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Lokalsport Marburger Blue Dolphins unterliegen Freiburger Eisvögeln
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14:59 22.11.2021
Feierte ihr Debüt für den BC Pharmaserv Marburg: Joanna Grymek (hinten), die hier Freiburgs Shiori Yasuma im Blick hat.
Feierte ihr Debüt für den BC Pharmaserv Marburg: Joanna Grymek (hinten), die hier Freiburgs Shiori Yasuma im Blick hat. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Moral haben die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen einmal mehr bewiesen. Aber einmal mehr hat ihn das nichts genutzt. Denn einmal mehr haben sie ein Bundesliga-Spiel, das sie nicht hätten verlieren müssen, verloren. Diesmal mit 74:83 gegen die Eisvögel des USC Freiburg. Neun Punkte Abstand waren es nach 40 Minuten, waren es aber auch schon nach nicht einmal vier Minuten. „Bitter“ sei das, sagte Forward Joey Klug nach der Begegnung.

Die 23-Jährige selbst machte ein gutes Spiel, war mit 14 Zählern erfolgreichste Punktesammlerin ihres Teams. „Und sie ist noch längst nicht fertig“, sagte ihr Trainer Christoph Wysocki, sieht in der 1,90-Meter-Frau noch viel Potenzial. Allerdings stand sie auch in den ersten Minuten auf dem Parkett, in denen bei den Blue Dolphins nichts zusammenlief. Das Team sei „nicht bereit gewesen für den Druck“, den die Freiburgerinnen gemacht hatten, räumte Klug ein, erklärte damit die vielen Ballverluste, die früh zum klaren Rückstand führten. „Wir sind dann immer hinterhergelaufen“, sagte sie, bezeichnete es als „völlig unnötig“.

31 Punkte allein im zweiten Spielviertel zugelassen

Dabei schien es noch im ersten Viertel so, als könne der BC das Blatt wenden: Nach einem „Dreier“ von Steffi Wagner lag das Heimteam nur noch mit 10:13, nach einem Sololauf von Alex Wilke mit 12:13 (8. Minute) hinten. Mit 12:15 ging es in die erste Viertelpause. Viel zu einfach machten es die Marburgerinnen ihren Gegenspielerinnen in der Folge, 31 Punkte ließen sie binnen zehn Minuten zu. „Das ist mir als Trainer auch noch nicht oft passiert“, sagte Wysocki dazu. Weil das Offensivspiel zumindest phasenweise gut klappte, war beim Stand von 36:47 noch nichts verloren.

Klug bezeichnete Basketball als „ein Spiel der Läufe“, deshalb habe sie immer daran geglaubt, mit ihrer Mannschaft noch gewinnen zu können. Und tatsächlich schien es selbst nach 20-Punkte-Rückstand (45:65/29.) noch einmal so, als könne die Partie kippen: Ein 12:0-Lauf brachte die Marburgerinnen auf acht Zähler heran (57:65/32.). Doch die überragende Freiburgerin Christa Joy Reed (insgesamt 30 Punkte) machte alle Hoffnungen mit zwei „Dreiern“ zunichte.

„Ich hasse es zu verlieren“, sagte Wysocki, ärgerte sich über Fehler in der ersten Hälfte, bescheinigte seinem Team aber auch eine „sehr gute zweite Halbzeit“. Darauf gelte es aufzubauen – mit hoffentlich bald wieder fitten Spielerinnen. Wilke hatte erkennbar mit den Nachwirkungen eines hartnäckigen grippalen Infekts zu kämpfen, Wagner mit muskulären Problemen und Kapitänin Marie Bertholdt ist nach ihrer Corona-Erkrankung „längst noch nicht bei 100 Prozent“, wie ihr Trainer sagte. „Wir haben leider im Moment keine gesunde Mannschaft.“

Grymek gibt ihr Debüt, ist aber noch ein „Fremdkörper“

Wirklich gesund ist auch die neue Centerin Joanna Grymek nicht, da sie sich Anfang des Monats einen doppelten Bänderriss zugezogen hatte. Doch nachdem sie bandagiert ohne Schmerzen trainieren konnte, kam die 2,02-Meter-Frau aus Polen gegen Freiburg auch zu ihren ersten Einsatzminuten. Sichtbar fehlte dabei noch die Bindung ans Spiel. Wysocki: „Sie hat wie ein Fremdkörper gewirkt.“ Er ist aber überzeugt: „Sie wird uns bald helfen. Daran arbeiten wir jetzt im Training.“

BC Pharmaserv Marburg: Wilke 10 Punkte/1 Dreier, Bertholdt 5, Simon 13/2, Lückenotte (nicht eingesetzt), Crymble 5, Klug 14 (8 Rebounds), Grymek, Baker 11/1, Yesilova 2, Weyell 2, Wagner 6/1 (5 Fouls).

Eisvögel USC Freiburg: Pietsch 3/1, Paradzik, Nufer, Little 19 (8 Rebounds, 6 Steals), Konstantinidou, Yasuma 13/1 (7 Assists), Gerlinger, Kapitza 10 (8 Rebounds), Radic 1, Sontag 5/1, Reed 30/6 (5 Steals), Mayer 2.

Viertel: 12:16, 24:31, 14:18, 24:18.

Zuschauer: 200.

Von Stefan Weisbrod