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Lokalsport Marburger Bundesliga-Team ist im Training
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18:55 04.08.2020
Trainer Dana Beszczynski gibt Kim Winterhoff, die zum erweiterten Erstliga-Kader gehört, Tipps. Die meisten Spielerinnen des BC sind wieder ins Training eingestiegen, die intensive Vorbereitung auf die neue Saison beginnt aber erst im September. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Mal ist es nur eine Spielerin, die am Morgen auf dem Parkett steht. Mal sind es auch vier oder fünf, dann eher am Abend. Beim BC Pharmaserv hat die Vorbereitung begonnen – aber noch nicht so richtig. Noch sind nicht alle Spielerinnen in Marburg. Für die, die da sind, geht es darum, erste Grundlagen zu schaffen, auch darum, den neuen Trainer kennenzulernen und umgekehrt.

Am 24. Oktober soll die neue Bundesliga-Saison beginnen – sofern es die Corona-Situation zulässt. Dana Beszczynski hofft, dass es dann tatsächlich losgeht: „Die Pause ist extrem lang. Die Spielerinnen würden am liebsten schon viel früher wieder richtig loslegen.“ Der Chefcoach plant mit knapp sieben Wochen intensiver Vorbereitung ab 7. September: „Das muss reichen, um sich einzuspielen. Die physischen Voraussetzungen müssen die Spielerinnen dann natürlich mitbringen.“

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Einige schaffen sich diese Voraussetzungen derzeit unter Anleitung des US-Amerikaners, der an den meisten Tagen zwei Einheiten anbietet: morgens um 9 Uhr und abends um 19 Uhr. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend – einige Spielerinnen sind noch im Urlaub oder auf Heimatbesuch, sollen aber in Kürze in Marburg eintreffen –, wer mitmacht, wird aber koordiniert. „Manchmal ist es sinnvoll, nur zu zweit zu arbeiten. Manchmal hat es Sinn, in Kleingruppen zu trainieren“, erläutert der Coach.

Neun Spielerinnen im Bundesliga-Stammkader

Beszczynskis Stammkader besteht aus neun Spielerinnen – eine weniger, als unter Vorgänger Patrick Unger in der Vorsaison. „Eigentlich fehlt durch den Abgang von Finja Schaake eine Spielerin“, sagt auch der neue Coach. Die Rekordspielerin hat es nach elf Jahren beim BC aus beruflichen Gründen nach Niedersachsen gezogen, sie spielt künftig für Ligakonkurrent TK Hannover. Derzeit ist jedoch keine weitere Verpflichtung geplant, Präsident Oliver Pohland spricht von einem „vorläufig finalen Kader“ und erläutert: „Das Team, wie wir es jetzt haben, ist das, was wir finanziell aktuell darstellen können.“ Das liege auch daran, dass sich „noch nicht alle Sponsoren zurückgemeldet haben“. Heißt: Es könnte sich eventuell noch etwas tun.

Aktuell sieht es jedoch so aus, dass die Blue Dolphins ohne gestandene Center-Spielerin in die Saison gehen, nachdem Alex Kiss-Rusk sowie deren Verletzungsvertretung Maryna Ivashchanka den Verein verlassen haben. Für Beszczynski ist das kein Problem: „Wir müssen unser Spielsystem darauf einstellen.“ Die Position unterm Korb müssen dann andere große Spielerinnen wie Marie Bertholdt und Mali Sola, die bislang eher von außen kommen, einnehmen.

Trainer und Präsident einig: Playoff-Einzug ist das Ziel

Und auch eine Nachwuchsspielerin hat der Trainer dafür auf dem Zettel: „Lisa Kiefer macht einen sehr gut Eindruck auf mich. Ich bin davon überzeugt, dass sie sich auch in der Bundesliga behaupten kann.“ In der Vorsaison hatte die inzwischen 18-Jährige bereits erste Einsatzminuten in der höchsten Spielklasse.

Das Saisonziel ist für Beszczynski klar: „Wir wollen die Playoffs erreichen. Wir haben die Qualität, um das zu schaffen.“ Das sieht auch Pohland so, ergänzt: „Der Anspruch ist es, die K.-o.-Spiele ohne Hängen und Würgen zu erreichen. Alles darüber hinaus wäre Bonus.“

Von Stefan Weisbrod