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Lokalsport Marburger Team bereitet sich auf die neue Saison vor
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18:50 13.04.2021
Eine Szene von einem Bundesliga-Spieltag 2019 in Marburg, bei dem die Gastgeber (rote Trikots) auf Borussia Dortmund trafen.
Eine Szene von einem Bundesliga-Spieltag 2019 in Marburg, bei dem die Gastgeber (rote Trikots) auf Borussia Dortmund trafen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Mit einem Spieltag in Bonn soll die neue Saison in der Blindenfußball-Bundesliga am 22. Mai beginnen. Ob’s tatsächlich so kommt? Manfred Duensing ist sich im Hinblick auf die Corona-Lage, die zuletzt wieder gestiegenen Infektionszahlen alles andere als sicher. „Aber wir tun erst mal so“, sagt der Cheftrainer der Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg, meint damit, dass die Vorbereitung darauf ausgerichtet ist, dass seine Mannschaft in gut fünfeinhalb Wochen mit einem Spiel gegen Hertha BSC in die neue Runde startet.

Formal hätten die Spieler und ihre Trainer den ganzen Winter durchtrainieren dürfen, denn die Blindenfußball-Teams, die der Bundesliga angehören, gehören zur gleichen Kategorie Mannschaften aus anderen Sportarten, die Spieler sind auf dem Papier also Profis beziehungsweise mit denen gleichgestellt. Ausgenutzt wurde diese Möglichkeit in Marburg aber nicht, stattdessen wurden Spielzüge übers Internet beschrieben, damit sollten sich die Kicker möglichst fit halten. Inzwischen finden zwar wieder regelmäßig Trainingseinheiten statt, wie Duensing berichtet, noch aber mit möglichst wenig Körperkontakt.

Nationalspieler Koparan kehrt von Schalke 04 zurück

„Wir müssen aber natürlich auch Zweikämpfe trainieren“, sagt der Coach, der für ein Trainingswochenende vom 23. bis 25. April erstmals in diesem Jahr alle Spieler – auch die, die nicht in Marburg wohnen – zusammenbekommen möchte. Dabei soll dann auch Rückkehrer Hasan Koparan sein.

Der deutsche Nationalspieler, der 2008 zum ersten Meistertitel der Marburger beigetragen hatte, kehrt von Ligakonkurrent FC Schalke 04 zurück an die Lahn. „Ihn hat es berufsbedingt nach Frankfurt gezogen. Wir sind froh, dass er wieder für uns spielt“, sagt Duensing über den 33-Jährigen, der für die Position direkt vor dem Torhüter vorgesehen ist und „eine Menge Qualität mitbringt“.

Die Verpflichtung von Koparan war auch wichtig, da Thomas Horn, der „Oldie“ im Team, der bislang meist zentral in der Defensive gespielt hatte, seine Karriere beendet hat. Eine weitere Veränderung gibt es im Trainerteam: Martin Mania, der bisherige Co-Trainer, hat die Nachfolge von Peter Gößmann als Cheftrainer der Nationalmannschaft angetreten – aus zeitlichen Gründen hat er seinen Posten bei den Sportfreunden Blau-Gelb daher aufgegeben hat. Das Amt hat sein Bruder Felix Mania übernommen, der bislang bereits als Guide fungiert hatte, also vom Seitenrand Kommandos gegeben hatte. „Wir hoffen, dass wir noch eine sehende Person hinzubekommen, die das Trainerteam unterstützt“, sagt Duensing.

In der Vorbereitung soll sich auch der Nachwuchs anbieten. „Wir haben nicht nur die ersten Vier. Wir haben weitere Spieler mit viel Potenzial im Kader“, sagt Duensing, der mit seinem Team um Topstürmer Alican Pektas nach dem Titel 2019 – dem insgesamt fünften der Marburger – und Platz drei im Vorjahr wieder um eine vordere Platzierung mitspielen will. „Ich denke, wir sind nicht schwächer geworden. Wir können auch gegen Stuttgart und gegen St. Pauli gewinnen“, ist er überzeugt. Der MTV Stuttgart hatte im Vorjahr das Endspiel gegen den FC St. Pauli für sich entschieden. Diesmal soll es keinen Finaltag geben, es ist lediglich eine einfache Runde der acht Teams, ausgetragen an fünf Spieltagen, geplant.

Von Stefan Weisbrod