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Lokalsport Eine Woche Weltklasse-Tennis in Marburg
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10:12 02.06.2022
Sieger im Vorjahr: Louis Weßels.
Sieger im Vorjahr: Louis Weßels. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ein Wunsch für die Marburg Open in diesem Jahr? Michaela Peters hat mehrere. Die meisten gehen in die Richtung, dass es gern wieder so laufen darf wie im vergangenen Jahr. Eines aber soll bitte anders werden: „Wir hätten gern besseres Wetter.“ Regen hat beim Marburger Weltranglisten-Tennisturnier beinahe schon Tradition. Aber 2021 gab es eine besonders nasse Ausgabe, sorgten Niederschläge immer wieder für Verzögerungen, auch am Finaltag: Rund anderthalb Stunden war das Endspiel zwischenzeitlich unterbrochen worden, ehe sich Louis Weßels knapp in drei Sätzen gegen Nick Hardt aus der Dominikanischen Republik durchsetzte.

Ob Weßels, derzeit die Nummer 324 der ATP-Weltrangliste, in gut einem Monat erneut in die Universitätsstadt kommt? Peters hofft es, der 23-Jährige habe schließlich „die Chance auf den Hattrick“, sagt die stellvertretende Vorsitzende des gastgebenden TV Marburg, die die Turnierplanung koordiniert. Denn nicht nur die jüngste Auflage, auch vor drei Jahren – 2020 fiel das Turnier Corona-bedingt aus – gewann der Bielefelder.

Ein vorläufiges Teilnehmerfeld gibt es erst zwei Wochen vor Beginn des Turniers, das vom 4. bis 10. Juli ausgetragen wird. Bis dahin haben die Spieler Zeit, sich anzumelden. Die absoluten Topstars des Sports werden parallel in Wimbledon aufschlagen, doch auch in Marburg wird es einmal mehr Weltklasse-Tennis zu sehen geben. Spieler aus dem mittleren dreistelligen Bereich der Weltrangliste werden an der Willy-Mock-Straße erwartet, auch angelockt von möglichen Prämien: Insgesamt 25 000 Dollar Preisgeld werden im Einzel und Doppel ausgespielt, zudem gibt es Punkte für die ATP-Rangliste zu gewinnen, allein der Sieger im Einzel erhält 20 – eine Anzahl, mit der ein ordentlicher Sprung im Klassement möglich ist.

Die Marburg Open finden damit erneut in der höheren der beiden Turnierkategorien der ITF World Series statt. Das ist nicht selbstverständlich, wie Peters erläutert: „Im vergangenen Jahr haben wir durch die Verbände wegen der Pandemie zusätzliche finanzielle Zuwendungen bekommen, die gibt es diesmal nicht.“ Froh ist sie über die Unterstützung durch Sponsoren: „Ohne sie wäre solch ein Turnier nicht möglich.“

Ohne die vielen beteiligten Personen aus dem Verein auch nicht. Viele werden während des Turniers im Einsatz sein, etwa dafür sorgen, dass die Spieler aufs Gelände und in ihre Hotels kommen, dass die Plätze in gutem Zustand sind, dass Zuschauerinnen und Zuschauer versorgt werden. Längst eine Menge zu tun hat das Organisationsteam, zu dem neben Peters der Vorsitzende Thomas Kelz, Robin Löffler, der zum zweiten Mal als Turnierdirektor fungiert, Anselm Tischer als Zuständiger für die Finanzen, Marcella Eierdanz, die für das Turnierbüro zuständig ist und die zahlreichen Helferinnen und Helfer koordiniert, Kurt Orthwein als Technischer Direktor und Platzwart sowie der frühere Turnierdirektor Peter Zimmermann, der seine Erfahrung einbringt, gehören.

Peters hofft, dass sich der Aufwand erneut lohnt, dass möglichst viele Interessierte klasse Tennis erleben – vielleicht auch den ein oder anderen zukünftigen Topstar live sehen: Alexander Zverev, der am Freitag gegen Rafael Nadal um den Einzug ins Finale der French Open spielt, beispielsweise hatte 2014 als 17-Jähriger seine Visitenkarte bei den Marburg Open abgegeben.

Von Stefan Weisbrod