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Lokalsport Marburger Franklyn Dwomoh kämpft für Deutschland
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09:00 11.04.2021
Franklyn Dwomoh mit Trainer Ronald Leinbach. Der Marburger Boxer kämpft ab kommender Woche bei den Weltmeisterschaften in Polen für Deutschland.
Franklyn Dwomoh mit Trainer Ronald Leinbach. Der Marburger Boxer kämpft ab kommender Woche bei den Weltmeisterschaften in Polen für Deutschland. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Er weiß, was er will. Und er ist bereit, dafür viel zu investieren. Franklyn Dwomoh wusste mit 14: Wenn er sich seinen Traum erfüllen will, wenn er es zu den Olympischen Spielen schaffen möchte, muss er weg. Nicht komplett weg aus Marburg, aber er muss mehr trainieren, zusammen mit den Besten in Deutschland. Und deshalb zog er nach Heidelberg, ging an den Olympiastützpunkt. Sein Ziel Paris 2024 ist noch ein gutes Stück entfernt – aber es ist erreichbar, ist sich der 18-Jährige sicher, glaubt auch sein Heimtrainer Ronald Leinbach. Die Weltmeisterschaften, die in der kommenden Woche im polnischen Kielce beginnen, sollen für ihn ein weiterer Schritt werden.

Dwomoh ist Deutscher Meister, er hat bei Europameisterschaften gekämpft, dort einen fünften Platz geholt. Er hat bei nationalen und internationalen Turnieren geboxt, selten stieg sein Gegner als Sieger aus dem Ring. Wie seine Aussichten für die WM sind, ist dennoch schwer einschätzbar – vor allem, weil der Marburger, der am Richtsberg aufwuchs und mit sieben Jahren mit dem Boxen begann, nun in einer anderen Gewichtsklasse aktiv ist: Statt im Leicht- boxt er nun im Halbweltergewicht. Die Bundestrainer animierten ihn zu dem Wechsel, sicherten dem Marburger, der im nächsten Jahr in den Männerbereich aufrückt, den deutschen Startplatz für die Jugend-WM in dieser Klasse zu. Leinbach begrüßt es, denn: „Franklyn hat sich ziemlich quälen müssen, um in dem Gewichtsrahmen zu bleiben.“

Einen kompletten Überblick über die Topathleten aus aller Welt in Dwomohs Alters- und Gewichtsklasse hat der Sportwart und Cheftrainer des 1. Box-Clubs Marburg nicht: „Einige kennt man. Aber gerade aus östlichen Staaten tauchen immer wieder Kämpfer auf, die international noch nicht dabei waren.“ Leinbach meint dennoch: „Eine Medaille zu holen wird schwierig, ist aber nicht unmöglich. In Marburg würden sich alle mit ihm freuen.“

Aktuell bereitet sich der komplette Nationalkader in Wladyslawowo, einer polnischen Kleinstadt an der Ostsee, auf die WM im rund 500 Kilometer südlich gelegenen Kielce vor. Leinbach selbst ist nicht dabei, wird auch zum Turnier nicht anreisen können – die Corona-Pandemie lässt es nicht zu.

Die Auslosung der Auftaktkämpfe, in denen wie in allen Runden über dreimal drei Minuten geboxt wurd, ist noch nicht erfolgt, die genauen Termine sind daher auch noch offen. Denkbar, dass Dwomoh direkt in der ersten Runde auf einen starken Gegner trifft – eine Niederlage würde direkt zum Aus führen. Leinbach hofft daher auf etwas Losglück. Vor allem aber setzt er auf die Qualitäten seines Schützlings, spricht über seine größte Stärke: „Er schafft es, auch in schwierigen Situationen den Überblick zu behalten. Auch wenn es ausweglos scheint, findet er immer wieder Lösungen.“

Die Gewichtsklassen

In der Klasse Halbweltergewicht kämpft Franklyn Dwomoh bei der WM – neu für ihn. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Es geht ums Gewicht der Boxer. Ein Überblick über die Klassen im Amateurboxen bei den Männern, die bei den U-19-Jugendlichen nahezu identisch sind ...

Superschwergewicht:ab 91 kg

Schwergewicht: bis 91 kg

Halbschwergewicht:bis 81 kg

Mittelgewicht:bis 75 kg

Weltergewicht:bis 69 kg

Halbweltergewicht:bis 64 kg

Leichtgewicht:bis 60 kg

Bantamgewicht:bis 56 kg

Fliegengewicht:bis 52 kg

Halbfliegengewicht:bis 49 kg

Von Stefan Weisbrod