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Lokalsport Wettkämpfe ja! Aber wann und wie?
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13:59 20.06.2020
Einige Tischtennis-Vereine trainieren wieder. Wie es konkret weitergeht, will der Verband am 26. Juni besprechen. Quelle: Tobias Hirsch/Archiv
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Marburg

Der Wettkampfbetrieb ist zwar wieder erlaubt, aber nur wenn er unter den gleichen Bedingungen wie der Trainingsbetrieb stattfinden kann. Voraussetzung ist, dass der Sport alleine, in Gruppen von höchstens zehn Personen oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes stattfindet.

Während die Tennisligen von den Verbandsligen abwärts bereits an diesem Sonntag, 21. Juni, wieder starten (die OP berichtete), ist noch nicht sicher, ob auch andere Sportarten ihren Spielbetrieb Ende August/Anfang oder Mitte September wieder aufnehmen können – etwa die Basketballer, Handballer, Tischtennisspieler, Volleyballer oder Leichtathleten.

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Die OP gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Planungen:

Leichtathletik

Den hessischen Vereinen und Leichtathletik-Kreisen ist es wieder erlaubt, Wettkämpfe mit maximal 100 Personen auf dem Gelände ohne Zuschauer auszurichten.

Was bedeutet das konkret für die Vereine? Grundsätzlich gelten die aktuellen Kontakt- und Hygiene-Bestimmungen der Landesregierung. Dem Veranstalter muss zudem die Genehmigung der zuständigen Behörde vorliegen.

„Alle stehen in den Startlöchern, allerdings fehlen noch die Genehmigungen seitens des Deutschen beziehungsweise Hessischen Leichtathletik-Verbands“, sagt Helmut Schaake, Pressesprecher des Leichtathletik-Kreises Marburg-Biedenkopf. Betroffen davon seien beispielsweise zwei Topathletinnen aus dem Kreis:

Julia Merbach vom TSV Kirchhain und Julia Altrup (VfL Marburg), die noch eine Normzeit über 800 Meter für die Deutschen Meisterschaften liefern müssen. Zwar könnten beide in Luzern oder Regensburg laufen, weil dort Sportfeste bereits genehmigt wurden. Doch wäre das mit einem großen Aufwand verbunden.

„Außerdem hat der DLV noch nicht einmal die Normzeiten festgelegt“, kritisiert Schaake. Ob und wann auch wieder Laufveranstaltungen in der hiesigen Region stattfinden, steht noch in den Sternen. Mitte Juli etwa plant der Leichtathletik-Kreis ein Sportfest im Gaßmann-Stadion. „Wir haben dazu ein Konzept vorgelegt und warten noch auf Grünes Licht seitens der Politik. Ebenso ist geplant, dass der Burgwald-Marathon am letzten Augustwochenende an zwei Tagen ausgerichtet werden soll. Auch dies muss der Landkreis erst noch genehmigen“, sagt Schaake.

Basketball

Normalerweise würde die Saison für die hessischen Mannschaften nach dem 31. August wieder starten. „Ob dies möglich ist, hängt dann von den weiteren Vorgaben beziehungsweise Entscheidungen der Landesregierung ab“, sagt Heide Aust, Geschäftsstellenleiterin des Hessischen Basketball-Verbands.

„Wir lassen derzeit neben dem bereits genehmigten Training auch Trainingsspiele innerhalb des Vereine mit fünf gegen fünf zu – immer unter Einhaltung der Hygiene-Regeln, wofür die jeweilige Kommune zuständig ist. Freundschaftsspiele zwischen Mannschaften verschiedener Vereine sind allerdings noch untersagt“, ergänzt sie.

Es gebe zwar bereits Überlegungen innerhalb des Verbands über einen möglichen Saisonstart. „Diese werden Ende Juni auf unserer Präsidiumssitzung erörtert werden, sind aber noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“, sagt Aust.

Handball

Nicht leicht haben es die Handballer. Zwar dürfen auch sie mit fünf gegen fünf wieder trainieren. „Doch machen da einige Kommunen in Hessen nicht mit und verbieten derzeit selbst dies“, sagt Günter Dörr, Präsident des Hessischen Handball-Verbands. „Ich denke, es wird noch sechs bis acht Wochen dauern, ehe ein regulärer Trainingsbetrieb hessenweit stattfinden wird. Und danach soll ja auch die Saison wieder losgehen“, ergänzt Dörr.

Der Verband hat dazu ein Konzept entwickelt mit drei Varianten: Regulärer Saisonstart Mitte September, Saisonstart nach den Herbstferien oder aber Saisonstart erst im Januar 2021 mit nur einer Halbserie. „Die letzte Variante wäre der Worst Case, aber wir müssen uns ob der unsicheren Lage das Virus’ betreffend auch damit beschäftigen“, ergänzt Dörr.

Volleyball

Warten auf das Ja zum Start der Saison müssen auch die Volleyballer. Im Gegensatz zu den Basketballern, wo fünf gegen fünf antreten dürften, spielen beim Volleyball sechs gegen sechs. „Der Trainingsbetrieb ist zwar langsam wieder angelaufen. Trainieren unter Wettkampfbedingungen ist aber noch nicht erlaubt“, sagt Klaus P. Diel, Vorsitzender des Volleyball-Bezirks Mitte.

„Dennoch planen wir so, als ob die Saison regulär ab September beginnen könnte. Jedoch sind auch wir abhängig von der weiteren Entwicklung und davon, was die Politik erlaubt,“ ergänzt Diel. Immerhin gibt es aber auch Positives zu verkünden: Entgegen den Befürchtungen haben sich keine Mannschaften abgemeldet, so dass die Saison mit derselben Anzahl von Mannschaften starten könnte wie in der Vorsaison.

Tischtennis

Viele Tischtennis-Vereine haben das Training wieder aufgenommen. „Wie und ob die neue Saison am letzten Augustwochenende startet, ist noch offen“, sagt Rolf-Werner Schmittdiel, Kreiswart des Tischtennis-Kreises Marburg-Biedenkopf. „Geplant ist dies. Besprochen und vorbereitet wird alles auf der Beirats-Sitzung des Verbands am 26. Juni. Danach müssen wir abwarten, wie von oben, also vom Deutschen Tischtennis-Bund, und selbstverständlich auch von der Politik entscheiden wird“, ergänzt der Stadtallendorfer.

Immerhin wurden unterdessen die Einzel-Turniere für Frauen und Männer um den VR-Cup (Volksbanken und Raiffeisenbanken Cup), der am 12. März unterbrochen wurde, ab dem 16. Juni wieder aufgenommen. Allerdings machen nicht alle Ausrichter mit. So wurde unter anderem der für dieses Wochenende geplante VR-Cup in Lollar abgesagt.

Für die neue Saison haben 99 Mannschaften aus dem Landkreises Marburg-Biedenkopf gemeldet, darunter eine Frauen-Mannschaft. 2019 waren es 98 Mannschaften, darunter vier Frauen-Teams. Demzufolge wird es keine Kreisliga A Frauen mehr geben, weil nur Anzefahr gemeldet hat, die in der Bezirksliga antreten können.

Weniger Meldungen gab es auch bei den Jugendteams: 2019 waren es 39, in diesem Jahr nur noch 30.

Von Michael E. Schmidt

Beschränkungen

Der Trainings- und Wettkampfbetrieb ist gestattet, wenn er kontaktfrei oder nur gemeinsam mit Personen, denen der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum erlaubt ist oder unter Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Personen ausgeübt wird.

Somit sind zum Beispiel Mannschaftssportarten, bei denen sich maximal bis zu 10 Sportlerinnen oder Sportler auf einem gemeinsamen Spielfeld befinden, seit 11. Juni zulässig.

Schiedsrichter oder Wettkampfrichter sowie Auswechselspieler werden nicht in die Personenzahl mit eingerechnet, sofern diese stets mindestens 1,5 Meter Abstand halten.

Dusch- und Umkleideräume können unter Beachtung von Auflagen wieder geöffnet werden.

Zuschauer sind weder beim Trainingsbetrieb noch bei Wettkämpfen aktuell gestattet.

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