ist Saighani in Deutschland, verbringt die Zeit bei seiner Familie und mit Freunden in Frankfurt, Hamburg und Marburg. „Es ist schön, alle mal wiederzusehen. Ich genieße das sehr“, erzählt der 32-Jährige im Gespräch mit der OP. Bereits kommende Woche reist er wieder gen Osten, dann aber nicht mehr nach Dhaka, sondern nach Chennai im Südosten Indiens. „Am 1. September geht die Vorbereitung los“, berichtet er – die Vorbereitung auf die neue ISL-Saison, in der der Meister der Spielzeit 2017/2018 wieder deutlich erfolgreicher abschneiden will, als zuletzt: Obwohl der Kern der Mannschaft zusammenblieb, landete der FC auf dem letzten Tabellenplatz in der geschlossenen Liga­ ohne Auf- und Abstieg. „Das soll sich natürlich nicht wiederholen“, macht Neuzugang Sai­ghani deutlich.

Nationaler Pokal in Bangladesh

Der zehnmalige afghanische Nationalspieler will sportlich an seine Zeit in Bangladesh anknüpfen. Mit dem Club aus der Hauptstadt Dhaka gewann er den nationalen Pokal, holte Platz zwei in der Meisterschaft und drang ins Halbfinale des AFC-Cups, dem asiatischen Pendant zur Europa League, vor – das war zuvor keiner Mannschaft aus dem Land gelungen. Auf dem Weg dorthin spielte das Team in der Gruppenphase auch gegen Chennai, unterlag auswärts mit 0:1, gewann aber zu Hause mit 3:2. Saighani erzielte dabei ein Tor, bereitete ein weiteres vor. FC-Trainer John Gregory sprach ihn im Rahmen dieser Spiele an, Spieler und Coach tauschten Nummern aus. „Er hat mich noch am Abend des Rückspiels angeschrieben“, erzählt Saighani.

Es folgten einige Gespräche. Schnell waren sich der Club, für den in der Vergangenheit unter anderem die italienischen Weltmeister Alessandro Nesta und Marco Materazzi sowie der frühere norwegische Nationalspieler und Liverpool-Profi John Arne Riise aktiv waren, einig. Sai­ghani verhehlt nicht, dass finanzielle Gesichtspunkte sowie die Rahmenbedingungen – die Spieler leben in Chennai in einem Fünf-Sterne-Hotel – eine große Rolle bei seiner Entscheidung gespielt haben. „Die Clubs der ISL haben finanziell andere Möglichkeiten, auch im Vergleich mit den Vereinen der I-League“, erklärt er mit Blick auf die andere indische Profiliga. In der hatte er von 2017 bis 2018 für den Aizawl FC gekickt.

von Stefan Weisbrod