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08:58 09.08.2021
Marburgs Aaron Seward, hier im Spiel gegen die Razorbacks im Juni diesen Jahres, musste gegen München sowohl in der Offense als auch in der Defense spielen.
Marburgs Aaron Seward, hier im Spiel gegen die Razorbacks im Juni diesen Jahres, musste gegen München sowohl in der Offense als auch in der Defense spielen. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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München

Nach einer knappen 21:24-Niederlage im Hinspiel gegen die Munich Cowboys wollten die Mercenaries am Samstag eine Revanche. Doch dieser Plan ging schief.

Bereits im ersten Viertel gingen die Munich Cowboys durch einen Touchdown von Kai Silbermann und den Punkt nach dem Touchdown durch Cowboys-Kicker Robert Werner mit 7:0 in Führung. „Kai Silbermann ist ein großer und physisch starker Spieler. Das wussten wir auch vor dem Spiel. Aber er hatte auch einen super Tag“, sagte Mercenaries-Sportdirektor Michael Dalkowski im Gespräch mit der OP nach der Partie.

Münchens Silbermann ist nicht zu stoppen

Wie gut der Tag von Silbermann wirklich war, zeigte sich im zweiten Viertel des Spiels: Erst fünf Sekunden waren gespielt, ehe Münchens Wide Receiver den Football in der Endzone der Mercenaries fing. Ebenso wie im ersten Quarter verwandelte den Extrapunkt wieder Werner und erhöhte die Führung auf 14:0 aus bayrischer Sicht. In der Folge machten sich die „Söldner“ das Leben in der ersten Halbzeit selbst schwer.

Erst musste das Team von Cheftrainer Joe Tricario zwei Strafen hinnehmen. Danach ließ Marburgs Wide Receiver Niklas Fengler den Ball von Quarterback Sonny Weishaupt fallen, ehe im folgenden Spielzug Münchens Defensive Back Sebastian Pollok den Pass von Weishaupt zur Interception fing. „Aaron Seward und Niklas Fengler mussten in der Defensive spielen, um unsere Verluste zu kompensieren. Da hat manchmal das Timing einfach gefehlt und das war dann unglücklich. Dass uns am Ende auch noch Marcus Cox gefehlt hat, weil seine Schwellung im Knöchel nicht weggegangen ist, war dann nochmal Pech für uns“, sagte Dalkowski. Ob Cox diese Saison noch einmal das Trikot der Mercenaries überziehen wird, ergibt sich am heutigen Montag, wenn eine Untersuchung durchgeführt wird. Das sollte es in der ersten Halbzeit aber noch nicht gewesen sein: 17 Sekunden im zweiten Viertel waren gespielt, ehe Münchens Silbermann seinen dritten Touchdown des Tages erzielte. Anstatt den Punkt nach dem Touchdown auszuspielen, versuchten die Cowboys eine Two-Point Conversion, also eine andere Möglichkeit, zwei Extrapunkte zu erzielen, die misslang. Dadurch gingen die Mannschaften mit einer 20:0-Führung für die Gastgeber aus München in die Kabinen.

„Ich weiß nicht, was der Headcoach in der Halbzeit zum Team gesagt hat. Aber für mich war positiv, dass das Team nicht aufgehört hat zu kämpfen. Sie haben sich zu keiner Zeit der Partie aufgegeben“, fügte der Sportdirektor hinzu. Zu Beginn der zweiten Hälfte erwischten die Marburger einen besseren Start. Nachdem der Regen eingesetzt hatte, missglückte aber zweimal je ein Snap auf Quarterback Weishaupt, der den Ball dann nur noch an der eigenen Ein-Yard-Linie sichern konnte. „In der ersten Situation haben wir uns gut aus der Endzone rausgespielt. Dann haben wir die Snaps aber wieder über Sonny Weishaupts Kopf geworfen und dann wird es extrem schwer. Und der Regen hat dann sein Übriges getan“, sagte Dalkowski.

Playoffs sind für Dalkowski „nicht mehr realistisch“

Im letzten Viertel erhöhten die Gastgeber durch einen Touchdown und einen Punkt nach dem Touchdown von Ryan Newell und Kicker Werner ihre Führung auf das spätere Endergebnis von 27:0. Nun haben die Münchner zwei Siege mehr auf dem Konto als die Mercenaries bei noch drei Saisonspielen. Dadurch wird es gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer Schwäbisch Hall Unicorns am 22. August im Georg-Gaßmann-Stadion keine einfache Aufgabe, die Chance auf die Playoffs weiter wahren zu können. „Es ist nicht mehr realistisch, wenn wir noch über die Playoffs reden, weil wir nur noch wenig Chancen haben“, sagte der Sportdirektor.

Von Leonie Rink