Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Die Weichen für Saisonstart sind gestellt
Sport Lokalsport Lokalsport Die Weichen für Saisonstart sind gestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:56 09.07.2020
Eine Szene aus der Saison 2019 mit Jakeb Sullivan von den Marburg Mercenaries in der Partie der GFL gegen die Allgäu Comets. Quelle: Erwin Hafner/Archiv
Anzeige
Marburg

Für die German Football League (GFL) und die German Football League 2 (GFL 2) starten die Vorbereitungen auf eine Saison von September bis November.

Nachdem sich jüngst alle 32 Vereine der GFL und der GFL 2 einigen konnten, werden jetzt die Weichen für diese verkürzte Saison gestellt. Das Teilnehmerfeld wird zwar etwas reduziert sein, aber die Marburg Mercenaries werden auf jeden Fall dabei sein, wenn gespielt werden kann.

Anzeige

Definitiv auch gemeldet haben München, Schwäbisch Hall, Dresden und Köln. Es ist davon auszugehen, dass auch die Mehrheit der restlichen elf Vereine melden wird. Die Melde- beziehungsweise Abmeldefrist wurde seitens des American Football Verbands Deutschland (AFVD) nochmals bis 24. Juli verlängert.

„Die Planungen stehen natürlich weiterhin unter dem Vorbehalt, dass die Entwicklung der Covid-19-Pandemie in Deutschland einen Spielbetrieb auch zulässt. Die Einigung der Vereine auf ein neues Lizenzstatut regelt zunächst nur, dass die Vereine und die Spieler, die spielen wollen, dies tun können, und diejenigen, die es nicht wollen, keinerlei Sanktionen zu befürchten haben“, sagt Holger Weishaupt, Pressesprecher der Marburg Mercenaries.

Lizenzstatus wurde geändert

Einstimmig hatten die Vereine in einer Videokonferenz zu Pfingsten die Ligaleitung und den Verband aufgefordert, die Planungen für einen Saisonstart im September und eine verkürzte Saison einzuleiten. Notwendig dazu war eine Änderung des Lizenzstatus, um zu gewährleisten, dass die Teilnahme am Spielbetrieb für jeden Verein freiwillig sein wird.

Für die Bundesligen der Männer, insbesondere die GFL, galt es, in diesem Prozess auch die größeren wirtschaftlichen Verhältnisse der Liga zu berücksichtigen. Der Gesamt-Etat der GFL-Vereine wächst von Jahr zu Jahr kontinuierlich.

Voraussetzung: ausreichend Training und Geld

So waren auch Belange von Sponsoren oder anderen Partnern von jedem der GFL-Vereine besonders sorgfältig zu prüfen, ehe sämtliche 32 Vereine auch verbindlich den Weg zum einstimmig beschlossenen Ziel freimachen konnten.

Gespielt werden soll also im Herbst, wenn die behördlichen Vorgaben dies erlauben. Es muss im August ausreichend Gelegenheit für echtes Mannschaftstraining geben, und die Ausrichtung der Spiele darf für die Vereine keine übermäßigen finanziellen Risiken bergen. Absteiger wird es keine geben, die Meister der German Football League 2 können für die Saison 2021 wählen, ob sie dann für die GFL oder die GFL 2 die neue Lizenz beantragen.

„Geisterspiele“ für die Vereine keine Option

Dass nun so bald wie möglich Spielpläne für die Herbst-Saison ausgearbeitet werden, ist der nächste Schritt in der Planungsphase. In einigen Bundesländern ist die GFL von politischen Stellen bereits – wie etwa die Bundesligen in Handball oder Volleyball – als eine der Ligen genannt worden, für die im Zusammenwirken mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Berufsgenossenschaften und Gesundheitsbehörden spezielle Regelungen ermöglicht werden könnten.

„Geisterspiele“ ohne Zuschauer sind jedoch für praktisch keinen Verein in Football-Deutschland eine Option. Der AFVD lässt derzeit von seiner Medizinischen Kommission ein Hygiene-Konzept für Veranstaltungen mit Zuschauerinnen und Zuschauern erarbeiten, das mit externen Stellen abgestimmt werden wird.

Sportministerkonferenz arbeitet Fahrplan aus

Hoffnung machen die bereits eingeleiteten Lockerungen der behördlichen Maßnahmen. Einzelne Bundesländer erlauben jetzt schon ein gemeinsames Mannschaftstraining von 20 Sportlerinnen und Sportlern auch mit Kontakt und haben die Anhebung dieser Grenze auf 30 in Aussicht gestellt. Auch Zuschauerinnen und Zuschauer werden bereits wieder erlaubt.

Die Sportministerkonferenz arbeitet derzeit auch an einem Fahrplan zur Wiederaufnahme des bundesweiten Wettkampfsports unter Einbeziehung von Zuschauern. Ab September sollen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern wieder erlaubt werden, sofern ein Hygiene-Konzept vorliegt.

Von Michael E. Schmidt