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Lokalsport Mercenaries unterliegen dem Schlusslicht
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15:28 06.09.2021
Marburgs Marcus Cox (mit Ball) wird von den Frankfurtern Rico Geyer (links) und Marisu Markert gestoppt.
Marburgs Marcus Cox (mit Ball) wird von den Frankfurtern Rico Geyer (links) und Marisu Markert gestoppt. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Es hätte der rauschende Abschluss einer schwierigen Saison werden sollen für die Marburg Mercenaries in der German Football League. 635 Zuschauer waren am Sonntag (5. September) ins Georg-Gaßmann-Stadion gekommen. Die meisten davon, um den ersten Heimsieg der „Söldner“ im letzten Saisonspiel zu sehen. Stattdessen jubelten am Ende Spieler, Verantwortliche und Fans aus der Mainmetropole ausgelassen – kein Wunder, denn für Frankfurt Universe war es nach acht teils herben Niederlagen in Folge der erste Sieg.

Einer, der sich noch als nützlich im Kampf um den Klassenverbleib erweisen könnte, sollten die Südhessen zusätzlich noch die Punkte aus dem ausgefallenen Spiel gegen die Allgäu Comets am grünen Tisch zugesprochen bekommen. Marburgs Nico Koch wollte nach der Partie kein Blatt vor den Mund nehmen: „Enttäuschend“ sei die Saison letzten Endes gewesen. „Mein Anspruch ist ein anderer. Ich komme als amtierender German-Bowl-Sieger und habe nun eine Saison mit zwei Siegen und acht Niederlagen gespielt“, klagte der D-Liner.

Coach forderte besseren Teamfootball

Auch Mercenaries-Quarterback Sonny Weishaupt zeigte sich „sehr enttäuscht“. „Wir konnten den Ball zwar bewegen, aber nicht so finishen, wie wir es gebraucht hätten“, stellte der Spielmacher fest und erinnerte an ein großes Manko in der zweiten Hälfte, als die Gäste eine Schippe drauflegten und dermaßen clever agierten, „dass wir de facto nur zwei Drives hatten“, sagte Weishaupt. „Da müssen wir einfach besseren Teamfootball spielen. Das fordert unser Coach Joe Sicario schon die ganze Saison.“

Niklas Fengler sorgte im letzten Viertel zwar mit einem Catch in der Endzone für die 27:23-Führung der „Söldner“. Eine verbleibende Spielzeit von knapp dreieinhalb Minuten auf der Spieluhr ließ aber erahnen, dass es noch eng werden könnte – letztlich ging es sogar sehr eng zu.

Hail Mary kommt nicht an

Mit einem Lauf in die Endzone von Quarterback Glen Cuilette und dem anschließenden Extrapunkt gingen die Frankfurter mit 30:27 in Führung, keine halbe Minute war zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen. Die Marburger kamen zwar noch mal in Ballbesitz.

Der überragende Aaron Seward, der den Gastgebern mit drei Touchdowns jeweils Führungen besorgt hatte (zum 6:0 und 13:0 im ersten sowie zum 20:8 im zweiten Viertel), wurde aber sieben Sekunden vor Ende an der 43-Yard-Linie gestoppt. Der anschließende weite Pass von Weishaupt in Richtung Endzone, eine sogenannte Hail Mary, landete eine Sekunde vor Schluss nicht mehr in den Armen von Fengler.

Dalkowski: „Die Mannschaft wird wachsen“

Dass dem Receiver bei einer 21:8-Führung der Ball in der Endzone aus den Händen gerutscht und Kicker Nicola Pirone wenig später ein Field-Goal-Versuch misslungen war, machte sich der Tabellenletzte der Südgruppe zunutze, der einen engagierten Auftritt schließlich mit dem so wichtigen Sieg krönte. „Wir haben den Gegner durch unnötige Strafen ins Spiel kommen lassen und uns aufs Niveau des Gegners herunterziehen lassen“, resümierte ein enttäuschter Nico Koch.

Carsten Dalkowski gab den Zuschauern zum Abschluss ein Versprechen mit auf den Heimweg. „Die Mannschaft wird wachsen“, sagte der Mercenaries-Präsident und kündigte an, „mit dem Trainerstab im Großen und Ganzen“ so weiterzumachen.

Von Marcello Di Cicco