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Lokalsport Hendrik Starostzik ist einer der Leitlöwen bei Hessen Kassel
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12:00 24.10.2021
Hendrik Starostzik (rechts) im Zweikampf gegen Simon Brandstetter vom FSV Mainz 05 II. Seit Sommer spielt der Marburger bei Hessen Kassel und fühlt sich bei den „Löwen“ wohl.
Hendrik Starostzik (rechts) im Zweikampf gegen Simon Brandstetter vom FSV Mainz 05 II. Seit Sommer spielt der Marburger bei Hessen Kassel und fühlt sich bei den „Löwen“ wohl. Quelle: Foto: Martin Hoffmann/imago
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Marburg

Die Kapitänsbinde beim Kasseler Fußball-Regionalliga-Team trägt Frederic Brill. Aber so ein Rudel hat nicht nur einen, es hat meist zwei bis drei Leitlöwen. Und einer davon ist beim KSV Hessen Hendrik Starostzik. Er soll seine Erfahrung einbringen, soll vorangehen, die insgesamt sehr junge Mannschaft führen. „Dafür bin ich geholt worden“, sagt der Marburger im Gespräch mit der OP.

15 Punkte haben die nordhessischen „Löwen“ nach zwölf Spielen auf dem Konto – es dürften gern ein paar mehr sein, Starostzik ist aber nicht unzufrieden damit: „Vor der Saison hatten viele gemeint, dass wir ganz unten stehen würden.“ Der KSV hat einen personellen Umbruch hinter sich, neue Spieler kamen aus unteren Klassen oder von anderen Regionalligisten. So wechselte etwa Jascha Döringer von der Stadtallendorfer Eintracht nach Kassel. „Ich kannte vorher nur seinen Namen“, sagt Starostzik über den Offensivspieler.

Inzwischen ist das anders, haben die beiden Marburger nicht nur viele Stunden zusammen auf dem Fußballplatz, sondern auch im Auto verbracht. Zwar hat Döringer in Kassel eine eigene Wohnung, ist aber häufig bei seiner Familie in Marburg. Starostzik sammelt ihn dann auf dem Weg von Alten-Buseck, wo er gemeinsam mit Frau und Sohn wohnt, auf. „Er ist ein lockerer Typ“, sagt Starostzik, auf den die Beschreibung genauso zutrifft, über seinen Teamkamerad. „Wir verstehen uns gut.“

Kein Risiko

Während Döringer bislang meist die Rolle des Jokers zukommt, ist Starostzik unumstrittener Stammspieler. Zweimal, so weist es die Statistik aus, war er ohne Einsatz im Kader. „Da habe ich beim Aufwärmen muskuläre Probleme gehabt. Wir wollten kein Risiko eingehen“, erläutert er. In den übrigen zehn Partien stand er 90 Minuten plus Nachspielzeit auf dem Feld.

Abgesehen von den kleineren Problemen ist der Defensivmann fit, fühlt sich gut. Das war nicht immer so. Für die zweite Mannschaft des VfL Bochum, für die Stuttgarter Kickers, Dynamo Dresden und den Halleschen FC hat der Defensivmann in Deutschland unter Profibedingungen gespielt, für den Pacific FC in Kanada auch, stand dann in Dänemark bei Næstved BK unter Vertrag. Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück. Als Spieler beim FC Gießen musste er in der Vorsaison einige Zeit aufgrund einer Sehnenreizung aussetzen.

Er war Kapitän. Trotzdem: „Ich habe mich in Gießen nicht so wohlgefühlt“, erzählt Starostzik, entschied sich für Kassel, auch wenn er nun statt ein paar Minuten rund anderthalb Stunden Anfahrt hat. „Ich will noch ein paar schöne Jahre als Fußballer haben“, sagt er, spricht von „Profifeeling“, das er in Kassel genieße – auch wenn dort ebenfalls nur wenige Spieler hauptberuflich Fußball spielen. „Die ganze Infrastruktur ist eine andere, auch mit dem Stadion und den Fans.“ Gerade nach Corona-bedingten Geisterspielen fühle sich das „richtig gut an“, sagt der 30-Jährige.

Von hinten coachen

Und ihm liegt der Fußball, wie er beim KSV gespielt wird: „In Gießen standen wir tief, in Kassel spielen wir Angriffspressing, gehen vorn drauf.“ Das sei „das schwierigere Verteidigen, aber auch der attraktivere Fußball“. Seine Erfahrung helfe ihm dabei: „Das habe ich zum Beispiel auch in Dresden und in Halle schon gespielt. Ich versuche, die Jungs hinten zu coachen, ihnen gewissen Halt zu geben.“ Offenbar klappt das ganz gut: Mit 15 Gegentoren hat Kassel die beste Defensive in der zweiten Tabellenhälfte. Allerdings haben die „Löwen“ auch erst 14 Tore geschossen, zwei davon durch Starostzik beim 3:0 gegen Homburg.

Aktuell hat der KSV die „Mainzer Woche“, wie es der Verteidiger ausdrückt. Stark, sagt er, war das 3:1 zuletzt gegen den FSV 05 II, bis dahin Tabellenführer. An diesem Samstag empfängt der KSV nun Schlusslicht TSV Schott. „Wir dürfen ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber natürlich ist ein Sieg das Ziel.“

Von Stefan Weisbrod