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Lokalsport Blue Dolphins wollen um Titel mitspielen
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18:34 24.09.2021
Das Team des BC Pharmaserv Marburg in der Saison 2021/2022.
Das Team des BC Pharmaserv Marburg in der Saison 2021/2022. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Seit 1992 spielen in Marburg ununterbrochen Frauen in der Bundesliga Basketball – so lange wie an keinem anderen Standort. Saison Nummer 30 nach dem Wiederaufstieg des damals noch zum VfL Marburg gehörenden Teams beginnt an diesem Samstag – und der BC Pharmaserv möchte weit oben in der Tabelle mitmischen, dann in den Playoffs erfolgreich sein.

Das Team: Lediglich Lisa Kiefer, die es in die Vereinigten Staaten gezogen hat, ist aus dem Stammkader der Vorsaison nicht mehr dabei. Dem Team gehören neben der neuen Co-Trainerin Volha Tamirgeanu auch vier neue Spielerinnen an: Nora Brüning und Hanna Bonacker, die schon in der Vorsaison beim Training dabei waren, sowie Selma Yesilova, die aus Nördlingen gekommen ist, und Jasmin Weyell, die von den Rhein-Main-Baskets an die Lahn gewechselt ist. Sie sollen zwar überwiegend im Zweitliga-Team zum Einsatz kommen, aber auch in der höchsten Klasse spielen – nicht nur um Erfahrung zu sammeln, sondern auch um zu helfen. „Sie sind nicht da, um den Kader aufzufüllen“, betont Christoph Wysocki.

Der Chefcoach ist glücklich, dass sich die Leistungsträgerinnen dafür entschieden haben, ihre Verträge zu verlängern. Ein Grund dafür, wie Marie Bertholdt meint: „Die Chemie stimmt, zwischen den Spielerinnen aber auch mit dem Trainer. Es macht einfach Spaß.“ Das war nicht immer so: Unter Trainer Julian Martinez lief es in der vergangenen Saison gar nicht gut. Im Januar übernahm dann Wysocki, unter dem es sportlich steil bergauf ging.

Die Vorbereitung: Als „riesen Vorteil“ bezeichnet es Bertholdt, „dass wir quasi dieselbe Mannschaft wie in der letzten Saison sind“. Gerade zu Beginn der Vorbereitung habe sich das bemerkbar gemacht, erklärt die Spielführerin, die in ihre fünfte Saison beim BC geht: „Dann geht es sonst darum, sich mit dem Konzept zu befassen und die neuen Leute einzubinden. Das ging ziemlich schnell bei uns.“

In den ersten beiden Wochen wurde vor allem an der Kondition gearbeitet, wurden die Spielerinnen auch einige Male zum Laufen in den Wald geschickt. „Das kannten sie vorher noch nicht. Aber sie wissen, wofür es war“, sagt Wysocki mit einem Lachen. Zuletzt wurde viel mit dem Ball gearbeitet, sollte die Spielfreude geweckt werden – was offenbar gelungen ist: Beim 115:49-Sieg im Pokal bei Zweitligist Dillingen sei zwar „nicht alles perfekt“ gewesen, meint der Coach, „aber es sah schon ganz gut aus“.

Das Ziel: Platz drei aus der Vorsaison ist der Maßstab. Der soll es mindestens wieder werden, das hat der Trainer, das haben auch Spielerinnen immer wieder deutlich gemacht. Gern darf es aber auch mehr sein. Vom Titel spricht von sich aus niemand, auf Nachfrage aber schon: „Klar, wir spielen Basketball, um das maximal Mögliche zu erreichen“, sagt Bertholdt. „Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen“, sagt Wysocki. Also kann der BC Meister werden? „Dafür muss alles passen!“

Die Unterstützung: „Das freut mich am allermeisten“, sagt Wysocki, wenn es darum geht, dass wieder Fans in die Halle kommen dürfen. In der kompletten Vorsaison waren Corona-bedingt keine Zuschauerinnen und Zuschauer erlaubt, nahmen lediglich ein paar Vereinsverantwortliche und Pressevertreter auf der Tribüne Platz. Auch jetzt ist nicht alles wie vorher, dürfen (mit wenigen Ausnahmen) nur Geimpfte und Genesene in die Halle, müssen Tickets vorab online gebucht werden (siehe Infobox). Zudem ist die Kapazität zunächst vom Club selbst auf 400 beschränkt worden. Er freue sich selbst, er freue sich „vor allem für die Spielerinnen“, sagt der Coach, „denn sie haben es verdient, dass sie vor Fans spielen können“.

Ähnlich wichtig für den Club sind die Sponsoren, ohne deren Unterstützung „nichts möglich wäre“, wie Vereinspräsident Oliver Pohland Anfang September bei einem Treffen betonte. Größter Geldgeber sind nach Angaben von BC-Vizepräsident Jan-Bernd Röllmann die Stadtwerke Marburg. Deren Geschäftsführer Holger Armbrüster hat dem Bundesliga-Team wenige Tage vor dem ersten Spiel noch persönlich viel Erfolg gewünscht. „Ich freue mich auf die neue Saison“, so Armbrüster, der in der personellen Konstanz „optimale Voraussetzungen für eine starke Saison und ein spannendes Auftaktspiel“ sieht.

Der Auftakt: Ausgerechnet gegen Titelverteidiger Rutronik Stars Keltern geht es los – aus Sicht von Wysocki ist das „optimal“, denn: „So haben wir direkt einen Gradmesser. Nach dem Spiel werden wir genauer wissen, wo wir stehen.“ Er spekuliert aber auch darauf, dass die Gäste noch nicht gut eingespielt sind: Sieben Spielerinnen haben den Verein im Sommer verlassen, sieben neue sind gekommen, müssen integriert werden. Weiterhin beim Meister, der auch in diese Saison als Favorit geht, ist Alex Kiss-Rusk. Die Kanadierin mit ungarischem Pass spielte von 2018 bis 2020 für den BC. Sie stand auch bei den zwei Test-Vergleichen beider Teams vor zwei Wochen auf dem Feld – erst gewann Keltern mit 64:49 in Marburg, dann Marburg mit 86:84 in Keltern. „Das waren gute Spiele“, blickt Kapitänin Bertholdt zurück, „aber da wurde viel experimentiert. Die Ergebnisse haben keine große Aussagekraft.“

Von Stefan Weisbrod

Tickets gibt's nur online

Nach einer Saison ohne Fans kehrt die Stimmung in die Georg-Gaßmann-Halle zurück. Doch es ist so manches anders als vor Beginn der Pandemie. So dürfen nur Personen in die Halle, die entweder von Corona genesen oder dagegen geimpft sind – Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, die dann aber einen aktuellen Testnachweis benötigen. Die entsprechenden Bescheinigungen müssen vor Betreten der Halle vorgelegt werden.

Die zweite wichtige Neuerung: Tickets – sowohl für die Saison als auch für einzelne Spiele des Erstliga- und auch des Zweitliga-Teams – gibt es ausschließlich über das Internet; das Portal ist über die Seite www.bc-marburg.de erreichbar. Solange verfügbar, können auf diesem Weg nach Angaben des Clubs beispielsweise über ein Smartphone noch bis kurz vor Spielbeginn Tickets gebucht werden. sw

Zweites Team startet gegen Grünberg

Mit einem mittelhessischen Derby gegen die Baskets Grünberg startet das zweite BC-Team an diesem Samstag (15.30 Uhr) in die Zweitliga-Saison. Für die Young Dolphins ist es die erste Partie in der zweithöchsten Klasse nach dem Aufstieg aus der Regionalliga im Frühjahr 2020 – denn in der Vorsaison bestritten sie Corona-bedingt kein Spiel. Ziel der Mannschaft von Trainerin Volha Tamirgeanu ist der Klassenerhalt.