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Lokalsport Marburger Team startet in Berlin die Saison
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14:52 18.08.2021
Einer der Leistungsträger im Marburger Blindenfußball-Team: Alican Pektas. Am Wochenende startet die Mannschaft der Sportfreunde Blau-Gelb Blista in Berlin in die neue Bundesliga-Saison.
Einer der Leistungsträger im Marburger Blindenfußball-Team: Alican Pektas. Am Wochenende startet die Mannschaft der Sportfreunde Blau-Gelb Blista in Berlin in die neue Bundesliga-Saison. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Jetzt aber wirklich! Eigentlich, so war der Plan, sollte der Ball in der Blindenfußball-Bundesliga ab 22. Mai rollen. Daraus wurde nichts – Corona-bedingt. Am kommenden Wochenende soll aber nun gespielt werden: Zum Auftakt gibt es einen Doppelspieltag in Berlin – an dem die Mannschaft der Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg sechs Punkte holen will.

Fast schon, da redet Cheftrainer Manfred Duensing nicht drumherum, muss seine Mannschaft zwei Siege einfahren, will sie ihre ambitionierten Ziele erreichen. Der Modus ist in diesem Jahr etwas anders als in der jüngeren Vergangenheit, statt eines Finalspieltags mit Endspielen – auch des Ersten und des Zweiten der Hauptrunde um den Meistertitel – gibt es in diesem Jahr nur eine einfache Serie. „Jeder Punktverlust kann also teuer werden“, sagt der Coach und macht mit Blick auf die anstehenden Partien gegen Hertha BSC und die SG Düsseldorf/Düren klar: „Wir dürfen uns keinen Patzer erlauben.“

Letzter Feinschliff

Seit dem Frühling läuft der Trainingsbetrieb, haben sich die Spieler – so gut es jeweils möglich war – zu Einheiten getroffen, sich eingespielt. „Jetzt ist’s aber auch mal gut mit Vorbereitung. Jetzt wollen sich alle endlich im Wettkampf messen“, sagt Duensing, der sein Team am vergangenen Wochenende noch einmal zu einem Trainingslager für den „letzten Feinschliff“ zusammengerufen hatte.

Am Freitag soll es gegen Mittag in Marburg losgehen, am frühen Abend ist der Einzug in eine Berliner Jugendherberge geplant. Mit dabei ist Rückkehrer Hasan Koparan, der von Schalke 04 gewechselt ist und „Oldie“ Thomas Horn, der seine Karriere beendet hat, ersetzen soll. Ansonsten ist der Kader aus dem Vorjahr zusammengeblieben.

Am Samstag sind zunächst die Kontrahenten an der Reihe: Neuling BSV Wien, erste österreichische Gastmannschaft in der deutschen Bundesliga, trifft auf den FC St. Pauli, Schalke und Borussia Dortmund stehen sich im Ruhrpott-Derby gegenüber und Düsseldorf/Düren spielt gegen den MTV Stuttgart. „Sicherlich“ werde er sich einen Teil der Spiele ansehen, sagt Duensing. „Aber der Fokus liegt klar auf uns. Wir wollen umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Wir glauben an unsere Stärke.“

„Wir wissen, was wir können.“

Für 16 Uhr ist die Partie gegen Hertha BSC angesetzt. Die Berliner haben den Heimvorteil, dennoch ist für den SF-BG-Trainer klar: „Wir sind der Favorit. Diese Rolle nehmen wir an.“ Ebenso sei es auch am Sonntag, wenn die Marburger um 13 Uhr auf die Spielgemeinschaft aus Fortuna Düsseldorf und 1. FC Düren treffen. „Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen. Aber wir wissen, was wir können.“

Fünf Mal ist der Titel seit der Premierensaison 2008 nach Marburg gegangen, zuletzt im Jahr 2019. Von der Meisterschaft spricht Duensing zwar nicht direkt, viel „Raum“ in der Tabelle bleibt aber nicht, wenn er nach Rang drei in der Vorsaison sagt: „Wir wollen besser abschneiden.“

Vor allem wollen sich die Marburger gegen die anderen Topteams besser präsentieren. Mit den Leistungen gegen den späteren Meister aus Stuttgart sowie gegen Vizemeister St. Pauli war Duensing unzufrieden, in beiden Spielen blieb seine Mannschaft torlos. „Wir wollen gegen diese Gegner zeigen, dass wir dazugelernt haben.“ Der Trainer ist überzeugt: „Wir können gegen beide bestehen.“

Auf die Stuttgarter treffen die Blau-Gelben ausgerechnet am Spieltag Mitte September in der baden-württembergischen Landeshauptstadt (an dem sie auch gegen Schalke ranmüssen), auf St. Pauli dann Mitte Oktober in Hamburg – wieder hat der Gegner Heimvorteil. Zudem wird Anfang September in Trier (Marburg gegen Wien) und zum Abschluss Ende Oktober in Bonn (gegen Dortmund) gespielt.

Von Stefan Weisbrod