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Lokalsport Marburgerin Theresa Simon will zu den Olympischen Spielen
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11:00 05.05.2021
Theresa Simon vom BC Pharmaserv Marburg (am Ball; hier bedrängt von Osnabrücks Emma Eichmeyer) will Ende Mai mit der deutschen 3×3-Nationalmannschaft um ein Olympia-Ticket spielen.
Theresa Simon vom BC Pharmaserv Marburg (am Ball; hier bedrängt von Osnabrücks Emma Eichmeyer) will Ende Mai mit der deutschen 3×3-Nationalmannschaft um ein Olympia-Ticket spielen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Konkurrenz ist stark – die internationale, aber auch die teaminterne. Und dennoch glaubt Theresa Simon daran, sie glaubt an ihren olympischen Traum. Realistisch? „Es wird schwer. Aber ja, ich kann es schaffen, wir können es schaffen“, ist die Spielerin des BC Pharmaserv Marburg überzeugt. Sie ist eine von sechs Spielerinnen, die von Matthias Weber, dem Bundestrainer im 3×3-Basketball, nominiert wurde. Aber nur vier von ihnen sind Ende Mai in Graz dabei, wenn um eines von drei Olympia-Tickets gespielt wird.

Ihre Marburger Vereinskameradinnen sind nach dem Gewinn der Bronzemedaille vor knapp zwei Wochen in der verdienten Sommerpause, machen aktuell höchstens lockeres Training. Nicht so Simon: Sie arbeitet – und zwar richtig hart. Täglich wird in Hannover trainiert – im Team und individuell, dreimal pro Woche geht’s in den Kraftraum. „Wir haben jetzt vier Wochen, um uns vorzubereiten. Wir nutzen die Zeit“, sagt Simon, die kein Problem damit hat, den ein oder anderen blauen Fleck vom Court zu tragen: „Wir werden nicht geschont, wenn es um alles geht. Deshalb schonen wir uns auch im Training nicht. Da geht es auch zur Sache.“

2018 spielte sie für in der U23 für Deutschland bei der WM

Die Variante des Basketballs, bei denen drei Spielerinnen pro Team auf nur einen Korb gegeneinander antreten, ist neu im olympischen Programm. Das Spiel ist deutlich physischer als beim „normalen“ Basketball, den Aktiven werden keine Ruhepausen gegönnt: „Beim Fünf gegen Fünf gibt es auch immer mal einen Moment, in dem man durchpusten kann. Bei der Dreiervariante gibt’s den nicht, da kann man sich keine einzige Sekunde rausnehmen“, erklärt die 22-Jährige, die kein Neuland betritt: 2018 spielte sie für die deutsche U-23-Nationalmannschaft bei der 3×3-Weltmeisterschaft in China, Platz vier wurde erreicht. Auch fürs Frauenteam war sie bereits aktiv, unter anderem bei einem Turnier vor zwei Jahren in Rumänien. „Da hatten wir vorher jeweils nur kurze Lehrgänge. Jetzt haben wir mehr Zeit, uns kennenzulernen und einzuspielen. Das wird uns helfen.“

Neben Simon sind Satou Sabally, die in der nordamerikanischen WNBA für die Dallas Wings spielt, deren Schwester Nyara (University of Oregon) sowie Stefanie Grigoleit, Luana Rodefeld und Svenja Brunckhorst nominiert worden. Die beiden früheren Marburgerinnen Grigoleit und Rodefeld haben zuletzt quasi nebenbei bei Zweitligist Eintracht Braunschweig gespielt, ihren Fokus bereits klar auf den 3×3-Basketball gelegt. Das Gleiche gilt für Brunckhorst, die deshalb zu Beginn des Jahres beim Erstligisten TSV Wasserburg aufgehört hatte und nach Hannover gezogen war. Das Trio hat damit einen Vorteil gegenüber den Sabally-Schwestern und gegenüber Simon, die aber davon überzeugt ist: „Jede Spielerin hat die Chance, sich zu beweisen.“ Dafür werde im Training und auch in Testspielen, etwa gegen die niederländische Auswahl, in wechselnden Dreierkombinationen gespielt, von Weber beobachtet, wer zu wem am besten passt. „Die Entscheidung, wer mitfährt, muss der Trainer treffen“, sagt Simon.

USA und Frankreich sind zwei der Vorrundengegner

Am 26. Mai beginnt das fünftägige Qualifikationsturnier in Österreich, spätestens drei Tage vorher muss das Viereraufgebot feststehen. „Die, die nicht mitspielen, werden die anderen trotzdem unterstützen“, ist sich Simon sicher. Und jede Unterstützung könnte nötig sein, denn bereits in der Vorrunde bekommt es die deutsche Auswahl mit den Topteams aus den USA und aus Frankreich zu tun, außerdem mit den Teams aus Uruguay und Indonesien. Nur Platz eins und zwei in der Gruppenphase führen ins Viertelfinale. Ermittelt werden drei von acht Teilnehmern am Frauenturnier der Olympischen Spiele; die beiden Halbfinalsieger sowie der Gewinner der Partie um Platz drei sind in Japan dabei. „Wir sind sicher kein Favorit“, sagt Simon, ist aber überzeugt: „Wir haben eine Chance. Wir werden alles geben.“

Von Stefan Weisbrod