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Lokalsport Mercenaries müssen sich in Straubing steigern
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11:59 02.07.2022
Der Marburger Felix Roßmüller (rechts) wird vom Münchner Vinzent Englmann attackiert. Nach der deutlichen Heimniederlage gegen die Cowboys wollen die Mercenaries eine Reaktion zeigen. An diesem Samstag gastieren sie bei den Straubing Spiders.
Der Marburger Felix Roßmüller (rechts) wird vom Münchner Vinzent Englmann attackiert. Nach der deutlichen Heimniederlage gegen die Cowboys wollen die Mercenaries eine Reaktion zeigen. An diesem Samstag gastieren sie bei den Straubing Spiders. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das ist nicht einfach nur eine Niederlage gewesen, das hat schon wehgetan: Die Marburg Mercenaries hatten sich mit den Munich Cowboys auf einem Niveau gesehen, wollten sich für die 7:19-Niederlage zum Saisonstart in München – da hatten die „Söldner“ bis ins letzte Viertel hinein geführt – revanchieren. Doch dann wurde es eine Machtdemonstration der Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt. Immerhin: Die größtmögliche Demütigung blieb dem Marburger Team erspart, indem es mit dem letzten Drive doch noch zu Punkten kam, das Ergebnis mit 7:37 wenigstens ein kleines bisschen freundlicher aussehen ließ. Aber das ist Vergangenheit. Die nahe Zukunft: das Gastspiel bei den Straubing Spiders an diesem Samstag.

Die Niederbayern, so schreiben sie es in ihrer Vorschau, freuen sich auf ein Spiel gegen „eine deutsche Traditionsmannschaft par excellence“ und „ein Urgestein“ der German Football League, berichten von den vielen Teilnahmen der seit 2003 erstklassigen Marburger an den Playoffs, den fünf ersten Plätzen in der Südstaffel, von der nationalen Vizemeisterschaft, die die Mercenaries im Jahr 2006 errungen hatten. Es ist der respektvolle Blick auf einen Konkurrenten – durch einen Club, der neu in der GFL ist, der sich dort etablieren will, der sich aber in sportlicher Hinsicht aktuell nicht von den Hessen zu verstecken braucht.

Nur gegen den Topfavoriten haben die Spiders verloren

Von den bisherigen drei Spielen haben die „Spinnen“ zwei gewonnen: zum Auftakt knapp mit 43:42 bei den Allgäu Comets und vor zwei Wochen deutlich mit 35:18 bei den Ravensburg Razorbacks. Dazwischen gab es im bislang einzigen Erstliga-Heimspiel des Vereins eine 13:41-Niederlage gegen die Schwäbisch Hall Unicorns, den Topfavoriten auf den Meistertitel.

In Raleigh Yeldell haben die Straubinger einen Quarterback in ihren Reihen, der sehr schnell unterwegs ist, über eine gute Intuition verfügt, gut werfen (564 Yards, sechs Touchdowns) aber auch selbst laufen kann, wie 305 Rushing Yards und drei selbst erreichte Touchdowns beweisen. Beeindruckende Werte hat auch Runningback Lamar Carswell, der bislang mit 52 Läufen 460 Yards und drei Touchdowns erzielte, zwei weitere und 202 Yards als Receiver.

Die Marburger Defensive muss sich auf ein schnelles und variantenreiches Lauf- und Passspiel einstellen und versuchen, die Straubinger Topspieler unter Kontrolle zu bekommen. Mercenaries Headcoach Joe Tricario spricht von „dynamischen Offensivwaffen“, gegen die es „auf eine solide Verteidigung“ ankomme, „die den Football unerbittlich verfolgt und angreift. Wir müssen eine Menge Verteidiger um ihre Ballträger positionieren und die Anzahl der Yards nach dem Kontakt begrenzen.“

Er weiß: Im Vergleich zum Spiel gegen München muss so ziemlich alles besser werden – in der Defensive, aber auch in der Offensive. Er erwarte „ein besseres, kompletteres und physischeres Spiel“, macht er deutlich, ist überzeugt, dass seine Mannschaft besser auf den Gegner vorbereitet sein wird als in der Vorwoche. Dass es gegen die Cowboys nicht so war, nahm der Cheftrainer auf seine Kappe.

Zeigen die Mercenaries wieder eine starke Reaktion?

Mit der Bilanz von einem Sieg und zwei Niederlagen stehen die Mercenaries, die in diesem Jahr wieder in die Playoffs zurückkehren wollen, bereits unter Druck. Was Mut machen sollte: Nach der ersten Niederlage in dieser Saison in München zeigten die Marburger im Spiel darauf bei den Saarland Hurricanes eine starke Reaktion, gewannen überraschend mit 24:14.

Von Stefan Weisbrod