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Lokalsport Davis-Cup-Teamchef zeigt Zuversicht
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22:27 09.07.2019
Gestern erreichten die an Nummer vier und fünf gesetzten Spieler das Achtelfinale, so auch Mauricio Echazu aus Peru.  Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Vor allem interessieren Michael Kohlmann die Auftritte des in Marburg an Nummer eins gesetzten Louis Weßels (20) aus Bielefeld und Bastien Presuhn, die beide am Mittwoch um den Einzug ins Achtelfinale des mit 15.000 US-Dollar dotierten Turniers kämpfen. Weßels und Presuhn werden am Bundesstützpunkt in München von Kohlmann, der auch Bundestrainer des männlichen Nachwuchses ist, gecoacht.

Michael Kohlmann. Foto: Michael E. Schmidt)

Weßels, 2,01 Meter groß, ist derzeit auf Weltranglistenposition 465. 2016 kam er zu seinem Debüt auf der ATP-World-Tour: Bei den German Open mit einer Wildcard von Turnierdirektor Michael Stich ausgestattet, setzte er sich überraschend in Runde eins gegen den Kanadier Steven Diez durch.

Damit wurde Weßels der bis dahin Jüngste der ATP-World-Tour 2016, der ein Spiel gewann. Bastien Presuhn vom TC Rot-Weiß Hildesheim ist 19 Jahre alt und auf der ITF-Tour noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, zählt aber zu den großen Talenten des deutschen Tennissports – wie einst der Argensteiner Jannis Kahlke auch.

Kohlmann hat den Weg des inzwischen 25-jährigen Kahlke, der am Montag in der 2. Qualifikationsrunde ausgeschieden war (wir berichteten ausführlich), seinerzeit verfolgt: „In der Tat hatte Kahlke das Zeug, ein Großer zu werden. Aber es spielen viele Faktoren eine Rolle, um dies zu schaffen“, sagt Kohlmann, der in diesem Zusammenhang einräumt, dass Tennis ein teurer Sport ist.

 Schützlinge von Kohlmann müssen am Mittwoch ran

„Doch spielt der finanzielle Aspekt nicht die einzige Rolle auf dem sicherlich harten Weg nach oben. Wichtig ist ebenso das gesamte Umfeld eines jungen hochtalentierten Spielers“, ergänzt Kohlmann und verweist auf die derzeitige Situation des besten deutschen Tennisprofis Alexander Zverev, der nach einem überaus starken Jahr 2018 nun seit Monaten einen Durchhänger hat.

„Zverev hat selbst eingeräumt, dass sich etwas in seinem Umfeld ändern muss. Dabei spielt der Einsatz von vielen Personen eine ganz wichtige Rolle. Unruhe im Tennissport, egal, ob in jungen Jahren oder später als Profi, ist für die Entwicklung mehr als hinderlich.

Ich habe aber keine Bedenken, dass es sich bei Zverev wieder zum Positiven wendet“, sagt Kohlmann, der sich auch um die Zukunft des deutschen Männertennis keine Sorgen macht, sondern zuversichtlich ist, dass noch einige den Weg nach oben schaffen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Weltranglisten-Fünfter nur um Nuancen besser ist als einer, der in der Weltrangliste 50. ist.“

Die beiden Schützlinge von Kohlmann müssen am Mittwoch ran: Weßels trifft auf den Argentinier Frederico Moreno (nicht vor 14.30 Uhr), Presuhn um zirka 15.30 Uhr auf seinen Landsmann Karlo Cubelcic. Wie lange Kohlmann die Marburg Open noch verfolgt hängt davon ab, wie weit seine beiden Spieler kommen.

Neben Weßels und Presuhn schlagen heute auch die an Nummer zwei und drei Gesetzten auf: Ryan Nijboer aus den Niederlanden und James Frawley aus Australien.

Das Achtelfinale bereits erreicht hat gestern der älteste Teilnehmer der diesjährigen Marburg Open, Mauricio Echazu aus Peru (an Nummer vier gesetzt). Der nur 1,74 Meter große 30-Jährige aus Lima besiegte den Brasilianer Eduardo Dischinger mit 6:4 und 6:1. Echazu tourt immer wieder durch Europa und bestritt die letzte Saison beim Hessenligisten Enkheim: „Ich bin das erste Mal in Marburg. Es macht Spaß hier zu spielen, das Ambiente gefällt mir.

Allerdings sind die ITF-Turniere in Europa wesentlich besser besetzt als die in Südamerika, insofern steht noch ein hartes Stück Arbeit vor mir“, sagt Echazu.

von Michael E. Schmidt 

   

Marburg Open

1. Runde, Einzel
• Marek Gengel (CZE) – Kai Wehnelt (GER, 5) 2:6, 4:6; • Mauricio Echazu (PER, 4) – Eduardo Dischinger (BRA) 6:4, 6:1; • Joel Vincent Link (GER) – Mats Rosenkranz (GER) 3:6, 1:6; • Aleksandre Metreveli (GEO) – Robin Stanek (CZE) 4:6, 6:7; • Jesper de Jong (NED) – Maxime Pauwels (BEL) 6:4, 6:1; • Filip Bergevi (SWE, 6) – George Botezan (ROU) 7:6, 3:6, 4:6; • Nikolay Vylegzhanin (RUS) – Ondrej Krstev (CZE) 6:7, 6:7; • Peter Nagy (HUN, 7) – Mirko Martinez (SUI) 6:1, 4:6, 1:6.

Achtelfinale, Doppel
• Mislav Bosnjak/Matthew Dellavedova (AUS) – Ludvig Aaes/Tim Heger (DEN/GER) 6:3, 6:2; • Alexander Mannapov/Robin Stanek (GER/CZE) – William Ma/Marco Neubau (AUS/ESP) 6:4, 4:6, 10:6; • Bastien Presuhn/Yannik Steinegger (GER/SUI) – Mauricio Echazu/Federico Moreno (PER/ARG) 6:7, 3:6; • Jannik Rother/Louis Wessels (GER/GER) – Boris Klingbeil/Mark Simons (GER/GER) 6:2, 6:4; • James Frawley/Mats Rosenkranz (AUS/GER) – Kai Wehnelt/Patrick Zahraj (GER/GER) 6:3, 2:6, 12:10; • Eduardo Dischinger/Joel Vincent Link (BRA/GER) – Vasile Antonescu/Patrick Grigoriu (ROU/ROU) 3:6, 6:7.

Am Mittwoch
1. Runde, Einzel (ab 11 Uhr), Sparkassen Court: Gibril Diarra (AUT) – Lasse Muscheites (GER); Tim Heger (GER) – Yannik Steinegger (SUI); Nicht vor 14.30 Uhr: Louis Weßels (GER, 1) – Frederico Moreno (ARG); Bart van den Berg (NED) – Patrick Zahraj (GER).
1. Runde, Einzel (ab 11 Uhr), SundS Court: Buvaysar Gadamauri (BEL) – Raphael Baltensperger (SUI, 8); Joao Lucas Reis da Silva (BRA) – Ryan Nijboer (NED, 2); Nicht vor 14 Uhr: Valentin Günther (GER) – James Frawley (AUS, 3); Karlo Cubelcic (GER) – Bastien Presuhn (GER).
1. Runde, Doppel (im Anschluss an die Einzel): Filip Bergevi/George Botezan (SWE/ROU) – Jim Walder/Jordi Walder (GER); Tuna Altuna/Aleksandre Metreveli (TUR/GEO) – Jesper de Jong/Ryan Nijboer (NED).

Programm heute
15 Uhr: Kids trainieren mit Profis – Gelegenheit für Kinder und Jugendliche aus dem Tenniskreis zum Training mit den Turnierteilnehmern.
19 Uhr: Vereinsabend mit Weinprobe.