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Blue Dolphins wollen ersten Matchball nutzen
Blue Dolphins wollen ersten Matchball nutzen
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11:58 03.04.2021
Hanna Crymble (am Ball; bedrängt von Göttingens Riley Lupfer) kam im ersten Viertelfinal-Spiel auf zehn Punkte. An diesem Samstag steigt die zweite Partie der „Best of Three-Serie.
Hanna Crymble (am Ball; bedrängt von Göttingens Riley Lupfer) kam im ersten Viertelfinal-Spiel auf zehn Punkte. An diesem Samstag steigt die zweite Partie der „Best of Three-Serie. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Sie lieben, was sie tun. Die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen, auch ihr Trainer Christoph Wysocki, sie freuen sich auf jedes Spiel, das sie bestreiten dürfen – eigentlich. Denn an Ostermontag, da sind sie sich alle einig, wollen sie nicht ran müssen. Dann würde das dritte Viertelfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft ausgetragen. Und das soll, geht es nach den Blue Dolphins, schlicht nicht nötig werden – dafür muss für den BC Pharmaserv nach dem knappen 71:70-Erfolg am vergangenen Wochenende an diesem Samstag ein Sieg bei den Flippo Baskets aus Göttingen her.

Für Wysocki ist die dritte Partie, die am Montagabend um 19 Uhr in Marburg stattfinden würde, nur eine „Absicherung für den Notfall“, die aber nicht gebraucht werden soll: „Wir sind uns sicher, dass wir in Göttingen gewinnen werden, wenn wir so spielen, wie wir es können.“ Oder anders gesagt: so wie in der ersten Begegnung der „Best of Three“-Serie in der ersten Halbzeit. Nach der führte das BC-Team mit 41:29, drei Minuten zuvor hatte es sogar mit 20 Punkten vorn gelegen (38:18). Danach, so formuliert es der Coach, habe seine Mannschaft „ziemlichen Mist gespielt“, vor allem in der Verteidigung. Sauer ist er deshalb nicht, sieht sogar das Positive: „Jetzt haben wir gesehen, wie wir es nicht machen sollten.“ Und: „Mit einem Punkt zu gewinnen ist besonders schön. Wenn wir am Ende 20 oder gar 30 Punkte Vorsprung gehabt hätten, würde uns das jetzt ja auch nicht mehr bringen.“

Etwas anders klingt Marie Bertholdt: „Es ist eine mentale Sache. Auch bei 20 Punkten Vorsprung darf man nicht zurückschalten.“ Letztlich, sagt aber auch sie, „reicht ein Punkt, um zu gewinnen, das haben wir geschafft“. In Göttingen gelte es, konsequenter zu verteidigen, weniger einfache Treffer der Baskets zuzulassen. Auch in der Offensive sieht die Deutsch-Amerikanerin Potenzial: „Wir haben zu viele Möglichkeiten ausgelassen, auch eigentlich leichte Korbleger.“

Mit dem Gegner mussten sich die Spielerinnen in dieser Woche nicht mehr intensiv beschäftigen – den kennen sie nicht nur aus dem ersten Playoff-Spiel, sondern auch aus den Hauptrunden-Partien, die Mitte Februar beide binnen weniger Tage stattfanden. In eigener Halle gewannen die Blue Dolphins damals mit 89:62, in Göttingen unterlagen sie hingegen mit 59:64 nach Verlängerung. „Das war ein Spiel, das nicht unser Gegner gewonnen hat, das war ein Spiel, das wir verloren haben“, erinnert sich Wysocki an die Partie in der Sporthalle des Felix-Klein-Gymnasiums.

Dort soll nun der Halbfinal-Einzug klargemacht werden. „Wir wissen“, sagt der Trainer, „dass wir besser sind. Das wollen wir zeigen.“ Personell kann er voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen: „Alle Spielerinnen sind fit, alle sind gut drauf.“

Auch Keltern steht vor Einzug ins Halbfinale

Marburger Gegner in der nächsten Runde wären aller Voraussicht nach die Rutronik Stars aus Keltern. Der Hauptrunden-Erste hatte sein Auftaktspiel gegen Halle klar mit 79:63 gewonnen. Alles andere als ein zweiter Sieg an diesem Samstag in der Saale-Stadt wäre eine große Überraschung. Zudem haben der Herner TC, der bei den Eisvögeln in Freiburg ran muss, und die Girolive-Panthers aus Osnabrück, die den personell gebeutelten TSV Wasserburg empfangen, Matchbälle.

Die Halbfinalserie, in der ebenfalls zwei Siege zum Weiterkommen reichen, soll am nächsten Wochenende beginnen. In der Finalserie im Modus „Best of Five“ werden dann drei Siege benötigt. Der Deutsche Meister soll spätestens Anfang Mai feststehen.

Es spielen: Girolive-Panthers Osnabrück – TSV Wasserburg (Sa., 15 Uhr; eventuelles drittes Spiel Mo., 15 Uhr; Playoff-Stand 1:0), Gisa Lions SV Halle – Rutronik Stars Keltern (Sa., 16 Uhr; evtl. Mo., 16 Uhr; 0:1), Flippo Baskets BG Göttingen – BC Pharmaserv Marburg (Sa., 19 Uhr; evtl. Mo., 19 Uhr; 0:1), Eisvögel USC Freiburg – Herner TC (Sa., 19.30 Uhr; evtl. Mo., 16 Uhr; 0:1).

Von Stefan Weisbrod