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Lokalsport Mercenaries machen zu viele Fehler
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09:00 07.06.2021
Dominik Schmid (hinten) von den Allgäu Comets stoppt Niklas Fengler, dem der erste Touchdown der neuen GFL-Saison für die Marburg Mercenaries gelang.
Dominik Schmid (hinten) von den Allgäu Comets stoppt Niklas Fengler, dem der erste Touchdown der neuen GFL-Saison für die Marburg Mercenaries gelang. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Feierlaune herrschte am gestrigen Sonntag (6. Juni) um kurz vor 16 Uhr, als die Footballer der Marburg Mercenaries angeführt von den Fahnenträgern Maximilian Welther und Johannes Greif vor 200 phrenetisch jubelnden Zuschauern ins Georg-Gaßmann-Stadion einliefen – erstmals wieder nach 21 Monaten. Nach der Auftaktpartie der German Football League (GFL), knapp zweieinhalb Stunden später, herrschte Tristesse aufseiten der „Söldner“ – und es stand die Erkenntnis bei den Protagonisten, dass das Team noch nicht dort ist, wo es sein will.

„Es hat an Konstanz gefehlt. Wir hatten viele Aufs und Abs in unserem Spiel“, stellte Marburgs Cheftrainer Joe Sicario fest, dem es auch an der nötigen Ballsicherheit fehlte. „Wir müssen mehr aus unserem Ballbesitz machen, das hat höchste Priorität“, sagte Sicario, dessen Team seine erste Niederlage vor allem durch eigene Fehler kassierte, wie auch Quarterback Sonny Weishaupt einräumte – und exemplarisch den 90-Yard-Drive seines Teams im zweiten Viertel nannte, als er kurz vor der gegnerischen Endzone den Ball verlor.

Die eigenen Fehler

„Ich habe es nach dem schlechten Snap nicht geschafft, den Ball zu sichern“, haderte der Spielmacher mit sich. Johannes Wagner sagte Danke, packte sich das Spielgerät, rannte übers ganze Spielfeld und baute die Führung für Kempten auf 14:7 aus. Zwar hatte die Begegnung für die Gastgeber gut begonnen, weil Niklas Fengler den ersten Drive der „Mercs“ erfolgreich abschloss, als er den Ball nach einem herrlichen 40-Yard-Pass von Weishaupt zur 6:0-Führung in die Endzone trug.

Den Comets gelang es nach wackeligem Auftakt aber zusehends besser, sich auf die Marburger Offensive einzustellen, ihr eigenes Laufspiel zu etablieren – und die Fehler der „Söldner“ zu nutzen. Mit einem Sack gegen Weishaupt gelang den Bayern ihr erster Turnover, woraufhin sie mit einem Touchdown und anschließendem Zwei-Punkt-Spiel mit 8:7 in Führung gingen (11.).

Probleme bei der Pass-Absicherung

Dem dritten Touchdown der „Kometen“ zum 22:7 durch Brandon Kohn ging kurz vor der Halbzeit ein unnötiger Fumble samt Turnover an der eigenen 5-Yard-Linie voraus. „Es war nicht so, dass wir den Ball nicht bewegen konnten“, stellte Weishaupt fest – im Gegenteil: Fengler befand, „dass wir den Ball super bewegt haben, wenn wir wollten“.

Allerdings: „Wir hatten Probleme bei der Pass-Absicherung, für mich hatte es sich nicht so entspannt angefühlt“, sagte Weishaupt. Immer wieder musste sich der Spielmacher gegen die starke Comets-Defensive bewegen, um nach geeigneten Anspielstationen zu suchen.

Cox-Ausfall wiegt schwer

Dass in Runningback Marcus Cox ein Ballträger ausfiel, machte die Angelegenheit für die Gastgeber nicht leichter. Der US-Amerikaner hatte sich beim Testspiel in Wiesbaden einen Anriss des Außenbandes zugezogen. „Wir hoffen aber, dass er nächste Woche wieder dabei ist“, sagte Präsident Carsten Dalkowski.

Fengler, der mit seinem Team in der zweiten Hälfte vergeblich dem Rückstand hinterherlief, zeigte sich zuversichtlich, dass die Mercenaries am Sonntag (17 Uhr) bei den Stuttgart Scorpions ihre Fehler abstellen. „Man kann schlecht starten. Es geht aber darum, wie wir weitermachen. Ich habe heute viele Lichtblicke gesehen. Wir werden es in Stuttgart besser machen!“, schickte Fengler eine Kampfansage Richtung Schwaben.

Von Marcello Di Cicco

04.06.2021