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Wildcard-Spieler Max Wiskandt überrascht
Wildcard-Spieler Max Wiskandt überrascht
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11:29 07.07.2021
Besiegte den in der Weltrangliste 1 300 Ränge besser platzierten Kyrian Jacquet: Max Wiskandt.
Besiegte den in der Weltrangliste 1 300 Ränge besser platzierten Kyrian Jacquet: Max Wiskandt. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Für Julian Lenz sind die Marburg Open bereits beendet gewesen, ehe sie überhaupt begonnen hatten. Die Nummer 273 der Welt, an Position eins gesetzt, sitzt mit einem Magen-Darm-Infekt zu Hause. Bitter für den Grünberger, schade auch für den veranstaltenden TV Marburg, hat das Weltranglistenturnier damit doch einen seiner potenziellen Hauptdarsteller verloren – und einen Publikumsmagneten: Regelmäßig waren bei vorherigen Auflagen Fans aus der Region, insbesondere aus dem rund 30 Autominuten entfernten Grünberg, in den Marburger Süden gekommen, um Lenz spielen zu sehen.

Der Topgesetzte konnte also gar nicht erst eingreifen, die Nummer zwei und die Nummer drei der Liste sind am Dienstag sportlich ausgeschieden – aus deutscher Sicht einmal enttäuschend, einmal erfreulich: Jeremy Jahn, an Position drei gesetzt, unterlag glatt mit 2:6, 2:6 gegen Alexander Donski aus Bulgarien. Für eine mindestens mittelgroße Überraschung sorgte Wildcard-Inhaber Max Wiskandt. Der 19-Jährige, in der ATP-Weltrangliste auf Platz 1 637 stehend, setzte sich glatt in zwei Sätzen gegen Kyrian Jacquet, exakt 1 300 Positionen besser platziert, durch.

Von Beginn an knüpfte Wiskandt seinem französischen Gegner den Schneid ab. „Ich hatte einen guten Start ins Match und gemerkt, dass er sich nicht so gut fühlt“, sagte der deutsche Youngster später im Gespräch mit der OP. Sofort nahm er seinem Kontrahenten zwei Aufschlagspiele ab, führte mit 4:0, holte den ersten Satz mit 6:2. Den Schwung nahm er mit, schaffte auch im zweiten Durchgang ein frühes Break. Jacquet hielt nun aber stärker dagegen. Die Ballwechsel wurden länger, der 337. der Weltrangliste zeigte zunehmend seine Klasse. Doch Wiskandt hatte in den entscheidenden Situationen stets die richtige Antwort, setzte sich mit 6:4 durch. „Ich denke, es war eine gute Performance von mir“, sagte er selbstbewusst. Und was hat er sich für den weiteren Turnierverlauf vorgenommen? „Ich habe kein besonderes Ziel, was die Runde angeht. Ich will einfach gut spielen.“

Patrick Zahraj passt Hauptfeld

Patrick Zahraj verpasste zuvor den Einzug in die erste Runde des Hauptfelds, verlor zum Abschluss der Qualifikation mit 4:6, 4:6 gegen den Russen Yan Sabanin. Der 21-Jährige, Sohn des früheren Marburger Trainers Radek Zahraj, verlor ein weitgehend ausgeglichenes Match unglücklich. „Ich denke, es lag an der Chancenverwertung“, sagte er anschließend im Pressegespräch. „Ich hatte sechs oder sieben Break-Chancen und habe nichts daraus gemacht.“ Anders Sabanin, der sowohl im ersten als auch im zweiten Satz jeweils ein Aufschlagspiel Zahrajs und dadurch letztlich die Partie gewann.

Die hätte eigentlich bereits am Mittag beginnen sollen, wurde stattdessen am späten Nachmittag ausgetragen. Schuld daran war das Wetter: Den ganzen Vormittag regnete es durch, letztlich ging es mit gut drei Stunden Verzug los. „Kein Problem“, versicherte Turnierdirektor Robin Löffler. Nur drei der 16 angesetzten Begegnungen mussten verschoben werden, auch weil bis nach 21 Uhr gespielt wurde: Als der Sieg der Niederländer Daniel De Jonge und Guy Den Ouden gegen ihre Landsleute Dax Donders und Jing Long Weng feststand, hatte bereits die Dämmerung eingesetzt.

Ergebnisse und Ansetzungen

Am Dienstag haben gespielt

Qualifikation Einzel, 2. Runde: Paul Wörner (Deutschland) – Sidane Pontjodikromo (Niederlande) 3:6, 5:7; Christoph Negritu (Deutschland) – Maik Steiner (Deutschland) 7:6 (7:5), 5:7, 8:10; Guy Den Heijer (Niederlande) – Florian Broska (Deutschland) 6:3, 7:6 (7:3); Andreas Ciurletti (Italien) – Yannik Steinegger (Schweiz) 1:6, 7:6 (7:4), 3:10; Yan Sabanin (Russland) – Patrick Zahraj (Deutschland) 6:4, 6:4; Milan Welte (Deuschland) – Raphael Collignon (Belgien) 7:6 (7:4), 6:3; Aleksandre Baskshi (Georgien) – Tim Handel (Deutschland) 3:6, 2:6; Amaury Raynel (Frankreich) – Dominik Recek (Tschechien) 4:6, 4:6.

Hauptfeld Einzel, 1. Runde: Alexander Donski (Bulgarien) – Jeremy Jahn (Deutschland) 6:2, 6:2; Alvaro Lopez San Martin (Spanien) – Gauthier Onclin (Belgien) 6:3, 6:3; Jonathan Mridha (Schweden) – Wilson Leite (Brasilien) 6:2, 6:4; Max Wiskandt (Deutschland) – Kyrian Jacquet (Frankreich) 6:2, 6:4; das geplante Match von Julian Lenz wurde abgesagt.

Hauptfeld Doppel, 1. Runde: Dax Donders/Jing Long Weng (beide Niederlande) – Daniel De Jonge/Guy Den Ouden (beide Niederlande) 4:6, 6:3, 7:10.

Am Mittwoch sollen ab 11 Uhr insgesamt 17 Matches im Einzel und Doppel ausgetragen werden, die letzten frühestens um 17.30 Uhr beginnen. Die genauen Ansetzungen sind auf dem Onlineportal der International Tennis Federation (ITF) veröffentlicht, verlinkt auf der Website www.marburg-open.de.

Von Stefan Weisbrod