Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Der Marburger beim FC Gießen
Sport Lokalsport Lokalsport Der Marburger beim FC Gießen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 18.12.2020
Hendrik Starostzik (rechts) und Valdrin Mustafa vom TuS Rot-Weiß Koblenz wollen an den Ball. Morgen trifft Starostzik mit dem FC Gießen im Mittelhessen-Derby der Regionalliga Südwest auf Eintracht Stadtallendorf. Quelle: Foto: imago/Eibner
Anzeige
GIESSEN

Ein mittelhessisches Derby vor 2 000, vielleicht sogar vor 3 000 Zuschauern – Hendrik Starostzik hätte „richtig Bock“ darauf gehabt. „Leider ist die Situation so, dass das nicht möglich ist“, sagt der 29-jährige Fußballer, der aus Marburg stammt, für den FC Gießen spielt – und mit seinem Team morgen im Kellerduell der Regionalliga Südwest auf den TSV Eintracht Stadtallendorf trifft. Mit der OP spricht der Verteidiger im Vorfeld der Partie über …

… mögliche Bedenken, trotz der Corona-Situation Fußball zu spielen: Er sieht es zwiespältig, da redet er nicht drumherum: „Ich bin Fußballer. Ich möchte das Spiel spielen, weil ich das Spiel liebe. Daher ist es erst mal gut, dass gespielt wird“, sagt er, schiebt jedoch ein großes „Aber“ hinterher: „Alles muss runtergefahren werden, und wir spielen Fußball. Ich kann verstehen, dass das viele nicht gut finden.“ Er hoffe, „dass es gutgeht, sowohl gesundheitlich als auch wirtschaftlich für Vereine, denen aktuell ohne Zuschauer natürlich Einnahmen fehlen“.

Anzeige

… seine persönliche Situation: Er fühlt sich wohl – nicht zuletzt, weil er nach seinen Vereins- und damit auch Wohnortwechseln in den vergangenen Jahren (siehe Infobox) nun das Gefühl hat, ein Zuhause für seine Frau Mandy, den gemeinsamen vierjährigen Sohn Leandro und sich selbst gefunden zu haben. „Schön ist, nah bei unseren Familien in Marburg zu sein“, betont Starostzik, der schon nach seiner Vertragsunterschrift in Gießen im Sommer keinen Hehl daraus gemacht hat, den Regionalligisten auch als Sprungbrett zu sehen, sich noch einmal für ein Engagement bei einem Zweit- oder Drittligisten empfehlen zu wollen. „Wenn ich wechseln sollte, dann zu einem Verein, bei dem es mir möglich ist, mehrere Tage in der Woche zu meiner Frau und meinem Sohn zu pendeln“, erklärt er. „Von Gießen aus ist man ja schnell im Rhein-Main-Gebiet oder in Nordrhein-Westfalen.“

… die sportliche Situation: Starostzik ist beim FC gesetzt – wenn er fit ist. Nachdem er in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, musste er im Oktober aufgrund einer Sehnenreizung aussetzen, verpasste dadurch sieben Spiele. In den beiden Partien seit Ende der Corona-Pause ist er wieder dabei gewesen. „Wenn wir immer so spielen wie bei Schott Mainz, dann schaffen wir den Klassenerhalt“, ist er im Rückblick auf den 2:0-Auswärtssieg am vergangenen Samstag überzeugt. „Da haben wir hinten so gut wie nichts zugelassen. Das ist uns vorher leider nicht so gelungen“, sagt der Defensivspieler, der in Mainz als Torschütze glänzte: Zehn Minuten vor Schluss traf er zum Endstand. Bei Titelanwärter SC Freiburg II folgte am Dienstag eine 0:3-Niederlage des Tabellenvorletzten. „Freiburg war nicht krass gut, sondern wir haben verloren, weil wir nicht abgerufen haben, was wir können. Das ärgert mich.“

… seine Erwartungen fürs Kellerduell gegen Stadtallendorf: Ziel sei „natürlich ein Sieg, um in der Tabelle zu klettern“ – nah ran an einen Nichtabstiegsplatz. „Stadtallendorf ist personell gebeutelt, hat aber trotzdem keine schlechte Mannschaft. Ich habe den Eindruck, dass die Ergebnisse oft schlechter waren als die Leistungen“, sagt Starostzik. „Wir müssen gewarnt sein.“ Einzelne Eintracht-Spieler kenne er als Marburger zwar, persönliche Kontakte habe er darüber hinaus aber nicht.

Von Stefan Weisbrod