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Lokalsport Marburg verpasst Überraschung gegen Meister Keltern knapp
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21:55 26.09.2021
Alex Wilke wirft bedrängt von zwei Kelternerinnen auf den Korb. Die Aufbauspielerin des BC Pharmaserv kam auf 20 Punkte – doch ihr letzter Versuch fand nicht das Ziel.
Alex Wilke wirft bedrängt von zwei Kelternerinnen auf den Korb. Die Aufbauspielerin des BC Pharmaserv kam auf 20 Punkte – doch ihr letzter Versuch fand nicht das Ziel.
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Marburg

Wieder haben nur Sekunden gefehlt. Wie im Frühjahr. Da stand es am Ende 67:68 aus Sicht des BC Pharmaserv gegen die Rutronik Stars Keltern – weil der große Favorit, der anschließend auch tatsächlich den Titel gewann, 0,7 Sekunden vor dem Ende traf. Diesmal sind noch zwei Sekunden auf der Uhr, nachdem Milica Deura die Gäste aus Baden-Württemberg in Führung gebracht hatte. Christoph Wysocki nimmt eine Auszeit, dadurch gibt es Einwurf in der gegnerischen Hälfte. Steffi Wagner spielt zu Alex Wilke, die aber von Matea Tavic bedrängt wird. Die Spielmacherin des BC Pharmaserv muss einen Notwurf nehmen, der zu flach gerät, von außen an den Ring springt. Das Spiel ist vorbei. Der Ausgang ist bitter aus Marburger Sicht!

„Das tut weh“, sagte Theresa Simon, die an ihrem 23. Geburtstag zum 70:69 getroffen hatte, insgesamt auf 14 Zähler gekommen war. „Lieber mit zehn Punkten“ hätte sie verloren als derart dramatisch, sagte sie zunächst, schwenkte dann um: „Wir haben gegen die beste Mannschaft der Liga gespielt und waren nah dran am Sieg. Ich denke, wir können stolz auf uns sein.“

Können die Spielerinnen ganz sicher sein, sagte auch Christoph Wysocki. „Wir haben mit großer Leidenschaft gespielt, haben um jeden Ball gekämpft, haben phasenweise super verteidigt und uns die Würfe herausgespielt“, führte der Chefcoach auf. „Wir haben ziemlich viel richtig gemacht. Am Ende steht da aber, dass wir verloren haben.“

Acht-Punkte-Führung nach Zehn-Punkte-Rückstand

250 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Georg-Gaßmann-Halle sahen ein intensives Spiel mit zunächst wechselnden Führungen. Mitte des zweiten Viertels setzten sich die Gäste dann etwas ab, profitierten von unnötigen Fehlern der Marburgerinnen. „Zehn Ballverluste in der ersten Hälfte sind gegen einen starken Gegner deutlich zu viele“, haderte Wysocki, dessen Team beim Stand von 29:39 (19. Minute) sicher auf der Verliererstraße schien.

Bis zur Pause (35:39) waren die Blue Dolphins wieder dran, Mitte des dritten Viertels glichen sie aus (44:44), lagen vorn, nach mehreren Führungswechseln zwischenzeitlich mit 61:53 (33.). „Ich habe gedacht, diesmal knacken wir sie“, sagte Kapitänin Marie Bertholdt. Es kam anders, auch weil die Ex-Marburgerin Alex Kiss-Rusk binnen kurzer Zeit sieben Punkte erzielte. 67:67 stand es nach 38 Minuten, dann 67:69, ehe Simon ihren „Dreier“ traf. Letztlich reichte es nicht, jedenfalls nicht zum Sieg, wohl aber, um aus der Partie eine Menge Selbstvertrauen zu ziehen – was Wysocki zu einer Kampfansage veranlasste: „Lieber verlieren wir jetzt gegen Keltern und gewinnen dafür in den Playoffs, am besten im Finale drei Mal.“ Dann hätten die Blue Dolphins den Meistertitel gewonnen.

BC Pharmaserv Marburg: Wilke 20 Punkte/1 Dreier (8 Assists), Bertholdt 14, Simon 17/2 (7 Rebounds), Crymble 6, Klug, Baker 9, Arthur 2 (4 Fouls), Yesilova, Weyell (nicht eingesetzt), Wagner 2 (4 Fouls).

Rutronik Stars Keltern: Scott 2, Richardson 10, Deura 11/1, Carter 5/1, Mandic 10 (8 Assists), Pokk 9/2 (4 Fouls), Skobel 4, Schüler, Higgs 8, Kiss-Rusk 9/1 (10 Rebounds), Tavic 3.

Schiedsrichter: Herges, Tille.

Viertel: 19:22, 16:17, 19:14, 16:18.

Weitere Ergebnisse des 1. Spieltags: TSV Wasserburg – Panthers Osnabrück 65:73, Bascats Heidelberg – Veilchen BG Göttingen 67:82, Eisvögel Freiburg – Bascats Düsseldorf 84:70, Herner TC – Angels Nördlingen 67:68, TK Hannover – Royals Saarlouis 73:68, Rheinland Lions – Lions Halle 87:52.

Von Stefan Weisbrod